Die indische Stadt Varanasi am Ufer des Ganges (Bild: imago/ZUMA Press)

- Rätselhafter Ganges

Der Ganges ist den Indern besonders heilig. Die ARD-Korrespondenten Jürgen Webermann und Sandra Petersmann haben den heiligen Strom vom Himalaya bis zu seinem Delta im Golf von Bengalen bereist. Nicht nur die Menschen sind spirituell zu diesem Naturereignis hingezogen. Auch die Wasser des Ganges selbst geben viele Rätsel auf.  So ist der Fluss in der Hindu-Stadt Varanasi leider eine ausgesprochene Kloake. Pilger, die darin baden,  bekommen Durchfall. Doch schon wenige Kilometer stromabwärts hat sich das Wasser ganz erstaunlich schnell und bisher noch unergründet selbst gereinigt.

Verlässliche wissenschaftliche Daten zur schnellen Selbstreinigung des Flusses gibt es nicht. Schon bei den Briten genoss das Ganges-Wasser einen legendären Ruf: Im Gegensatz zum Wasser aus anderen Flüssen, blieb es auf den langen Überfahrten nach England frisch. Große Seuchen wie Cholera blieben vergleichsweise selten, obwohlMillionen Menschen seit jeher in Armut und Dreck leben.

Schon vor mehr als hundert Jahren wollte ein englischer Forscher dem Geheimnis nachgehen. Er setzte Cholera-Bakterien in Ganges-Wasser und in abgekochtes Wasser. Das Ergebnis: im Ganges-Wasser starben die Bakterien nach drei Stunden, im abgekochten Wasser nach 48 Stunden. Der Grund für die selbstreinigenden Kräfte des Flusses könnte eine sehr hohe Anzahl an Bakteriophagen sein. Das sind Viren, die sich an die Bakterien im Wasser andocken und dann rasend schnell vermehren. Warum sie im Ganges offenbar effektiver sind als in anderen Flüssen, ist bis heute aber nicht geklärt.

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Reportagen zum aktuellen Zeitgeschehen: Journalisten des rbb und ARD-Auslands-Korrespondenten geben einen Einblick in unterschiedlichste Lebenswelten.