Journalisten gehen am 08.11.2017 in Berlin an der Neuen Nationalgalerie vorbei. Das Gebäude wird von Grund auf saniert.
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- Baustelle Neue Nationalgalerie

Was dauert da eigentlich so lange? Seit Anfang 2015 ist die Neue Nationalgalerie in Berlin geschlossen - sie wird aufwändig saniert. Und diese Grundinstandsetzung braucht seine Zeit. Wie die Bauarbeiten vorangehen, darüber haben die Staatlichen Museen am Mittwoch informiert. Die ARD-Kulturkorrespondentin für den rbb, Maria Ossowski, war bei der Baustellen-Führung dabei.

Seit drei Jahren ist sie geschlossen, die 1.400 Kunstwerke lagern in Interimsdepots und von der 50 Jahre alten architektonischen Ikone der Moderne sind nurmehr Skeletteile übrig. Mies van der Rohe war beim Bau des Museums bereits über 80 und überließ die Bauleitung seinem Enkel. Der wiederum, Dirk Lohan, in Berlin geboren und seit 60 Jahren Architekt in den USA, berät ein halbes Jahrhundert später die Architekten des Büros Chipperfield und das Bundesamt für Bauwesen.

Menschenleer ist am 08.11.2017 in Berlin die eingerüstete Neue Nationalgalerie.

Damals ging alles viel schneller als heute

Fest steht: Es ging damals alles sehr viel schneller als heute. Das riesige schwarze Dach, das mit dem Gebäude zu schweben scheint, das über die Glasfronten hinausragt und das die Neue Nationalgalerie weltberühmt machte, wurde an einem Tag zusammengesetzt und hochgezogen - auf acht Stützen gestellt. Diese Stützen und der Beton sind zwei der vielen großen Herausforderungen bei der denkmalgerechten Renovierung. Sie standen, als die Bauleute sie öffneten, voller Wasser. Der Beton war carbonatisiert, ein Phänomen, das Laien Betonfraß nennen. Petra Wesseler, die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, erklärt, das sei ein Prozess, bei dem Salze in den Beton eindringen und der Stahl dann von innen anfängt zu rosten und so den Beton von innen wegdrückt.

Bevor neue Stahlträger und neuer Beton eingesetzt werden, mussten die denkmalgeschützten Verschalungen und Einzelteile gesichert werden. Arne Maibohm, der Projektleiter, erklärt, dass 35.000 Bauteile rund um Berlin eingelagert seien: Holz- und Stahlbauteile und Naturbausteine. Da falle es nicht schwer, sich vorzustellen, wie schwierig es werden wird, all die Teile wieder zusammenzusetzen. Deswegen sei jedes Teil mit einer Codierung versehen.

Kosten gestiegen - Zeitrahmen konstant

Die erste Phase der Demontage und der Beseitigung aller Schadstoffe ist abgeschlossen, jetzt werden die Stahlbetonwände hochgezogen, das neue Depot unterirdisch gebaut. Die dritte große Phase ist der Innenausbau. Aus den 100 Millionen Baukosten sind 110 geworden, aber der Zeitrahmen bleibt erhalten: Ende 2020 wird die renovierte neue Nationalgalerie eröffnet. Sie soll 50 Jahre halten, Mies van der Rohes Enkel Dirk Lohan aber hofft, dass sie doppelt so lange halten wird.

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