Noë - Stephan Noe (© radioeins/Schuster)

- Wie entsteht ein Song?

Wie schreibt man ein Buch? Wie kommt ein Theaterstück vom Manuskript auf die Bühne? Wie arbeitet ein Maler? Kurzum: Wie entsteht Kunst? Hendrik Schröder hat sich die Frage gestellt, wie man eigentlich einen Song schreibt, und sich von der Berliner Band Noe erklären lassen, wie sie es machen.

Stefan Noe, Sänger und Gitarrist der Band Noe sitzt oft alleine bei einem Glas Rotwein in seiner Lichtenberger Küche und klimpert auf der Akustischen vor sich hin. Das sieht beiläufig aus, ist aber der Ursprung für alle Songs, die Noe auf ihren bisher zwei Alben veröffentlicht haben. Immer dabei ist ein Diktiergerät, mit dem Stefan alles aufnimmt, was ihm einfällt: "Weil oft ist spontan was da, was man paar Stunden später gar nicht mehr reproduzieren kann, also das Aufnehmen der ersten Idee ist immer sehr wichtig bei mir. Ich sag mir auch oft die Akkorde aufs Diktiergerät, damit ich die garantiert nicht verliere."

Ist eine Akkordfolge gefunden, spielt er sie immer und immer wieder – erst wenn das rund läuft, kommt die Stimme dazu: "Dann fang ich irgendwann an zu singen oder probiere Worte zu finden, das ist meist so eine Art Fantasie-Englisch, so pibabahubababa…also da entstehen so Melodien drüber. Und wenn das fester wird, dann probiere ich Text zu finden."

Der Text ist der Musik untergeordnet

Der Text gleicht sich dabei der Stimmung der Akkorde an, seltener umgekehrt. Bis zu drei Monate braucht der Musiker bis ihm alles so gefällt, dass er den neuen Song seinen vier Bandkollegen im gemeinsamen Übungsraum vorstellen mag. Die Band versucht dann Ideen dazu zu entwickeln. Was nicht immer so einfach ist: "Ich bin zwar der Typ der die Songs anbringt, aber das Endprodukt lebt halt durch die Band und wenn die Band sagt: da ham wer keen Bock druff, dann komme ich damit auch nicht durch, dann muss ich den alleine singen."  

Den Großteil aller komponierten Songs schmeißen sie wieder weg, sagt Stefan, ein schmerzhafter, aber notwendiger Prozess. So setzen sich nur Ideen durch, mit denen auch wirklich die ganze Band etwas anfangen kann. Alle Proben werden mitgeschnitten, Stefan stellt die Fragmente später zum Runterladen ins Internet - die Feinarbeit am Instrument macht jeder für sich zu Hause: "Manche Sachen kann man einfach mit ein bisschen Abstand zu Hause ein bisschen differenzierter hören, hat mehr Ruhe, hat mehr Ideen und die anderen warten nicht die ganze Zeit darauf, dass man was bringt. Das ist so der Vorteil."

Es ist einfach ein Gefühl ...

Aber auch wenn jeder Musiker eine Idee für den neuen Song hat, ist er noch lange nicht fertig -  dann spielt ihn die Band über Monate bei jeder Probe immer wieder, lässt ihn gewissermaßen atmen. Die richtige Geschwindigkeit wird gesucht, die Anzahl der Strophe. Aber irgendwann, irgendwann kommt dann dieser Moment, wo das Lied fertig ist, obwohl es ja keine Deadline, keinen Chef, keinen äußeren Grund gibt den Song abzuschließen. Es ist einfach ein Gefühl, sagt Stefan Noe: "Das merkst Du irgendwie. Du denkst: So, jetzt  ist gut. Da gibt es keine Regel außer dass man irgendwann sagt: Stop, jetzt lass uns das mal spielen wie es ist, es wird gerade nicht mehr besser."

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