Roxanne de Bastion
Bild: Roxanne de Bastion

- Roxanne de Bastion - Konzert in der Heimat

Roxanne de Bastion wollte seit ihren Teenagertagen nur eines: Musikerin werden und um die Welt fahren, um Konzerte zu spielen. Das hat sie erreicht. Mit ihrem Folk-Pop spielt die gebürtige Berlinerin mittlerweile über 100 Shows im Jahr. Am Mittwochabend ist sie mit ihrem neuen Album im Gepäck mal wieder in ihrer Heimatstadt zu hören: Im Auster Club in Kreuzberg. Konzertreporter Hendrik Schröder rät allen Musik-Fans: hingehen!

Roxanne de Bastion kam früh zur Musik. Ihr Vater war Musiker, überall im Haus standen Instrumente herum, schon als Kind hörte sie die Beatles, schrieb als Jugendliche ihre ersten eigenen Stücke. Gleich nach dem Abitur zog es sie 2007 nach London, wo sei seitdem lebt. Damals ging sie mit kaum mehr als einer Reisetasche und einer Gitarre in der Hand in die englische Hauptstadt, um dort ihr Glück als Künstlerin zu versuchen. Sie spielte in kleinen Kneipen und überall, wo man sie ließ, schlug sich irgendwie durch, entwickelte ihren Stil. 2013 kam dann das erste Album „the real thing“.

Nach der Veröffentlichung des Debutalbums wurden die Konzerte zwar nicht zwingend größer, aber es wurden immer mehr. 100 Auftritte spielt Roxanne de Bastion im Jahr, in Europa, in den USA. Einen Führerschein oder einen Fahrer hat sie nicht, Roxanne tourt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, benutzt in den Clubs was so da ist an Equipment. Das bemerkenswerte dabei: Roxanne de Bastion macht immer noch die meiste Management-Arbeit selbst, ihre Platten erscheinen auf dem eigenen Label, ihre Konzerte bucht sie in Eigenregie. Und das mit Absicht. Um frei zu sein, unabhängig von einengenden Business-Strukturen.

Sanfte Stimme - ernste Themen

In diesem Jahr erschien ihr zweites Album „Heirlooms and Hearsay“, eine Hommage an ihren Großvater, den Pianisten Stephen de Bastion und an dessen Flügel. Den Großvater selbst hat sie nie kennengelernt, aber auf seinem Flügel hat sie Klavier spielen gelernt. So behutsam und warm temeperiert Roxanne de Bastions Stücke klingen, so groß sind ihre Themen auf dem zweiten Album: Nationalismus, zunehmender Hass in der Gesellschaft, Krieg und Flucht - das sind Dinge, die sie beschäftigen.  

Und Roxanne bleibt nicht alleine bei den Texten: Sie tritt auch als Rednerin auf Podiumsdiskussionen und Branchentreffen auf, spricht über das immer noch tradierte Frauenbild im Musikgeschäft, darüber, dass Frauen in der Popwelt noch immer total unterrepräsentiert sind. Mittwochabend spielt die so einfühlsame wie engagierte Roxanne de Bastion in Berlin.

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dpa

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