Präsidentschaftswahlen Iran: Anhänger des iranischen Präsidents Hassan Rouhani in Teheran (Bild: imago/UPI Photo)

- Der Iran am Scheideweg

Rund 55 Millionen Iranerinnen und Iraner sind am Freitag dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Sechs Kandidaten hat der Wächterrat zugelassen. Beobachter sind sich einig: es dürfte auf ein Duell zwischen dem Amtsinhaber Hassan Rohani und dem erzkonservativen Kleriker Ebrahim Ra'isi hinauslaufen. Iran-Korrespondent der ARD, Reinhard Baumgarten, ist schon seit Tagen in Teheran unterwegs und hat dort für uns die Stimmung vor dem Urnengang eingefangen.

Im Iran werden der Präsident, das Parlament und der Expertenrat vom Volk gewählt. Wen das Volk allerdings wählen darf, entscheidet nach der Verfassung der sogenannte Wächterrat. Der bestimmt auch über die ideologische und religiöse Zuverlässigkeit der Kandidaten. Aber die Kriterien dafür sind unklar - und über die Grauzone wird schon seit Jahren heftig diskutiert. Denn wann ist eine Kritik am Establishment legitim und wann wird zur Gefährdung der nationalen Sicherheit? Der Grat ist bisweilen äußert schmal.

Hintergrund: Fragen und Antworten zur Iran-Wahl

  • Was ist die Grundlage des politischen Systems im Iran?

  • Wie wird gewählt und wer entscheidet über Außen- und Innenpolitik?

  • Was ist der Expertenrat und welche Rolle spielt der Wächterrat?

  • Gibt es im Iran ein Parteiensystem?

  • Was wollen Konservative, Hardliner und Reformer?

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Anhänger des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani in Irans Hauptstadt Teheran (Bild: AP Photo/Vahid Salemi)

Iran: Die Stimmung vor der Präsidentenwahl

55 Millionen Iraner über 18 Jahre sind am kommenden Freitag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Der als gemäßigt geltende Amtsinhaber Hassan Rouhani bewirbt sich um seine Wiederwahl. Ihm weht allerdings dabei ein kalter Wind entgegen: Seine Gegner wollen seinen Reformkurs stoppen und halten ihm vor, dass das im Juli 2015 in Wien unterzeichnete Atomabkommen mit der internationalen Gemeinschaft nicht zum versprochenen Wirtschaftsaufschwung geführt habe.

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Dominik Lenz befragt den Inhaber einer Mühle (Foto: Inforadio/Kattner)

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