Interviews

Zwei Leihgaben von Georg Baselitz wrrden aus einer Ausstellung der Kunstsammlungen Chemnitz entfernt (Foto: dpa)

Bundestag verabschiedet umstrittenes Kulturgutschutzgesetz

Der Maler Georg Baselitz war so erbost, dass er seine Werke in Museen abhängen ließ. Sogar von staatlicher Enteignung war die Rede. Anlass war das neue Kulturgutschutzgesetz. Im Wesentlichen geht es darum, dass "national wertvolle" Kunst nicht ins Ausland abwandert. Gleichzeitig soll es schwerer werden, Raubkunst aus Kriegs- und Krisengebieten einzuführen. Nach dem jetzt gefundenen Kompromiss kann sich Baselitz getrost beruhigen - meint Siegmund Ehrmann (SPD), Vorsitzender im Kulturausschuss des Bundestags.

Letzte Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses vor der Sommerpause am 23.06.2016 in Berlin (Foto: dpa)

Letzte Abgeordnetenhaussitzung vor der Sommerpause

In der Tagesordnung finden sich Berlins Probleme sozusagen auf einem Blick: die Abschlussberichte der Untersuchungsausschüsse zum Hauptstadtflughafen genauso wie die Sanierung der Staatsoper. Immerhin - wenigstens das Hundegesetz wurde verabschiedet. Und sonst? Was blieb noch alles liegen? Inforadio-Landeskorrespondent Thorsten Gabriel fasst die Sitzung zusammen - und vor allem die Rede des Regierenden Bürgermeisters.

Besucher vor dem Victoria and Albert Museum in London (Foto: colourbox)

Was würde ein Brexit für die Kultur bedeuten?

Martin Roth zählt zu den wichtigsten deutschen Museumschefs. Seit Herbst 2011 leitet er das Victoria and Albert Museum in London - als erster Deutsche an der Spitze eines britischen Topmuseums. Wie erlebt er die Spaltung des Landes? Ist auch die Kulturszene davon betroffen? Und vor allem: Welche Folgen hätte ein möglicher Brexit für Kunst und Kultur? Diese und andere Fragen stellt Sabine Dahl an Martin Roth.

Ein einsamer Union Jack neben zahlreichen Europa-Flaggen vor dem Gebäude der Eu-Kommission in Brüssel (Foto: dpa)

Brexit - die Folgen für Arbeitnehmer in der EU

Ein Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU könnte die Gemeinschaft in eine schwere wirtschaftliche Krise stürzen - in Großbritannein und anderen europäischen Staaten. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund befürchtet, dass ein Brexit einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hätte. Oliver Rehlinger spricht darüber mit Peter Scherrer vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB).

Eine Schildzecke sitzt auf einem Blatt (Foto: imago/Rainer Weisflog)

Zeckenplage in Berlin und Brandenburg

Das feuchtwarme Wetter der vergangenen Tage und der relativ milde Winter machen Zecken in Berlin und Brandenburg das Leben leicht. Außerdem konnten im Winter viele Mäuse überleben - wichtige Wirte für Zecken. Zecken halten sich bevorzugt im Wald an Wegrändern auf. Sie sitzen auf einer Höhe von bis zu 50 Zentimetern auf Pflanzen und halten sich fest, wenn sie von einem vorbeikommenden Tier oder Menschen gestreift werden. Zecken sind aber keinesfalls nur lästig, sondern können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose verursachen. Rainer Oehme, Biologe beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, rät: Helle geschlossene Kleidung tragen und sich nach dem Waldspaziergang gründlich auf die kleinen Tiere absuchen.

Interview-Archiv

  • Zwei Bänder in den Nationalfarben von Deutschland und Polen (Foto: dpa)

    Polen und Deutschland gegen den Brexit

    Nachbarschaftsbesuch in Berlin: Im Rahmen der 14. Deutsch-Polnischen Regierungskonsultationen trifft die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydło Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das deutsch-polnische Verhältnis ist schwieriger geworden, seit in Polen die rechtspopulistische PIS-Partei regiert. In einem sind sich die Länder aber einig: Die Briten sollen in der EU bleiben. Polen habe Interesse an einer starken Staatengemeinschaft und die würde Großbritannien mit einem Austritt erheblich schwächen - das sagt Dietmar Nietan (SPD), Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, im Gespräch mit Sabine Dahl.

    Die mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt (Foto: dpa)

    "Dafür gibt es keine plausible Erklärung"

    Nach Informationen des Inforadios hat der Verfassungsschutz Handys noch immer nicht ausgewertet, die "Corelli" benutzt hat, als das NSU-Trio im Untergrund war. Es scheint, als habe der Verfassungsschutz gar nicht so genau wissen wollen, was sein V-Mann so trieb. Irene Mihalic, Obfrau der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im NSU- Untersuchungsausschuss und Sprecherin ihrer Fraktion für innere Sicherheit kann sich auch nicht erklären, warum diese Handies so viele Jahre unausgewertet in den Schränken herumlagen.
     

    Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Dr. Hans-Georg Maaßen lächelt in die Kamera (Foto: imago/ Christian Ditsch)

    "Ich sehe Dr. Maaßen nicht in der Bredouille"

    "Corelli" war fast 20 Jahre lang einer der wichtigsten V-Männer des Verfassungsschutzes in der rechten Szene. Vor vier Jahren wurde er enttarnt, vor zwei Jahren starb er. Im Mai tauchten dann plötzlich beim Verfassungsschutz unausgewertete Handies und SIM-Karten des Spitzels auf. Jetzt hat man bei Deutschlands oberster Sicherheitsbehörde noch ältere Handies entdeckt. Die Opposition ist stinksauer auf den Verfassungsschutz. Stephan Mayer (CSU) innenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion sieht individuelle Fehler früherer Verfassungssschutz-Mitarbeiter aber kein Versagen des Präsidenten Dr. Hans-Georg Maaßen.

     

    Die angebliche größte Flagge des Landes beim "Tag Russlands" (Foto: dpa)

    Ein Blick in die russische Seele

    Seit der Annexion der Krim steht Russland international weitgehend isoliert da. Der Westen belegt das Land mit Sanktionen, die der russischen Wirtschaft zu schaffen machen, die NATO erhöht den militärischen Druck, in dem sie zusätzliche Truppen an der Grenze zu Russland stationiert, russische Sportler stehen großflächig im Verdacht, gedopt zu sein, und bei der Fußball-EM in Frankreich hat die russische Mannschaft auch keine Figur gemacht. Was macht das alles mit der russischen Seele? Wie gehen die Russen mit der Isolation um? Schweißt es die Menschen enger zusammen und auch an ihren Präsidenten Putin? Oliver Rehlinger fragt Boris Schumatsky, Schriftsteller und Publizist

    Infanterie bei den Straßenkämpfen um Stalingrad (Foto: dpa)

    "Wir müssen diesem Massenmord ein Erinnerungszeichen setzen"

    Am 22.Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion - ein fürchterlicher Vernichtungsfeldzug begann. Wo die Soldaten hinkamen, hinterließen sie verbrannte Erde. An die 27 Millionen Sowjetbürger wurden in diesem Kreig getötet, die meisten waren Zivilisten. "Der fürchterlichste Krieg, den wir je erlebt haben", sagt auch Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Umso mehr vermisst er ein deutlicheres Zeichen der Politik, ein offizielles Gedenken an die Opfer - und schlägt für diese ein eigenes Denkmal in Berlin vor. 

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt vor dem Bundeskanzleramt in Berlin die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo mit militärischen Ehren (Foto: dpa)

    Nachbarschaftstreffen: deutsch-polnische Konsultationen in Berlin

    Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo ist im Kanzleramt von Bundeskanzlerin Merkel empfangen worden. Die mitgereisten polnischen Kabinettsmitglieder wollen parallel Gespräche mit ihren deutschen Kollegen führen. Gegenstand der Regierungskonsultationen sind Projekte der gemeinsamen Zusammenarbeit, europapolitische Fragen sowie außen- und sicherheitspolitische Themen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nato-Gipfel in Warschau. Informationen aus dem Hauptstadtstudio von Jörg Kürschner.

  • Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit dem russischen Außenminister Sergei Lavrov (Foto: imago/ ITAR-TASS)

    Wirtschaftssanktionen gegen Russland verlängert

    Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden um sechs Monate verlängert. Darauf haben sich die Botschafter der 28 EU-Staaten geeinigt. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, sagten EU-Diplomaten in Brüssel.

    Präsident Thomas Bach auf der Pressekonferenz des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne (Foto: dpa)

    Keine neutrale Flagge für russische Athleten

    Die russischen Leichtathleten sind kollektiv durch die Sperre ihres Verbandes von den Olympischen Spielen in Brasilien ausgeschlossen. Jetzt könnte es noch schlimmer kommen: russische aber auch kenianische Sportler sollen erst nach Prüfung durch die einzelnen Fachverbände die Reise nach Rio erlaubt werden - wo sie dann aber doch unter ihrer jeweiligen Landesflagge antreten dürfen. Informationen von Hajo Seppelt, der in seiner ARD-Dokumentation frühzeitig über das systematische Doping berichtet hatte.

    Das Gebäude der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Foto: dpa)

    Meuterei auf der Volksbühne

    Es ist schon ein bemerkenswerter Vorgang, der sich an der Berliner Volksbühne abspielt. Die Mitarbeiter wenden sich in einem Brief an die Öffentlichkeit - und gegen ihren künftigen Intendanten Chris Dercon. Der sei der Falsche für den Job, kritisieren die Volksbühnen-Macher. Aus dem traditionellen - international beachteten - Sprechtheater werde eine Event-Bühne. Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Schlede, hält die Vorbehalte gegen Dercon zwar für übertrieben. Das Sprechtheater als solches sollte aber nicht in Frage gestellt werden, sagte Dercon im Gespräch mit Alexander Schmidt-Hirschfelder.

    Symbolbild: zwei Fußbälle mit den Farben von Nordirland und Deutschland, dazwischen das Logo der UEFA EURO2016 in Frankreich - Quelle: imago/GEPA pictures

    Weltmeister kämpft um Gruppensieg

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet am Dienstag ihr letztes Gruppenspiel bei der EURO2016 in Frankreich. Im Stadion des Hauptstadtclubs Paris Saint-Germain trifft das Team von Bundestrainer Jogi Löw am Abend auf Nordirland. Dietrich Schulze-Marmeling, Autor zahlreicher Bücher sowohl zum Thema Fußball als auch zum Thema Irland, hofft auf Tore von Mesut Özil und Mario Götze.

  • Eine britische Flagge vor der Uhr des BigBen, Symbolbild zum Thema "Brexit" - Foto: dpa

    "Die meisten wissen nicht, was auf sie zukommen würde"

    In drei Tagen stimmt Großbritannien über den Brexit ab. Welche Seite am Ende vorne liegen wird, ist im Moment kaum zu sagen. Wenn es nach den meisten Europäern ginge, bliebe Großbritannien Teil der EU. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Allerdings zeigt diese Studie auch, dass die Europäer die Folgen eines Brexits unterschiedlich bewerten würden. Isabell Hoffmann ist Projektmanagerin für Zukunftsfragen und Leiterin der Studie. Nach ihren Worten wünscht sich nur eine Minderheit der Europäer, dass die Briten austreten - aber auch nur wenige haben Angst vor so einem Schritt.

    "Die GEW hat sehr früh die Tür zugeschlagen"

    Der Staatssekretär in der Berliner Bildungsverwaltung, Rackles, hat Verständnis für den Warnstreik der angestellten Lehrerinnen und Lehrern gezeigt. Anders als Beamte hätte Angestellte das Recht zu streiken, sagte der SPD-Politiker im Inforadio. Gleiche Bezahlung von Angestellten und Beamten gebe es bei der öffentlichen Hand aber auch auf anderen Gebieten nicht, sagte der SPD-Politiker im Inforadio. Außerdem sei der Senat den Lehrern finanziell schon entgegen gekommen. Der GEW warf Rackles mangelnde Kompromissbereitschaft vor, etwa bei der Bezahlung von Grundschullehrern.

    Großbritanniens ehemaliger Kultusminister Ben Bradshaw (Bild: imago/BPI)

    "Der Brexit würde rechten Parteien helfen"

    Nach dem Mord an Labour-Politikerin Jo Cox in Großbritannien und dem anschließenden Innehalten machen die Brexit-Befürworter und die EU-Befürworter wieder Wahlkampf. Ben Bradshaw ist Labour-Abgeordneter aus Exeter im Südwesten Englands und er wirbt dafür, dass Großbritannien Mitglied der EU bleibt. Denn ein Austritt, so seine Angst, würde auch rechtsgerichteten Parteien in anderen europäischen Ländern helfen, sagt er im Interview bei Sabine Dahl.

    Ein aus Burundi geflüchteter Junge sitzt hinter dem Moskitonetz eines Zeltes (Foto: dpa)

    Flucht und die Ursachen

    Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) befinden sich knapp 20 Millionen Menschen auf der Flucht aus ihrem Land. Rund 38 Millionen Menschen sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht, weitere zehn Millionen Männer, Frauen und Kinder werden als "staatenlos" bezeichnet. Sie können in ihren Ländern beispielsweise weder vom Bildungs- noch vom Gesundheitssystem profitieren, besitzen oft auch keinerlei Dokumente. Im Gespräch mit Sabine Dahl plädiert Volker Türk, Beigeordneter UN-Flüchtlingshochkommissar für Schutzfragen, dafür, Ursachen von Fluchtbewegungen zu untersuchen und Menschenhandel vorzubeugen.

    Virginia Raggi ist die neue Bürgermeisterin von Rom (Foto: dpa)

    Neue Bürgermeisterin für Rom

    Virginia Raggi von der 5-Sterne-Bewegung ist neue Bürgermeisterin von Rom. Bei den Kommunalwahlen am 5. Juni hatte sich Bürgermeisterkandidat mit absoluter Mehrheit durchgesetzt. Bei der Stichwahl am Sonntag hat sich Raggi gegen den Kandidaten von Ministerpräsident Matteo Renzi durchgesetzt. Mit der Wahl der bisher unbekannten Politikerin hätten sich Bürger vor allem für den politischen Wandel entschieden, sagt der italienische Journalist Roberto Brunelli im Gespräch mit Oliver Rehlinger. Ihr Programm sei äußerst vage und niemand könne mit Sicherheit sagen, was jetzt kommt.

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US-Präsident Barack Obama empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 02.05.2014 im Oval Office im Weißen Haus in Washington (USA). (Bild: dpa)

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Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)

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