Der Autor Michael Wildenhain
Marijan Murat
Bild: Marijan Murat

- Deutsche Sirenengesänge

Deutsche Gegenwartsliteratur in dreifacher Ausfertigung steht in dieser Ausgabe "Quergelesen" im Mittelpunkt: Wir stellen die neuen Romane von Petra Morsbach und Michael Wildenhain sowie den Belletristik-Debütanten Uwe Rada vor. Durch die Sendung führt Ute Büsing.

Literarische Neuigkeiten der Woche: Das Residenzprogramm im kürzlich vom Bund erworbenen Thomas-Mann-Haus in Los Angeles beginnt. Als erste Stipendiaten ziehen und anderem der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering und die Autorin Sylke Tempel dort ein.

Den Uwe-Johnson-Förderpreis 2017 für ihr Debüt "Nachts ist es in leise in Teheran" erhält die in der Pfalz geborene deutsch-iranische Schriftstellerin Shida Bazyar. Die Preisverleihung ist am 29. September im Schauspielhaus Neubrandenburg.

Einen Aufruf an die Regierung von Myanmar, die Verfolgung und Vertreibung der muslimischen Minderheits-Volksgruppe Rohingya einzustellen, haben mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin assoziierte Schriftsteller formuliert.

Michael Wildenhain stand in diesem Jahr mit "Das Singen der Sirenen" auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Auch auf der Shortlist hätte man sich den 59jährigen Berliner Schriftsteller mit seinem Mittlebenskrisen-Roman gut vorstellen können.

Ute Büsing hat Michael Wildenhain getroffen und ihn um eine kurze Inhaltsangabe seines Romans aus Autorensicht gebeten.

Eine Richterin am Münchener "Justizpalast" steht im Mittelpunkt des gleichnamigen Romans von Petra Morsbach, der gerade mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet wurde. Mit Humor versammelt die 61-Jährige menschliche Schicksale vor Gericht. Die Rezensentin Renée Zucker ist begeistert.

Uwe Rada, langjähriger taz-Redakteur und bisher Sachbuchautor über deutsch-polnische Themen und zu Flußlandschaften, die Geschichte erzählen, debütiert jetzt in der Belletristik. "1988" heißt sein fulminanter Road-Trip zwischen Kreuzberg und Krakau, zugleich Liebesgeschichte zwischen Jan, einem trudelnden deutschen Anarcho-Sponti von der Insel der Glückseligen und Wiola, einer polnischen katholischen Antikommunistin, die weiß, was sie will.

Uwe Rada stellt "1988" am Freitag, dem 29. September um 19:00 Uhr in der kleinen deutsch-polnischen Buchhandlung "buch/bund" in der Sanderstraße 8 in Berlin-Neukölln vor.

Buchinfos

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  • Michael Wildenhain 

    Das Singen der Sirenen

    Roman
    320 Seiten
    ISBN: 978-3-608-98304-3
    € 22,00
    Verlag Klett Cotta

  • Petra Morsbach 

    Justizpalast

    Roman
    480 Seiten
    ISBN: 978-3-8135-0373-9
    € 25,00
    Verlag Knaus

  • Uwe Rada 

    1988

    Roman
    256 Seiten
    ISBN: 978-3-940524-65-2
    € 18,50
    edition.fotoTAPETA

  • Ina Hartwig 

    Wer war Ingeborg Bachmann

    Eine Biografie in Bruchstücken
    336 Seiten
    ISBN: 978-3-10-002303-2
    € 22,00
    Verlag S. Fischer
    (vorauss. ab 23. November 2017 im Buchhandel)

Veranstaltungshinweis

Am Dienstag, dem 26. September, spricht Ina Hartwig im Literarischen Colloquium Berlin über ihre noch nicht veröffentlichte Ingeborg-Bachmann-Biografie "in Bruchstücken". Die Literaturkritikerin und Frankfurter Kulturdezernentin hat auch in Gesprächen mit Weggefährten andere Seiten destilliert, als die ewig tragische tablettenabhängige kranke Lyrikerin mit den den gestörten Männerbeziehungen. Sie schlägt die Seiten der politisch denkenden Intellektuellen und der praktisch Klugen auf.

Die Bachmann-Renaissance läuft auf Hochtouren. Die auf 30 Bände projektierte Werk-Gemeinschaftsausgabe von Piper und Suhrkamp wird in diesem Herbst ebenfalls fortgesetzt.

Sendung

Die Schauspielerin Sophie Nelisse als Liesel Meminger in einer Filmszene des Kinofilms "Die Bücherdiebin". (Bild: dpa)
dpa

Quergelesen

Das Literatur-Magazin bietet Interviews und Gespräche mit Literaten und Verlegern, berichtet über Preise und Preisträger von Büchner bis Bachmann sowie über Festivals und Lesungen.