Rinder auf der Weide
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- Problem Viehdiebstahl: Wildwest in Brandenburg

Es klingt nach Wildwest, ist aber Realität in Brandenburg: In der Mark schlagen immer wieder Viehdiebe zu. Die Täter kommen in der Regel nachts und sie gehen außerordentlich professionell vor. Wie auf einer Weide bei Freiwalde im unteren Spreewald. Dort sind vor kurzem Kälber gestohlen worden. Inforadio-Reporterin Marie Asmussen ist hingefahren.

Sie kommen in der Nacht, sind gut vorbereitet und kennen sich bestens aus: Banden von Viehdieben werden in Brandenburg für immer mehr Landwirte zum Problem. Sie wissen genau, welche Tiere sie wollen, wie sie sie bekommen und wie sie sie abtransportieren. Die Kälber werden mit Pfeilen betäubt und können so nicht nach Hilfe rufen, deswegen werden die Diebe auch nicht von den Müttern angegriffen.

Die meisten Diebstähle finden in der Nähe der polnischen Grenze oder nahe der Autobahn statt. Die eigens eingerichtete Soko "Koppel" arbeitet deswegen eng mit den polnischen Kollegen zusammen. Es wird vermutet, dass die Tiere nach Osteuropa gebracht werden.

Die Folgen für die betroffenen Höfe sind schwerwiegend: In Baruth wurden Anfang Oktober 56 Kälber auf einen Schlag gestohlen. Das ist nicht nur wirtschaftlich ein schwerer Verlust, sondern auch emotional – immerhin handelt es sich hier um lebende Tiere, mit denen die Bauern täglich umgegangen sind.

Marie Asmussen hat die Agrargemeinschaft Freiwalde/Schönwalde besucht, mit Mario Kraft gesprochen, dem dort selbst gerade acht Kälber gestohlen wurden, und beim Landeskriminalamt nachgehorcht, was dort gegen die zunehmenden Diebstähle unternommen wird.

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Dominik Lenz befragt den Inhaber einer Mühle (Foto: Inforadio/Kattner)
Inforadio/A. Kattner

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Reportagen zum aktuellen Zeitgeschehen: Journalisten des rbb und ARD-Auslands-Korrespondenten geben einen Einblick in unterschiedlichste Lebenswelten.