Besucher sitzen am 11.10.2017 auf der Buchmesse in Frankfurt am Main auf einer Plattform auf dem Freigelände
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- Auffallend politisch - Die Frankfurter Buchmesse 2017

Die Frankfurter Buchmesse, ein Booker-Prize-Kandidat und Orhan Pamuk im Haus des Rundfunks - das sind die Themen dieser Ausgabe "Quergelesen". Der besondere Fokus:  Wie politisch ist die Buchmesse? Und: mit welchen  Büchern kommen Sie gut über den Herbst?

Die literarischen News der Woche: Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wurde der Deutsche Buchpreis verliehen. Er ging in diesem Jahr an Robert Menasse für seinen Roman ""Die Hauptstadt". Der Autor galt als Favorit, und die Jury hatte sich damit für einen politischen Roman entschieden - der spielt in Brssel und seine Protagonisten arbeiten in der EU-Bürokratie.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an Margaret Atwood aus Kanada. Sie zeige immer wieder "ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen" begründete die Jury ihre Wahl.

Auf der Frankfurter Buchmesse geht es nicht nur um Bücher und Business, sondern auch um Meinungsfreiheit und politische Debatten. In diesem Jahr, so der Eindruck, mehr denn je. Anja Dobrodinsky hat sich auf der größten Bücherschau der Welt umgesehen und umgehört.

Orhan Pamuk ist in Deutschland wohl der bekannteste Schriftsteller aus der Türkei. Seine Bücher haben Einfluss auf unser Türkei-Bild. "Die Rothaarige Frau" ist sein neuestes - ein Roman, der wieder mal in Istanbul spielt und Tradition mit Moderne zu verbinden versucht. Renee Zucker hat ihn gelesen, konnt sich aber nicht dafür begeistern.

Der Pakistani Mohsin Hamid steht auf der Shortlist des diesjährigen Man Booker Prize. Sein bei Dumont erschienener Roman "Exit West" ist eines der Bücher der Stunde, beschäftigt er sich doch mit Flucht und Migration am Beispiel eines jungen Paares, das aus einem aus den Fugen geratenen muslimischen Land in eine vermeintlich bessere gemeinsame Zukunft aufbricht.

Lesungs-Tipp

Buchinfos

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  • Robert Menasse 

    Die Hauptstadt

    Roman
    459 Seiten
    ISBN: 978-3-518-42758-3
    € 24,00
    Verlag Suhrkamp

  • Margaret Atwood 

    Aus Neugier und Leidenschaft

    Gesammelte Essays
    Übersetzt von: Christiane Buchner, Claudia Max, Ina Pfitzner
    480 Seiten
    ISBN: 978-3-8270-0666-0
    € 28,00
    Verlag Piper

  • Orhan Pamuk 

    Die rothaarige Frau

    Roman
    Aus dem Türkischen von Gerhard Meier
    288 Seiten
    ISBN 978-3-446-25648-4
    € 22,00
    Verlag Hanser

    am 16.10.2017
    um 20:00 Uhr
    im Großen Sendesaal des rbb
    Deutschlandpremiere - Lesung und Gespräch

  • Moshin Hamid 

    Exit West

    Roman
    Übersetzt von Monika Köpfer
    224 Seiten
    ISBN 978-3-8321-9868-8
    € 22,00
    Verlag

    Website des Autors

  • Ingo Schulze 

    Peter Holtz

    Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst
    Roman
    576 Seiten
    ISBN 978-3-10-397204-7
    € 22,00
    Verlag: Fischer

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  • Proteste 

    Besucher am Eingang der Frankfurter Buchmesse
    dpa

    Rechte Verlage auf der Buchmesse

    Rechte Ideen sind nicht nur mit der AfD im Bundestag angekommen. Bücher von rechts gibt es auch auf der Frankfurter Buchmesse. Eine Hand voll rechte Verlage und Zeitschriften präsentiert sich in diesem Jahr dort. Im Vorfeld der Messe wurden Forderungen nach einem Ausschluss laut. Die Messe entschied sich dagegen. Ein Beitrag von Anja Dobrodinsky.

  • Zu Gast 

    Der französische Star-Autor Michel Houellebecq liest am 11.10.2017 im Schauspiel Frankfurt in Frankfurt am Main (Hessen) anlässlich der Buchmesse.
    dpa

    Michel Houellebecq holt zur großen Rede aus

    Der Schriftsteller Michel Houellebecq fühlt sich von den Medien in Deutschland deutlich besser behandelt als zu Hause in Frankreich. Das sagte der umstrittene Autor am Mittwochabend im Schauspiel Frankfurt. Houellebecq ist derzeit einer der bekanntesten französischen Gäste der Frankfurter Buchmesse. Ein Beitrag von Simone Tillmann über Houellebecqs Auftritt.

  • Frankreichs Literatur 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron begrüßen sich am 10.10.2017 vor der Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Messegelände.
    dpa

    Auffallend politisch

    Der französische Staatspräsident Macron bezeichnete bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse die Literatur als "beste Waffe" gegen Fanatismus. Frankreich ist in diesem Jahr Gastland auf der Messe, und Macrons Losung ist ziemlich passend, denn die französische Literatur ist zur Zeit auffallend politisch. Simone Thielmann stellt einige Beispiele vor.

  • Ehrengast Macron 

    Der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhalten sich am 10.10.2017 anlässlich der Eröffnungsfeier der Messe in Frankfurt am Main (Hessen).
    dpa, Andreas Arnold

    Eröffnung der Buchmesse

    Der Start der Frankfurter Buchmesse am Dienstagabend wurde zu einem politischen Symbol: Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete den weltweit größten Branchentreff zusammen mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Dabei war auch Simone Thielmann.

  • Interview 

    Der Verleger Christoph Links
    Privataufnahme

    Links: "Die Stimme wird an vielen Stellen erhoben"

    Bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse haben Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron den Zusammenhalt Europas in den momentan kritschen Zeiten beschworen. Aus Sicht des Berliner Verlegers Christoph Links sind sich deutschsprachige Schriftsteller dieser Themen durchaus bewusst: Ein deutliches Zeichen sei etwa die Verleihung des Buchpreises an Robert Menasse und seinen Europa-Roman "Die Hauptstadt" gewesen.

Sendung

Die Schauspielerin Sophie Nelisse als Liesel Meminger in einer Filmszene des Kinofilms "Die Bücherdiebin". (Bild: dpa)
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Quergelesen

Das Literatur-Magazin bietet Interviews und Gespräche mit Literaten und Verlegern, berichtet über Preise und Preisträger von Büchner bis Bachmann sowie über Festivals und Lesungen.