Interviews

Polizeirazzia in Hildesheim (Archivbild)
dpa/Christian Gossmann

Razzia gegen Islamisten: Sechs Syrer festgenommen

Wegen Terrorverdachts hat die Polizei am Dienstag in mehreren deutschen Städten sechs Syrer festgenommen. Die Männer im Alter von 20 bis 28 Jahren sollen als Mitglieder der Terrormiliz IS einen Anschlag auf ein öffentliches Ziel in Deutschland geplant haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Der ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg erläuterte im Inforadio, was über die Festgenommenen bislang bekannt ist und welche Ziele sie ins Visier genommen hatten.

dpatopbilder - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht zwischen Alexander Dobrindt, Landesgruppenchef der CSU im Bundestag (l) und Unions Fraktionchef Volker Kauder (r) am 20.11.2017 in Berlin zu Beginn der Sitzung der CDU/CSU Bundestagsfraktion im Reichstag.
dpa

Wie geschwächt ist die Kanzlerin?

Das Scheitern der Sondierungsgespräch zwischen Union, Grünen und FDP wird als Niederlage für Bundeskanzlerin Merkel wahrgenommen: Als Verhandlungsführerin für die Union gelang es ihr nicht, die Gräben vor allem zwischen den kleineren Partein zuzuschütten und sie zu Kompromissen zu bewegen. Doch der Publizist Hugo Müller-Vogg, Buchautor und ehemaliger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, meint: In den Sondierungen rückten CDU und CSU wieder zusammen - innerhalb der Union ist Merkel sogar gestärkt.

Jan Korte, Mitglied von Die LINKE
imago/photothek

"Die Politik muss sich grundlegend ändern"

Die Linkspartei zeigt sich bereit für Neuwahlen. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Korte, sagte im Inforadio, seine Partei könne sofort mit dem Wahlkampf beginnen. Ob es zu Neuwahlen kommt, sei allerdings die Entscheidung von anderen. Grundsätzlich sei die Linke bereit, sich an einer Regierungskoalition zu beteiligen - zentrale Frage sei allerdings "die Wiederherstellung des Sozialstaates". Dafür müsse es eine Mehrheit geben.

Stephan Mayer (CSU), innenpolitischer Sprecher
imago/Metodi Popow

Mayer: "Erst das Land, dann die Partei"

Die CSU hat an die SPD appelliert, doch noch über eine gemeinsame Regierungskoalition zu sprechen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), sagte am Morgen im Inforadio, eine Neuwahl sei keine gute Alternative. Besser wäre eine große Koalition - doch dazu müsse die SPD ihre bisherige defensive Haltung aufgeben.

Die Nationalflaggen der Bundesrepublik Deutschland und Jamaikas wehen bei wolken und schlechtem Wetter im Wind
imago/Marius Schwarz

FDP - der neue Buhmann?

Ist die FDP der große Verlierer der gescheiterten Jamaica-Sondierungsgespräche? Nach einer Blitzumfrage von infratest-dimap machen rund 32 Prozent der Befragten in erster Linie die Liberalen dafür verantwortlich, dass die Gespräche geplatzt sind. 18 Prozent finden, dass die CSU die Hauptverantwortung trägt. 15 Prozent sehen die Verantwortung in erster Linie bei den Grünen, 9 Prozent bei der CDU. Hintergründe dazu von ARD-Hauptstadt-korrespondentin Andrea Müller.

Beatrix von Storch (AfD)
imago/Metodi Popow

"Unsere Aufgabe ist nicht, Kompromisse zu machen"

"Das ist ein Erfolg für die AfD", verkündete AfD-Vizechefin Beatrix von Storch am Montag nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen bei Twitter. Eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien lehnt die AfD indes weiter ab. Im Inforadio-Interview bekräftigte von Storch am Dienstagmorgen diese Haltung: Eine Mehrheit von Union, FDP und AfD sei zwar rechnerisch möglich, doch die inhaltlichen Differenzen seien zu groß.

Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz werden am 22.12.2016 in Berlin, vor der Wiedereröffnung nach dem Anschlag, Betonsperren installiert
dpa

Schausteller: "Wir sind ein Fest, keine Festung"

Am kommenden Montag beginnt wieder die Weihnachtsmarkt-Saison. Nach dem Terroranschlag im vergangenen Jahr steht die Sicherheitsfrage im Vordergrund: Wie genau die Sicherheitsmaßnahmen aussehen werden, darüber wird am Dienstag beraten. Doch mehr Sicherheit bedeutet auch höhere Kosten. Der Präsident des Deutschen Schaustellerverbandes, Albert Ritter, verlangte im Inforadio, die Sicherheitsmaßnahmen "mit Augenmaß" anzugehen: Die Veranstaltung dürfe in ihrem Charakter nicht zerstört werden.

Eine Brille aus dem Besitz des Beatles-Musikers John Lennon wird am 21.11.2017 in Berlin bei einer Pressekonferenz der Berliner Polizei gezeigt. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
dpa/Maurizio Gambarini

Polizei präsentiert Lennons Tagebücher

Tagebücher des 1980 ermordeten Musikers John Lennon seien in Berlin aufgetaucht - so hieß es am Montag - und zwar nicht legal und in einem Museum, sondern illegal und bei einem Betrüger. Sie sollen gestohlen und in der Stadt sichergestellt sein. Am Dienstagmittag hat die Polizei die Gegenstände präsentiert; rbb-Reporter Thomas Weber war im Polizeipräsidium dabei.

Interview-Archiv

  • Christian Lindner erklärt die Jamaika-Verhandlungen für gescheitert
    dpa

    Jamaika-Aus: "Möglicherweise gar nicht schlecht"

    Die FDP hat - aus ihrer Sicht - die Notbremse gezogen und seinen Rückzug von den Jamaika-Sondierungen erklärt. Korrespondent Matthias Reiche aus dem Haupstadtstudio meint jedoch angesichts der sehr wackeligen Konstellation: Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass es so gekommen ist.

    Katrin Göring-Eckardt (Die Grünen) nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen
    dpa

    Jamaika und die Schuldfrage

    Die FDP beschuldigt die Grünen – die Grünen beschuldigen die FDP. Aber wer hat denn nun wirklich Schuld am Scheitern der Jamaika-Sondierungen? Matthias Reiche aus dem ARD-Hauptstadtstudio meint: Eindeutig ist das nicht zu klären. Es sei aber der Eindruck entstanden, als seien sich Grüne und Union in den vergangenen Wochen tatsächlich deutlich näher gekommen, als man vermutet hätte.

    Peter Tauber (CDU, rechts) und Nicola Beer (FDP)
    dpa

    Tauber: "FDP kommt ihrer Verantwortung nicht nach"

    Auch zwei Monate nach der Bundestagswahl ist nicht klar, wer Deutschland künftig regieren wird: In der Nacht sind die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen gescheitert. CDU-Generalsekretär Peter Tauber kritisiert die FDP nach deren Ausstieg deutlich: Sowohl Union als auch Grüne seien zu großen Zugeständnissen bereit gewesen. Deswegen wirke der Ausstieg der FDP sehr geplant. Sie werde ihrer staatspolitischen Verantwortung nicht gerecht.

    Angela Merkel mit den Spitzen der Grünen
    imago/Christian Ditsch

    "Schwarz-grüne Minderheitsregierung wäre spannend"

    Auch wenn es letzten Endes die FDP war, die die Sondierungsgespräche mit Union und Grünen für beendet erklärt hat – die Schuld am Scheitern der Jamaika-Gespräche sieht der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel bei mehreren Beteiligten: So habe beispielsweise Bundeskanzler Angela Merkel in den Gesprächen sehr wenig Führungskraft gezeigt. Eine Minderheitsregierung mit Union und Grünen fände er ein spannendes Experiment, das aber erst "gelernt werden" müsste.

    ARCHIV - Über eine eigens für ihn gebackene Geburtstagstorte freut sich Boris Becker am 22.11.1996 nach seinem Spiel bei der ATP-WM gegen den Schweden Enqvist.
    dpa/Arne Dedert

    Das ewige "Bobbele"

    Am Mittwoch wird Tennis-Legende Boris Becker 50 Jahre alt. Der Leimener kann auf eine beispiellose Karriere als Tennis-Profi zurückblicken. Doch auch außerhalb des Courts stand "Bobbele" immer wieder in den Schlagzeilen: Ob durch Affären, Samenraub oder zuletzt als Pleitier. Am Montagabend läuft im Ersten die Doku "Boris Becker - der Spieler. Wir sprechen mit Co-Autor Michael Wech.

    Symbolbild Gescheiterte Jamaika-Verhandlungen
    imago/Ralph Peters

    Staatsrechtler: "Grundgesetz macht Neuwahlen schwer"

    Jamaika im Bund wird es - zumindest vorerst - nicht geben, die Sondierungsgespräche sind geplatzt. Für Deutschland bedeutet das eine ernst zu nehmende politischen Krise. Wie geht es weiter? Wir besprechen die möglichen Optionen dem Staatsrechtler Christian Pestalozza von der Freien Universität Berlin. Seiner Meinung nach gebe es viele positive Beispiele für Minderheitsregierungen - und der Weg zu Neuwahlen sei ohnehin sehr kompliziert.

    Angela Merkel nach der gescheiterten Jamaika-Sondierung
    dpa

    Nach Jamaika-Aus: Katerstimmung in der CDU

    Das Scheitern der Jamaika-Sondierungen sind auch eine ganz persönliche Niederlage für Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagt Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel im Inforadio. Wie ist die Gemütslage bei der Union? Das fragen wir Hauptstadt-Korrespondentin Cecilia Reible.

    Menschenkette vor dem Gasturbinenwerk von Siemens in Berlin
    rbb/Karsten Zummack

    Siemens-Mitarbeiter: "Wir umarmen unser Werk"

    Siemens macht Gewinn - in Milliarden! Dennoch will das Unternehmen Stellen streichen. Knapp 900 allein in Berlin. Die Mitarbeiter wollen das so nicht hinnehmen. Um 12 Uhr haben sie am Montag eine Menschenkette rund um das Gasturbinen-Werk in Moabit bilden. Karsten Zummack von der Inforadio-Wirtschaftsredaktion war dort.

    Christian Lindner nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen
    dpa

    Jamaika-Aus: Hat sich die FDP ins Abseits gespielt?

    Mit einem ziemlichen Knall endeten die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen: Die Liberalen stiegen kurz vor Mitternacht aus. Das Vertrauen habe einfach gefehlt. Welche Folgen könnte das für die Partei haben? Und wie gut würde ihr Neuwahlen tun? Das klären wir mit Sebastian Hesse aus dem ARD-Hauptstadtstudio.

    Martin Schulz (SPD)
    imago/Jens Jeske

    Die SPD nach dem Jamaika-Aus

    Durch das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen ist auch die SPD wieder in den Blickpunkt geraten. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Sozialdemokraten doch noch einmal aus der Oppositionsecke kommen, in der sie es sich gerade bequem gemacht haben? Das fragen wir Angela Ulrich aus dem ARD-Hauptstadtstudio.

  • Eisbär auf einer Scholle im nördlichen Kanada (Bild: David Goldman/AP)
    David Goldman/AP

    Klima: Was hat Bonn erreicht?

    Nach einer langen Verhandlungsnacht ist die Weltklimakonferenz zuende gegangen - kurz zuvor hat man sich beim letzten Hauptstreitpunkt noch geeinigt: Der Anpassungsfonds, der zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels in armen Ländern dient, wird fortgeführt. Als Vertreter der Bundesregierung hat der CSU-Politiker Thomas Silberhorn, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister, an der Konferenz teilgenommen. Man sei weiter gekommen, als man sich vorgenommen hatte, so Silberhorn im Inforadio. Deutschland habe seine Beiträge zum Klimaschutz verdoppelt und bis zum Jahr 2020 jährlich vier Milliarden Euro zugesagt.

    Ernste Mienen auf der SPD-Regierungsbank im Potsdamer Landtag am 15.11.17 (Bild: Bernd Settnik/dpa)
    Bernd Settnik/dpa

    Brandenburger SPD: "Ärmel hochkrempeln und arbeiten!"

    Noch nie waren sich Brandenburgs Kommunen und die Landesregierung so fremd wie in diesen Tagen - das beklagen einige Lokalpolitiker im Land. Die umstrittene und letztlich abgesagte Kreisgebietsreform hat das Klima im Land schwer belastet, auch die SPD knabbert kräftig daran. An diesem Samstag trifft sie sich zum Landesparteitag. "Wir müssen lernen, dass man sehr schnell aufeinander hört und sehr schnell nachvollziehbare Entscheidungen trifft", meint Wolfgang Blasig (SPD), Vorsitzender des Brandenburger Landkreistags.

  • Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner spricht am 17.11.2017 nach einer weiteren Runde der Sondierungsgespräche für die sogenannte «Jamaika-Koalition» zwischen CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen vor der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin zu den Journalisten
    dpa/Kay Nietfeld

    Jamaika-Verhandlungen gehen in die Verlängerung

    Der angestrebte Abschluss der Jamaika-Sondierungen ist vorerst gescheitert: Nach knapp 15-stündigen Verhandlungen unterbrachen Union, FDP und Grüne am frühen Freitagmorgen ihre Gespräche ohne eine Einigung. Vor allem über die Flüchtlingspolitik und die Themen Energie, Klima und Verkehr war immer wieder gerungen worden. Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass die Gespräche um 12.00 Uhr weitergehen sollen. Angela Ulrich aus dem Hauptstadtstudio schätzt die Chancen für eine Einigung ein.  

    Berlin Plenarsitzung Abgeordnetenhaus Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhaus am Donnerstag den 16. November 2017.
    imago, Christian-Ditsch.de

    "Die Personallage im Öffentlichen Dienst ist fatal"

    Vor genau einem Jahr haben SPD, Linke und Grüne in Berlin den Koalitionsvertrag für ihr Dreierbündnis vorgestellt. Unter anderem wollte man die Verwaltung modernisieren und mit mehr Personal ausstatten. Wurde dieses Versprechen eingehalten? Die Vorsitzende des Hauptpersonalrats des Landes Berlin, Daniela Ortmann, beklagt noch immer eine "fatale" Lage im Öffentlichen Dienst. Ob Jugend-, Bau - oder Standesämter, ob Polizei, Feuerwehr oder Kindertagesstägen - überall fehle es an Personal. "Es wurde gespart - nicht nur bis es quietscht, sondern bis es kracht", so Ortmann im Inforadio.  

    Kindern in einer Berlin Kita wird am 02.11.2017 aus einem Buch vorgelesen.
    dpa, Maurizio Gambarini

    Ist Lesen im Smartphone-Zeitalter noch cool?

    Lesen bildet, Lesen ist Futter für die Phantasie, Lesen schafft Zugang zur Welt - es gibt wohl niemanden, der das bezweifeln würde. Aber das Lesen hat starke Konkurrenz bekommen, Smartphones und Tablets sind für Kinder und Jugendliche oft attraktiver als das Buch. Der alljährliche Vorlesetag soll das Lesen stärken - mehr als 160.000 Vorleser sind am Freitag unterwegs, auch der rbb beteiligt sich an der Aktion. Wie wichtig das Lesen für Kinder ist und wie sich das Leseverhalten in den letzten Jahren verändert hat - darüber sprechen wir mit dem Psychologen Ralph Radach von der Universität Wuppertal.

    Demonstration von Beschäftigten des Siemens-Dynamowerks für den Erhalt ihres Standorts und ihrer Arbeitsplätze an der Nonnendammallee am 17.11.2017 in Berlin. (Quelle: imago/Mauersberger)
    imago/Mauersberger

    DIW-Experte: "Siemens hätte früher reagieren müssen"

    Siemens baut Tausende Arbeitsplätze ab, schließt Standorte – und erntet Empörung von Politik und Gewerkschaften. "Wenn Aufträge wegblieben, muss Siemens was unternehmen", verteidigt DIW-Experte Karl Brenke das Vorgehen der Konzernspitze. Aber: "Bei den betroffenen Standorten hätte man schon früher neue Produktionslinien einführen müssen." Nicht verstehen kann Brenke die Aufregung unter Politikern: "Das sind die Folgen der Energiewende. Wenn konventionelle Kraftwerke weniger benötigt werden, sinken eben auch dafür die Zulieferungen von Siemens", betont Brenke.

    FDP Parteivize Wolfgang Kubicki (M) spricht mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (l) neben CDU Vize Thomas Strobl am 17.11.2017 in Berlin
    dpa/Michael Kappeler

    Jamaika: Die Wahrscheinlichkeit sinkt

    Die Sondierungen für eine Jamaika-Koalition gehen in die Verlängerung die Gespräche sollen am Freitagmittag weitergehen. Seit 12 Uhr sitzen die Sondierer in der Parteizentrale der CDU, im Konrad-Adenauer-Haus, zusammen. Unser Reporter vor Ort, Alex Krämer, ist wenig optimistisch: "Die Chance auf Jamaika liegt momentan vielleicht bei höchstens 30:70", sagt er im Gespräch mit Leon Stebe.

    CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am 17.11.17 in Berlin (Bild: Kay Nietfeld/dpa)
    Kay Nietfeld/dpa

    "Neuwahl wäre für CSU existenzielle Herausforderung"

    Es hakt zwischen den Grünen und der CSU. Bei den Streitthemen Verkehr, Klima und Migration gab es in der vergangenen Nacht keine Annäherung, das zähe Ringen um Kompromisse geht in die Verlängerung. Die Sondierer stehen vor schweren Stunden,  meint der Politikwissenschaftler und CSU-Kenner Heinrich Oberreuter. Er warnt zugleich: "Von Neuwahlen würden die profitieren, die auf die Etablierten zeigen. Für die CSU wäre das eine existenzielle Herausforderung."  

  • Fahne von Jamaika mit deutschem Bundesadler, Symbolfoto Jamaika-Koalition
    imago, Christian Ohde

    Jamaika: "Es geht ja nicht um Kasperletheater"

    Einen Hurrikan sieht FDP-Mann Wolfgang Kubicki über Jamaika aufziehen. Parteichef Christian Lindner sagt, wenigstens sei man bei den Finanzen etwas weitergekommen. Alles in allem waren die Sondierungen zwischen Union, FDP und Grünen am Mittwochabend wenig produktiv. Manche sprechen sogar von Rückschritten. Marco Buschmann, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, wird den Eindruck nicht los, dass einzelne Sondierer "nur noch in PR-Kategorien denken".

    Ein Panzer und Soldaten stehen am 15.11.2017 in Harare, auf einer Straße, die zum Büro von Präsident Mugabe führt.
    AP, Tsvangirayi Mukwazhi

    Simbabwe: "Das ist ganz sicher das Ende von Mugabe"

    Nach dem Militärputsch in Simbabwe schaut die Welt besorgt auf das afrikanische Land. Präsident Mugabe steht unter Hausarrest. Der 93-Jährige habe seine Ehefrau Grace zu seiner Nachfolgerin machen wollen, lautet der Vorwurf der Militärs. Befürchtet wird nun ein Ausbruch von Gewalt. Ulrich Golaszinski leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Hauptstadt Harare und er sagt: Für Mugabe gibt es kein Zurück mehr.

    Siemens-Mitarbeiter in Berlin am 15.11.2017 (Bild: Paul Zinken/dpa)
    dpa

    Siemens-Betriebsrat ist "von der Konzernspitze enttäuscht"

    Wie sieht die Zukunft von Siemens in Deutschland aus? Gerade auch hier in Berlin? Konzernchef Joe Kaeser hat Einschnitte angekündigt. An diesem Donnerstag sollen die Personalvertretungen konkrete Zahlen bekommen. Berlin wird durch Günter Augustat vertreten. Der Sprecher der Berliner Siemens-Betriebsräte befürchtet drastische Einschnitte - sowohl im Dynamowerk als auch im Gasturbinenwerk. In Richtung Siemens-Führung sagt er: “Ja, Marge muss sein. Aber wir müssen unser Know-how unbedingt erhalten.“ Letztlich seien auch ganz grundsätzlich Forschung und Entwicklung in Deutschland durch die Sparpläne bedroht.

    Sascha Hingst und Jessy Wellmer im neuen Studio (ARD-Mittagsmagazin)
    rbb/Thomas Ernst

    Der rbb stellt das ARD-Mittagsmagazin vor

    Am 2. Januar Punkt 13.00 Uhr geht's los: Dann ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg für das ARD-Mittagsmagazin zuständig - im wöchentlichen Wechsel mit dem ZDF. Heute Vormittag wurde das neue Studio im Zollernhof in Berlin-Mitte vorgestellt, in dem dann Jessy Wellmer und Sascha Hingst, gemeinsam moderieren. Vorab hat Wellmer im Inforadio darüber gesprochen, was die Zuschauer erwartet.

    Angela Merkel spricht bei der Weltklimakonferenz
    imago/Xinhua

    Jamaika und das Klima

    Die Bundeskanzlerin hat nicht den Kohleausstieg versprochen in ihrer Rede vor der UN-Klimakonferenz in Bonn. Sie hat sich zwar zu den deutschen Klimazielen bekannt, hat auch bestätigt, dass die Kohle hier einen wesentlichen Beitrag leisten müsse. Aber: Sie hat im gleichen Atemzug auf soziale Fragen und Arbeitsplätze verwiesen: das sei alles nicht so einfach, auch im reichen Deutschland nicht. Und schließlich verwies sie auf die noch laufenden Sondierungsgespräche zur Regierungs-Bildung. Ernst-Christoph Stolper ist stellvertretender Vorsitzende des "Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland" BUND. Wir sprechen mit ihm über die Rede der Kanzlerin.

    Bestattung (Bild: Imago)
    imago stock&people

    Kassieren Berliner Ärzte für die Vermittlung von Leichen?

    Unter Berliner Bestattern scheint so ein Konkurrenzkampf zu toben, dass sich auch unlautere Praktiken entwickelt haben. Und die haben rbb-Reporter jetzt aufgedeckt. Bereitschaftsärzte sollen Geld bekommen haben, von einem Bestatter in Hellersdorf, wenn sie ihm Tote vermittelt haben. Die Rede ist von 300 Euro pro Verstorbenen. Dabei ist es Ärzten natürlich verboten, Angehörigen einen Bestatter zu empfehlen, und sie zu bestimmten Bestattern zu drängen.

    Mouctar Bah und Nadine Saeed von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. kontrollieren am 18.08.2016 vor einer Brandanalyse im Todesermittlungsverfahren des damals in Deutschland lebenden Sierra Leoner, Oury Jalloh einen mit Sensoren, Schweinehaut und Fett versehenen Dummy in einem Raum im Institut für Brand- und Löschforschung in Dippoldiswalde (Sachsen). Bild: dpa
    dpa Picture Alliance GmbH

    ARD-Bericht: Oury Jalloh wurde vermutlich ermordet

    2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Doch auch nach zwei Landgerichtsprozessen konnte nicht abschließend geklärt werden, wie es zu seinem Tod kam. Die Ermittler vermuteten lange Selbstmord. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse. Dem ARD-Magazin Monitor liegt ein neues Gutachten vor. Demnach ist Jalloh mit hoher Wahrscheinlichkeit ermordet worden. 

    Eine Beschäftigte des Siemens-Werkes in Leipzig (Sachsen) steht am 16.11.2017 bei einer Kundgebung vor ihrem Standort.
    dpa-Zentralbild, Sebastian Willnow

    Siemens: Auch Berlin vom Arbeitsplatzabbau betroffen

    Sechs Milliarden Euro Gewinn hat Siemens vor kurzem vermeldet. Trotzdem soll es Entlassungen geben - auch an Berliner Standorten. Am Donnerstag vormittag wurden die Betriebsräte über die Einzelheiten informiert, mittlerweile auch die Belegschaften. Für Berlin heißt das: Von den bislang fast 12.000 Arbeitsplätzen bei Siemens sollen rund Eintausend wegfallen.

    Bestattung,
    imago, Artur Widak

    Rolle des Arztes bei einem Todesfall: Was ist erlaubt?

    Auch mit dem Tod werden Geschäfte gemacht. Das ist an sich nicht verwerflich, denn eine ganze Branche - die der Bestatter - lebt davon. Fragwürdig wird das Geschäft dann, wenn sich Ärzte von Bestattern bestechen lassen, um denen Aufträge zuzuschanzen oder, im schlimmsten Fall, Druck auf Hinterbliebene zu machen, damit die sich an ganz bestimmte Bestatter wenden. Nach einer rbb-Recherche ist genau das in Berlin passiert. Konkret geht es um drei Ärzte und einen Bestatter. Aber: in der Recherche ist von einer hohen Dunkelziffer die rede. Auch für Günter Jonitz von der Berliner Ärztekammer eine Überraschung. 

  • Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht am 16.12.2015 in Potsdam (Brandenburg)
    dpa-Zentralbild, Bernd Settnik

    "Brandenburger SPD ist demütig"

    Nach viel Kritik an der Kreisgebietsreform hat Rot-Rot in Brandenburg letztlich die Notbremse gezogen – aus dem umstrittenen Projekt wird erstmal nichts. Mit dem Rückzug von einem zentralen Regierungsvorhaben sehen viele die Landesregierung aus SPD und Linke stark geschwächt, auch der aktuelle Brandenburg-Trend verheißt nichts Gutes. Vor der Regierungserklärung von Ministerpräsident Woidke am Mittwochvormittag (live im rbb-Fernsehen und im Livestream auf rbb24.de) sieht SPD-Fraktionschef Bischoff die Regierung in der Pflicht, wieder auf die Kreise und Gemeinden zuzugehen.

    Das Kongo-Tribunal © Realfiction
    Realfiction

    Die Bestie Globalisierung: "Das Kongo-Tribunal"

    Der Krieg in Ostkongo ist unübersichtlich und schwer zu verstehen. Vor allem aber ist er blutig: Rund sechs bis sieben Millionen Menschen sind dort in den letzten 20 Jahren gestorben. Das "Pech" der Kongolesen: Sie leben in einer der an Rohstoffen reichsten Regionen der Welt – und viele multinationale Konzerne wollen diese haben. Wie das mit dem Krieg zusammenhängt, erklärt die aufwühlende Dokumentation "Das Kongo-Tribunal" des Schweizer Regisseurs Milo Rau. Die Journalistin Patricia Corniciuc war mit ihm im Kongo unterwegs und hat beobachtet, wie die Menschen dort auf den Film reagiert haben.

    Russisches Parlament am 15.11.17 in Moskau (Bild: Vyacheslav Prokofyev/imago)
    Vyacheslav Prokofyev/imago

    “Atmosphäre für Journalisten wird immer schwieriger“

    Das russische Parlament hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das es möglich macht, ausländische Medien in Russland zu Agenten zu erklären. Das ist ganz offensichtlich eine direkte Reaktion auf einen Beschluss der US-Regierung. Die hatte verfügt, dass sich der russische Auslandssender “Russia Today“ als Agent in den USA registrieren lassen musste. “Ausländische Medien müssen sich nun an viele bürokratische Regeln halten“, erklärt unser Moskau-Korrespondent Markus Sambale. Das erzeuge noch mehr  Unsicherheit unter den Journalisten, meint er.

    Regierungserklärung von Ministerpräsident Woidke im Brandenburger Landtag (Quelle: rbb-Livestream)
    rbb

    "Woidke hat nicht begeistert"

    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD ist in die Offensive gegangen. Im Parlament in Potsdam gestand er am Mittwoch in Sachen Kreisgebietsreform  Fehler ein. Ein Durchsetzen der Reform hätte eine Spaltung im Land bedeutet. Teile der Opposition wollen das so nicht gelten lassen. CDU und AfD fordern weiter Neuwahlen im Land. Unser Reporter im Potsdamer Landtag, Dominik Lenz, hat einen "durchaus selbstbewussten, aber staubtrockenen" Woidke erlebt: "Heute hat er ganz schön wenig geliefert", meint Lenz.  

    Landrat Siegfried Walch mit Kanzlerin Merkel beim Bayerntag im September 2014 (Bild: Ernst Wukits/imago)
    Ernst Wukits/imago

    CSU-Landrat Walch: "Jamaika nicht um jeden Preis!"

    Die CSU wirft den Grünen Blockade vor, die Grünen werfen wiederum der CSU vor, sie wolle ein Scheitern der Gespräche. Die FDP springt der CSU bei und fordert von den Grünen mehr Entgegenkommen - die Stänkereien zwischen den Jamaika-Sondierern wollen nicht abreißen. Siegfried Walch (CSU) ist Landrat im oberbayerischen Traunstein. Im Inforadio fordert er die Grünen dazu auf, "nicht ideologiegeladen in die Verhandlungen hineinzugehen." Die CSU-Basis sei offen für Jamaika, aber: "Es geht letztlich einzig und allein um die Inhalte."

    CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben spricht im Brandenburger Landtag (Quelle: rbb-livestream)
    rbb

    Senftleben: "Regierung Woidke ist gescheitert"

    Vor zwei Wochen hat die Brandenburger Landesregierung kapituliert und den Stopp der geplanten Kreisgebietsreform verkündet. In seiner Regierungserklärung räumte Ministerpräsident Woidke (SPD), ein, dass die Reform zu stark polarisiert hat. Trotzdem gebe es Veränderungsbedarf in der Brandenburger Verwaltung. Für CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben steht auch nach Woidkes Erklärung fest: "Wir brauchen Neuwahlen. Denn die Regierung Woidke ist an ihrem zentralen Regierungsvorhaben gescheitert."

    Ein Mitarbeiter eines metallverarbeitenden Betriebes schweißt am 18.02.2011 in Kiel eine Naht an einem Werkstück.
    dpa, Carsten Rehder

    28-Stunden-Woche: Das Arbeitszeitmodell der Zukunft?

    Tarifverhandlungen für die Metallbranche setzten immer Maßstäbe für die gesamte Wirtschaft. Das war schon 1984 so, als für die Metaller die 35-Stunden-Arbeitswoche ausgehandelt wurde. Am Mittwoch hat die aktuelle Tarifrunde für die rund vier Millionen  Beschäftigten der Metallindustrie begonnen - und diesmal fordert die IG Metall die 28-Stunden-Woche. "Sehr klug" findet das die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger: "Das kann Frauen ja auch ermöglichen, mehr zu arbeiten", sagt sie. Ein solches Arbeitszeitmodell sei die richtige Antwort auf den Wandel unserer Gesellschaft.

RSS-Feed

Die Inforadio-Welt: Unsere Interviews der vergangenen 7 Tage

Auch auf Inforadio.de

US-Präsident Barack Obama empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 02.05.2014 im Oval Office im Weißen Haus in Washington (USA). (Bild: dpa)
dpa

Nachrichten

Rund um die Uhr besser informiert: Hier finden Sie die Nachrichten der Stunde, einen Überblick über das Wichtigste der vergangenen sieben Tage sowie Wetter und Verkehrs-Informationen.

Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)
dpa

Sport im Inforadio

Ergebnisse, Interviews, Sieger und Verlierer des Tages. Dazu am Wochenende Fußball satt: Erste und zweite Liga live, natürlich mit der Bundesliga-Konferenz und dem Tippspiel.