Interviews

AfD-Anhänger am 6.9.17 in Torgau (Bild: Hendrik Schmidt/dpa)
Hendrik Schmidt/dpa

Die AfD und der Osten

In Sachsen ist die AfD stärkste Kraft geworden, mit hauchdünnem Vorsprung vor der CDU. In Brandenburg wie insgesamt im Osten lag sie in der Wählergunst auf Platz zwei. Jetzt geht die Suche los nach der Antwort: Wer im Osten hat die AfD gewählt - und warum? "Am deutlichsten hat die AfD von bisherigen Nichtwählern profitiert", erklärt infratest-dimap-Geschäftsführer Nico Siegel im Inforadio. Seinen Analysen zufolge ist der klassische AfD-Wähler im Osten "Arbeiter, häufig arbeitslos, eher Mann als Frau und mit mittlerer Schulbildung. Grundsätzlich ist die Anhängerschaft trotzdem sehr heterogen", so Siegel.

Dietmar Woidke (l) tröstet am 25.9.17 Martin Schulz (Bild: Christian Charisius/dpa)
Christian Charisius/dpa

Woidke: "Sind besser aufgestellt als die Bundes-SPD"

Das war kein guter Sonntagabend für die Sozialdemokraten, auch und erst recht nicht für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Die AfD ist in seinem Land zweitstärkste Kraft geworden, hinter der CDU. SPD und Linke folgen mit einigem Abstand. Woidke sieht in der Bundes-SPD den Grund für das schwache Abschneiden: “Wir müssen auch in Brandenburg ein weiteres Erstarken der Rechtspopulisten bei der nächsten Landtagswahl in zwei Jahren verhindern, aber ich mache mir da keine so großen Sorgen. Wir sind hier besser aufgestellt als die Bundes-SPD.“

Petra Pau auf der Wahlparty der Linkspartei
imago/Thomas Lebie

Die Linke: Nichts Halbes und nichts Ganzes

Die Linken haben mit rund 9 Prozent ein ordentliches Ergebnis eingefahren bei der Bundestagswahl 2017. Doch so richtig darüber freuen kann sich niemand in der Partei: Rund 400.000 Wählerinnen und Wähler hat man direkt an die AfD verloren. "Wir müssen deutlich machen, dass die AfD keine Lösungen anbietet", betont die Berliner Spitzenkandidatin der Linken, Petra Pau. Der Linken selbst mache Mut, dass man auch in Westberliner Bezirken zulegen konnte.

Die Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt
dpa

"Unsere Messlatte: Wie viel Grün können wir umsetzen?"

Das Fazit der Bundestagswahl 2017 fällt bei den Grünen sehr gespalten aus: Trotz leichter Gewinne ist man nur noch die sechste Kraft, dennoch könnte man Teil einer Regierungskoalition werden. Lisa Paus stellt in Aussicht, dass ihre Partei für ernsthafte Gespräche mit Union und FDP zur Verfügung steht. Es müsse aber sichtbar grüner Inhalt sichtbar sein, wenn es zu einer Jamaika-Koalition kommen solle.

Beatrix von Storch, stellvertende Parteisprecherin der Partei Alternative für Deutschland (AfD),
dpa, Bernd Von Jutrczenka

AfD: "Wir werden die Regierung vor uns hertreiben"

Die AfD sitzt erstmals im Deutschen Bundestag – und das gleich mit 12,6 Prozent. Die Berliner Spitzenkandidatin Beatrix von Storch kündigt im Inforadio an, die Regierung hart anzugreifen. Das wolle man "hart in der Sache, aber sachlich im Ton" tun. Eine Spaltung ihrer Fraktion angesichts der unterschiedlichen Flügel und des Verzichts der Ko-Vorsitzenden Frauke Petry befürchtet sie nicht.

Zusammengefaltete SPD-Kartons
imago/ZUMA Press

SPD: "Das müssen wir erstmal verdauen"

20,5 Prozent – so das niederschmetternde Ergebnis für die SPD bei der Bundestagswahl 2017. Die Berliner Spitzenkandidatin Eva Högl gesteht ein, dass man sich davon erst einmal erholen muss – und das will man als Oppositionsführer tun: Diese Rolle will  man nicht der AfD überlassen. Außerdem bestätigt Högl die Gerüchte, nach denen Andrea Nahles neue Fraktionsvorsitzende der SPD werden soll.

Angela Merkel bedankt sich bei der Partei
Reuters Pool

CDU: "Es wird um Maß und Mitte gehen"

Die Union hat dramatisch verloren bei der Bundestagswahl 2017, dennoch obliegt es Angela Merkel, eine neue Regierung zu bilden. Die SPD will nicht, AfD und LINKE kommen nicht in Frage – bleiben nur FDP und Grüne. Kulturstaatsministerin Monika Grütters  sagt: Schon alleine deswegen werde es in den kommenden Gesprächen um "Maß und Mitte" gehen. Sie warnt ihre Partei davor, jetzt aus Angst vor der AfD weiter nach rechts zu rücken – das habe bei den vergangenen Landtagswahlen nichts genützt.

Wahlparty der FDP
dpa

FDP: "Es hängt alles an den Inhalten"

Die FDP ist eine der großen Gewinnerinnen der Bundestagswahl 2017: Mit 10,7 Prozent zurück im Bundestag – und eventuell sogar gleich zurück in der Regierung. Denn ein Jamaika-Bündnis mit Union und Grünen scheint im Moment die einzig mögliche Koalition zu sein. Brandenburgs FDP-Spitzenkandidatin Linda Teuteberg will aber keine Koalition um jeden Preis: Die Menschen hätten die FDP ja nicht gewählt, um sie zu belohnen, sondern damit sich etwas verändert.

Stimmzettel zum Volksbegehren Tegel
dpa

Müller: "Tegel ist keine Zukunftsperspektive"

Mehr als die Hälfte der Wähler in Berlin haben sich beim Volksbegehren Tegel dafür entschieden, dass der Senat nun doch an einer Offenhaltung des Flughafens TXL arbeiten soll. Eine herbe Niederlage für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), die in seinen Augen mehr mit Emotionen und BER-Frust zu tun hat, als mit Fakten. Dennoch muss er nun Gespräche mit den anderen Gesellschaftern, also dem Land Brandenburg und dem Bund, anstreben und wird das auch tun. Hoffnung macht er den Tegel-Befürwortern aber keine.

Sebastian Czaja (FDP)
dpa

Czaja: "Müller muss jetzt zeigen, dass er die Berliner ernstnimmt"

Das Votum der Berliner Wählerinnen und Wähler für eine Offenhaltung des Flughafens Tegel ist zu großen Teilen ein Erfolg der FDP, die das Thema vor allen anderen auf den Tisch packte. Der Berliner FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja freut sich natürlich über das Abstimmungsergebnis und sieht den Ball nun im Feld des Regierenden Bürgermeisters: Der müsse jetzt Gespräche mit Brandenburg aufnehmen, damit Tegel offenbleiben könne.

Interview-Archiv

  • Wahlkampf der CDU am 22.9.17 in Fritzlar (Bild: Peter Hartenfelser/imago)
    Peter Hartenfelser/imago

    Wahlkampf 2017 - mau oder explosiv?

    Der Wahlkampf ist fast vorbei, am Sonntag sind die Bürger gefragt. In der letzten Woche vor der Bundestagswahl legten sich die Kandidaten noch mal ins Zeug - Auftritte und Interviews im Stundentakt. Viele Beobachter empfanden den Wahlkampf-Marathon als träge und langweilig, andererseits gab es bei zahlreichen Politiker-Auftritten massive Störaktionen. Zu welchem Fazit kommt Martin Mair aus unserem Hauptstadtstudio?

    VW Up-Amaturen (Bild: imago/bilky)
    imago/bilky

    Ablenkungsfalle Auto

    Telefonieren mit dem Handy im Auto soll künftig deutlich schärfer als bislang bestraft werden, so hat es der Bundesrat am Freitag beschlossen. Aber was ist mit der Ablenkung im Auto durch "Unterhaltungselektronik", durch all die Bedienknöpfe und auch den Navi? Professor Berthold Färber von der Universität der Bundeswehr in München beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Systemen zur Fahrassistenz und der Verkehrssicherheit. Welche Technologie kann dabei helfen, die Ablenkung im Auto einzudämmen?

    US-Präsident Trump spricht vor der UN-Vollversammlung
    imago/Li Rui

    Hat Trump die Vereinen Nationen beschädigt?

    Erstmals sprach US-Präsident Donald Trump im UN-Plenarsaal zu der versammelten Weltgemeinschaft. Sowohl gegen Nordkorea als auch gegen den Iran teilte er heftig aus. Viele Politiker und Beobachter haben den Auftritt Trumps als Tabubruch bewertet - ausgerechnet auf dem friedlichen Forum der UN drohte er einer anderen Nation mit Auslöschung. Zudem betonte er, jede Nation solle in ihrem eigenen Interesse handeln - angelehnt an Trumps Slogan "America First". Über die Folgen dieses Auftritts sprechen wir mit der Konfliktforscherin Carmen Wunderlich.   

  • Bundesaußenminister Gabriel spricht am 21.09.2017 vor der UN-Volleversammlung (Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa)
    Bernd von Jutrczenka/dpa

    Gabriel geht mit Trump hart ins Gericht

    Sigmar Gabriel würde auch nach der Bundestagswahl gern Außenminister bleiben. In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York bringt er sich dafür in Stellung. Trumps  "Amerika zuerst" hält er "internationale Verantwortung zuerst" entgegen. Gabriel warnte vor "nationalem Egoismus" und rief zu Widerstand gegen Trumps Weltsicht auf. Unser USA-Korrespondent Georg Schwarte fasst die Rede und alle weiteren Entwicklungen auf der UN-Generalversammlung zusammen.  

    Polizist sichert Berlin-Marathon im Jahr 2012 ab (Bild: imago/Stefan Zeitz)
    imago/Stefan Zeitz

    Polizei will "flexibel und offensiv" präsent sein

    Zum Berlin-Marathon werden am Wochenende über 60.000 Läufer, Skater und Rollstuhlfahrer erwartet, hinzu kommen hunderttausende Zuschauer an der Strecke. Der Lauf geht quer durch die Stadt - und dann wird am Sonntag auch noch gewählt. Die Polizei ist im Großeinsatz: "Allein für den Marathon stellen wir 850 Polizeikräfte ab", erklärt Markus van Stegen, Berlins oberster Verkehrspolizist. An der Strecke werde man präsenter, flexibler und mobil wahrnehmbar sein, kündigt er an.  

    Blick auf das Hauptgebäude und den Tower des Flughafens Tegel
    dpa/Jörg Carstensen

    Vor dem Volksentscheid: Pro und Contra Tegel

    Am Sonntag wird in Berlin abgestimmt - nicht nur über die Zusammensetzung des neuen Bundestages, sondern auch über die Zukunft des Flughafens Tegel. Es geht darum, ob der Airport nach Eröffnung des neuen Flughafens BER geschlossen werden soll. Der Volksentscheid ist rechtlich aber nicht verbindlich, weil nicht über einen Gesetzentwurf abgestimmt wird. Auswirkungen auf die Politik wird der Entscheid aber dennoch haben - darüber sprechen wir mit unserer landespolitischen Korrespondentin Ute Schuhmacher.  

    Reinhard Buetikofer, Buendnis 90/Die Gruenen, MdEP.
    imago/Thomas Trutschel/photothek.net

    Bütikofer: "Trump zerstört den Raum für Diplomatie"

    Gerät das zäh ausgehandelte Atomabkommen mit dem Iran ins Wanken? Auf Drohungen von US-Präsident Trump reagiert der iranische Präsident Ruhani seinerseits mit harschen Worten: Sein Land werde seine militärischen Fähigkeiten stärken, die zur Abschreckung notwendig sind, sagte Ruhani am Freitag in einer Fernsehansprache. Der Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer hofft auf eine Beruhigung der Lage: "Ruhanis Worte muss man als Effekt auf Trumps Inszenierung verstehen. Denn Trumps Kurs stärkt Ruhanis Hardline-Kritiker im eigenen Land."

    Junge Waehler testen den Wahl-O-Mat
    imago/Liesa Johannssen

    Junge Wähler: Flüchtlingspolitik steht über allem

    Wie sehr beeinflusst der Wohnort die Wahlentscheidung? Was hat das Umfeld mit der politischen Einstellung zu tun? rbb-Reporter Max Ulrich hat junge Leute in Deutschland gefragt, was sie vor der Wahl bewegt: "In strukturschwachen Regionen sind auch die jungen Leute sehr unzufrieden, viele wollen gar nicht erst wählen gehen. In wohlhabenden Gegenden herrscht dagegen unter Studenten keinerlei revolutionäre Atmosphäre. Zur Flüchtlingspolitik hat übrigens jeder eine Meinung", fasst Max Ulrich seine Erkenntnisse zusammen.

    Ein Wähler gibt am 13.09.2015 im Wahllokal in der Kraienbruch-Schule in Essen (Nordrhein-Westfalen) bei der Wahl seine Stimme ab.
    dpa/Ina Fassbender

    Engert: Kein Verständnis für Nichtwähler

    Die letzten Broschüren werden verteilt, die letzten Reden gehalten - der Wahlkampf neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag wird abgestimmt, doch auch diesmal wird es wieder zahlreiche Bürger geben, die auf ihr Wahlrecht verzichten. Jürgen Engert, langjähriger Chefredakteur des SFB-Fernsehens und Gründungsdirektor des ARD-Hauptstadtstudios, hat dafür kein Verständnis. Im Inforadio erläutert er, warum der Wahlgang für ihn noch immer etwas Besonderes ist - und warum er eine Wahlpflicht ablehnt.

    Schwerpunkt-Kontrolle der Polizei Köln
    imago/Christoph Hardt

    Schärfere Gesetze sollen Raser stoppen

    Wer an illegalen Autorennen teilnimmt, wird künftig deutlich härter bestraft - dafür hat der Bundesrat am Freitag den Weg frei gemacht. Statt Bußgelder drohen nun Gefängnisstrafen. Die Gewerkschaft der Polizei unterstützt diese Verschärfung "zu 100 Prozent", wie der Vize-Bundesvorsitzende Arnold Plickert im Inforadio sagte. Bei den Tätern handele es sich meist um junge Männer mit einem "hohen Macho- und Imponiergehabe", ihre Autos würden zu tödlichen Waffen. "Es muss ein deutliches Signal in diese Gruppe gesendet werden", so Plickert.

    Stimmzettel für die Bundestagswahl und Parteilogos der großen Parteien, Bundestagswahl 2017
    imago/Christian Ohde

    Es wird spannend: Der Wahlabend im Inforadio

    61,5 Millionen Wähler sind am Sonntag aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben - für insgesamt 4.828 Kandidaten aus 42 Parteien. Auch in der Inforadio-Redaktion laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die Wahl-Sondersendung beginnt um kurz vor 18.00 Uhr. Was die Hörer genau erwartet, weiß Inforadio-Redakteur Bernhard Kempf.

    31. Januar 2016: Cottbus, Stadion der Freundschaft:
    imago sportfotodienst

    Druck von rechts

    Die rechtsextreme Fangruppierung "Inferno" übt offenbar nach wie vor Druck auf die Fanszene des FC Energie Cottbus aus. Das soll auch der Grund dafür sein, dass sich jetzt die größte Fan-Gruppe des Fußballvereins, Ultima Raka, aufgelöst hat - die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" hatten zuerst davon berichtet.  rbb-Reporter Sebastian Schiller sagte im Inforadio, es gebe sogar "Hausbesuche" von "Inferno"-Mitgliedern, bei denen Energie-Anhänger bedroht würden. "Es wird direkt gesagt: Entweder ihr macht das, was wir von euch verlangen - oder es kann ganz schlimm enden."  

  • Digitale Helfer sollen künftig den Krankheitsverlauf von Demenz und Alzheimer verlangsamen
    dpa-Zentralbild, Britta Pedersen

    Kampf gegen Alzheimer: Forschung hofft auf Polyamine

    In Deutschland gibt es 1,6 Millionen Demenzkranke. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Erkrankung vom Typ Alzheimer. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) bietet anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags am Donnerstag eine Checkliste für ein gesundes Altern an. Große Hoffnung setzt die Forschung derzeit auf sogenannte "Polyamine". Das sind körpereigene Nahrungsergänzungsmittel, die geistigen Abbau vorbeugen könnten, erklärt Dr. Miranka Wirth von der Berliner Charité. "Polyamine haben sehr großes Potenzial", erklärt sie.

    Esra Kücük (Bild: Uta Langkafel)
    Uta Langkafel

    Gefährdet Vielfalt den Zusammenhalt?

    Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat ihn, einen "Migrationshintergrund". Jetzt sagen die einen: das ist eine Chance - Deutschland wird vielfältiger, offener. Aber: andere wiederum tun sich schwer mit den neuen Nachbarn, warnen dabei vor einer "Überfremdung". Wir fragen heute: was ist der Kitt, der diese Gesellschaft zusammenhält? Esra Kücük hat die junge Islam-Konferenz mit gegründet - und sagt: "Wir müssen den Wandel unserer Gesellschaft positiv betrachten. Wir brauchen da ein positives Leitbild und Visionen."

    Ein Unterstützer der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens hält am 16.09.2017 in Barcelona (Spanien) vier Finger als Zeichen für die vier Balken der Estelada-Flagge (der offiziellen Flagge der autonomen spanischen Region Katalonien) hoch
    dpa/AP/Emilio Morenatti

    Katalonien-Konflikt: "Das ist ein Dilemma"

    Am 1. Oktober will die katalanische Regionalregierung über eine Unabhängigkeit von Spanien abstimmen lassen - die Regierung in Madrid reagiert mit Durchsuchungen und Festnahmen der Initiatoren, die Menschen in Barcelona gehen wiederum auf die Straßen und demonstrieren. "Es geht um tief sitzende und historisch verfestigte Verwerfungen", erklärt der Katalonien-Experten Peter A. Kraus von der Universität Augsburg. Eine schnelle Lösung der Krise sieht er nicht: "Das ist eine Sackgasse, ein Patt, ein Dilemma."  

    Ein Mann geht am 20.09.2017 an zerstörte Häuser in Jojutla (Mexiko) vorbei
    dpa/AP/Eduardo Verdugo

    Mexiko: Regen erschwert Rettungsarbeiten

    Es ist ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit - und gelebte Solidarität: In Mexiko helfen Zehntausende Menschen, die Trümmer abzutragen, um noch Überlebende des verheerenden Erdbebens zu finden. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 230 gestiegen. Verzweifelt suchen die Retter in den Trümmerbergen weiter nach Überlebenden. Aus Mexiko-City berichtet unsere Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann.

    Wähler auf dem Weg zur Abstimmung in einem Wahllokal in Berlin-Prenzlauer Berg
    imago/Seeliger

    Droht Berlin ein Wahl-Marathon-Chaos?

    Noch drei Tage bis zur Bundestagswahl - der Countdown läuft. In Berlin läuft er aber nicht nur für die Wahl, sondern auch für den Volksentscheid zur Zukunft des Flughafens Tegel und für den Berlin-Marathon. Berlins Landeswahlleiterin Petra Michaelis versicherte jedoch im Inforadio: "Jeder wird sein Wahllokal erreichen können!" Von den Marathon-Sperrungen seien 20.000 Wahlberechtigte betroffen - sie seien über die Sperrzeiten und die besten Querungsmöglichkeiten informiert worden. Worauf Sie beim Gang zum Wahllokal achten müssen, erfahren Sie hier in einer interaktiven Karte.

    Container mit Schriftzug CETA
    dpa-Zentralbild, Jens Büttner

    CETA: Muster-Abkommen oder schlechter Deal?

    Seit Mitternacht ist das umstrittene europäisch-kanadische Freihandelsabkommen in weiten Teilen in Kraft. Mit CETA werden Zölle und andere Handelsschranken abgebaut - die EU-Kommission lobt den Pakt als Muster-Abkommen. Diese Einschätzung teilt der Grünen-Politiker Karl Bär allerdings nicht. In den Regelungen für den Investorenschutz sieht er einen Eingriff in die Demokratie, zudem befürchtet er, dass durch den Wegfall von Zöllen und Importbeschränkungen - zum Beispiel bei Fleisch - der Druck auf die hiesigen Kleinbauern größer wird.

    Flugzeuge von Air Berlin auf dem Flugfeld in Tegel
    imago/Michael Täger

    Air Berlin: Gläubiger prüfen Kaufangebote

    Das Rennen um Air Berlin geht auf die Zielgerade: In Berlin beraten am Donnerstag die Gläubiger über Kaufangebote für die insolvente Fluggesellschaft. Eine Entscheidung soll am Montag bekanntgegeben werden. Die Lufthansa teilte inzwischen mit, dass sie keine Langstrecken-Flugzeuge von Air Berlin übernehmen will. Bei den "Air-Berlinern" sei die Stimmung mittlerweile sehr schlecht, wie es weitergehe, sei völlig unklar, berichtete Inforadio-Wirtschaftsreporter Johannes Frewel.  

    Katalonien-Konflikt
    imago/Mercedes Menendez

    Gibt es ein Recht auf Unabhängigkeit?

    In Spanien wächst die Sorge, denn im Katalonien-Konflikt verhärten sich die Fronten immer mehr. Die katalanische Regierung will am 1. Oktober ein "verbindliches Referendum" über die Unabhängigkeit vom EU-Land durchführen - gegen den Willen der spanischen Zentralregierung. Der Staatsrechtler Christian Pestalozza sagte im Inforadio, betroffen von dem Unabhängigkeitsstreben eines Teils der Nation sei immer auch der Rest des Staates. Deshalb könne dieser Teil, der sich loslösen wolle, das nicht für sich entscheiden.

  • Raketentest der südkoreanischen Armee auf einem nicht genannten Übungsgelände in Südkorea
    South Korea Defense Ministry

    "Atomwaffenverbotsvertrag kommt zum richtigen Zeitpunkt"

    Seit Mittwoch liegt der Atomwaffenverbots-Vertrag bei den Vereinten Nationen zur Unterzeichnung aus. Verabschiedet wurde er im Juli - doch keiner der neun bekannten Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind, wird unterzeichnen. Auch Deutschland und andere Nato-Mitglieder halten sich fern. SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich, widerspricht der Auffassung der Bundesregierung: "Diese Initiative ist wertvolll und kommt zum richtigen Zeitpunkt."

    BSR-Chefin Tanja Wielgoß am 6.3.2015 in ihrem Büro (Bild: Christian Kielmann/imago)
    Christian Kielmann/imago

    BSR-Chefin: Diesel bleibt vorerst unverzichtbar

    Der Dieselskandal ist nach wie vor in aller Munde, auch und gerade im abgasgeplagten Berlin. Grund genug für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), heute zu einem Gipfel ins Rote Rathaus zu laden. Mit dabei sind Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Verbänden, die nach Lösungen suchen wollen, um Fahrverbote in Berlin zu verhindern. Auch BSR-Chefin Tanja Wielgoß nimmt am Treffen teil. Im Inforadio räumt sie ein: "Bei Müllfahrzeugen gibt es bislang kaum Alternativen zum Diesel, wenngleich die Hälfte dieser Flotte schon mit Biogas betrieben werden", erklärt sie. Von Elektromobilität ist man aber aus technischen Gründen noch weit entfernt.

    US-Präsident Donald Trump spricht am 19.09.2017 in New York (USA) bei der UN-Generaldebatte der Vereinten Nationen.
    dpa/AP/Seth Wenig

    Trumps Premiere vor der UN-Vollversammlung

    US-Präsident Trump hat zum Auftakt der UNO-Generaldebatte Nordkorea und den Iran scharf angegriffen. Nordkorea drohte Trump mit völliger Zerstörung, sollte das kommunistische Land Amerika oder seine Verbündeten angreifen. Dem Iran warf er vor, es verberge hinter der Maske der Demokratie eine korrupte Diktatur. In seiner gut 40-minütigen Rede  - die erste vor der UN-Vollversammlung - beschwor Trump die Eigenverantwortung der Nationen. Für ihn werde Amerika immer an erster Stelle stehen. Wie ist die Rede aufgenommen worden? Wir sprechen darüber mit dem USA-Korrespondenten Georg Schwarte.  

    in neunjähriger Junge verdient sein Taschengeld durch Sammeln von Pfandflaschen
    imago/imagebroker

    Kinderarmut: Ausgegrenzt - ausgelacht

    Im Kampf gegen die Kinderarmut hat der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge eine politische Großoffensive gefordert. "Man muss auf allen Ebenen ansetzen", sagte er am Mittwoch, dem Weltkindertag, im Inforadio. Es sei erschreckend, dass das Thema Kinderarmut von den etablierten Parteien so gut wie nicht behandelt werde - dabei seien die Auswirkungen dramatisch. Armut sei gerade für Kinder und Jugendliche "enorm deprimierend, demütigend und erniedrigend".

    Rettungskräfte und Freiwillige durchsuchen am 19.09.2017 die Trümmern eines eingestürzten Hauses in Mexiko-Stadt
    AP, Enric Marti

    Viele Tote nach schwerem Erdbeben in Mexiko

    Zum zweiten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen hat ein schweres Erdbeben Mexiko getroffen - mit katastrophalen Folgen: Über 200 Menschen kamen ums Leben, die meisten in Mexiko-Stadt. Das Beben ereignete sich ausgerechnet am Jahrestag der Katastrophe von 1985 - damals wurden etwa 10.000 Menschen getötet. Charlotte Krawczyk ist Professorin für Geophysik am Geoforschungszentrum Potsdam - sie erläuterte im Inforadio, warum gerade der Süden Mexikos so stark erdbebengefährdet ist.

    Schwere Schäden durch Erdbeben in Mexiko
    imago/Berenice Fregoso

    Suche nach Verschütteten: THW steht bereit

    In Mexiko läuft die Suche nach Opfern, die bei dem starken Erdbeben am Dienstag verschüttet wurden. Bisher ist von annähernd 220 Toten die Rede, die Behörden gehen davon aus, dass diese Zahl noch steigen wird. Nachbeben erschweren die Rettungsarbeiten, vielerorts ist die Stromversorgung zusammengebrochen. Das Technische Hilfswerk hat Mexiko seine Hilfe angeboten. THW-Präsident Albrecht Broemme sagte im Inforadio, man könne "jederzeit aus dem Stand heraus innerhalb von sechs Stunden" abfliegen. Helfen könne man aber auch von Deutschland aus.  

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US-Präsident Barack Obama empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 02.05.2014 im Oval Office im Weißen Haus in Washington (USA). (Bild: dpa)
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Hertha BSC - Olympiastadion (Bild: dpa)
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Ergebnisse, Interviews, Sieger und Verlierer des Tages. Dazu am Wochenende Fußball satt: Erste und zweite Liga live, natürlich mit der Bundesliga-Konferenz und dem Tippspiel.