Andreas Schudrowitz, Deckenrestaurator in der Staatsoper Unter den Linden
Bild: Sigrid Hoff, Inforadio

- Letzte Arbeiten in der Staatsoper: Die Deckenrestaurierung

Es ist ein eindeutiges Zeichen, dass es voran geht mit der Staatsoper Unter den Linden: Das Fassadengerüst ist weg, der Blick aufs Gebäude wieder frei. In einer losen Reihe stellt die Kulturredaktion von rbb Inforadio all diejenigen vor, die jetzt letzte Hand angelegen an die Sanierung des Hauses, bevor die Oper am 3. Oktober wiedereröffnet wird. Am Montag begleitet Kulturreporterin Sigrid Hoff die Deckenrestauratoren auf die Baustelle.

Auf der großen Bühne hängen die Kabel noch von der Decke, im Zuschauerraum sind Sitzreihen, Brüstungen und Wände mit Plastikplanen abgedeckt, damit die frisch restaurierten Elemente nicht wieder einstauben. Der Fußboden ist schon neu verlegt, aber die Lautstärke der Maschinen macht klar, hier wird noch fieberhaft gearbeitet: "Wir sind seit Oktober 2015 hier zu Gange, am Anfang waren wir noch nicht so viele, in diesem Jahr wurde mächtig aufgestockt, weil man dieses ehrgeizige Ziel hat, den Oktobertermin zu halten und wir sind jetzt guter Dinge, das auch zu schaffen. Wir sind jetzt wahrscheinlich Ende des Monats mit unseren Arbeiten fertig," sagt Restaurator Andreas Schudrowitz ganz entspannt.

Die Saaldecke wurde um fünf Meter angehoben

Er steht oben auf der neu eingezogenen Nachhall-Galerie über dem dritten Rang und blickt an die Decke. Dort glänzen in hellem Gold die Ranken und Rosetten auf dem elfenbeinfarbenen Grund.

In großer Höhe über Kopf zu arbeiten - für den Profi eine ganz normale Herausforderung. Die Saaldecke wurde um fünf Meter angehoben. Eine gewölbte Gitterwand aus Keramik ist leicht und luftig zwischen dem oberen Rang und der Decke eingefügt. Sie kaschiert die Veränderung und passt sich ein, als wäre sie aus dem Barock. Während der Umbauarbeiten waren alle Holzverkleidungen im Saal ausgebaut, Stuckateure restaurierten die Verzierungen, dann kamen die Maler und Vergolder zum Einsatz:  "Die hellen, einfarbig gefassten Flächen werden von uns farbig neu ausgelegt, die Vergoldungen werden möglichst nur repariert und ergänzt und in einigen Bereichen komplett neu ausgeführt. Wir sagen immer Vergoldung, aber es handelt sich eigentlich um eine Schlagmetallbeschichtung, die optisch wie Gold aussieht. Sie wurde in den 50er Jahren verwendet, weil sie viel günstiger als Gold ist. Und da wir jetzt im Bestand die Dinge ergänzen, machen wir das heute nicht in Echtgold sondern in dem selben Material."

Auch für Profis ungewohnt: der Zeitdruck

Die Restauratoren haben ganze Arbeit geleistet: der Fries am Hauptgesims ist mit 900 Zahnstäben verziert, hunderte Rosetten und etwa fünf Kilometer Leisten wurden neu vergoldet. Der Zeitdruck war auch für die Profis ungewohnt, bekennt Andreas Schudrowitz: Anfangs gab es die Vorstellung, das ganze in zehn Tagen zu schaffen. Am Ende waren es dann 20 Tage, aber nur mit Hilfe von externen Mitarbeitern. "Die saßen dann alle Schulter an Schulter und vergoldeten am Fließband. Das hat durchaus auch Spaß gemacht, wenn das dann funktioniert, ist es o.k," sagt Schudowitz.

Das Ergebnis kann man schon jetzt an der restaurierten Saaldecke bewundern.

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Letzte Arbeiten in der Staatsoper: Der Schabrackenmaler

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