Interviews

Sorbischer Zapust in Drachhausen, Foto: Patrick Pleul/dpa

Mit Zampern den Winter vertreiben

Wir reden jetzt über's Zampern. Das ist eine alte sorbische Tradition, die verkleidete Dorfjugend zieht von Haus zu Haus, gibt ein Ständchen und sammelt Essen und Geld ein. Damit soll der Winter vertrieben, Dämonen und Gefahren vom Dorf ferngehalten werden. Das Zampern erfreut sich nicht nur in ursorbischen Dörfern in Brandenburg großer Beliebtheit, sondern zum Beispiel auch in Gräbendorf, das liegt im Landkreis Dahme-Spreewald nicht weit von Prieros entfernt. Irina Grabowski spricht mit dem dortigen Ortsvorsteher Reiner Kunze.

"Griechenland muss gekaufte Zeit nun nutzen"

Griechenland ist erst einmal wieder gerettet. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft vier Monate länger. Der Ökonom Jens Bastian rät der griechischen Regierung nun, "die gekaufte Zeit auch zu nutzen". Konkret: Regierungschef Tsipras müsse die geplante Abschaffung z.B. der Immobiliensteuer überdenken, Kapital- und Steuerflucht müssten beendet und der Kampf gegen Korruption verstärkt werden. Und Deutschland wiederum könne Athen bei der Schaffung einer Steuerakademie helfen.

Eine junge Frau mit Kippa, im Hintergrund der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz (Bild: imago)

Kolat weist Schuster-Thesen zurück

"Es ist die Frage, ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben." Diese Aussage von Josef Schuster, dem Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (am Donnerstagmorgen im Inforadio) hat für eine große Debatte gesorgt. Integrationssenatorin Dilek Kolat kann dem nicht folgen. Antisemitismus komme in Berlin vor allem von Rechtsextremen - und sei kein Problem einzelner Bezirke.

Boris Nemzow im April 2012 auf dem Roten Platz in Moskau (Bild: dpa)

Oppositionspolitiker Nemzow erschossen

Kurz vor einer geplanten Großdemo in Moskau erschüttert der Mord am prominenten Dissidenten Nemzow die Opposition. Aktivisten vermuten eine politisch motivierte Tat, Putin spricht von einer Provokation. Nemzow galt in den 1990er Jahren als potentieller Nachfolger von Boris Jelzin. Noch wenige Stunden vor seinem Tod übte er scharfe Kritik an der russischen Ukraine-Politik. Zudem soll Nemzow an einem Report gearbeitet haben, der eine direkte russische Verwicklung in den Separatistenaufstand in der Ostukraine belegen sollte.

Interview-Archiv

  • Bundestagsbgeordnete stimmen am 27.2.2015 in namentlicher Abstimmung über die Verlängerung des Hilfspaketes für Griechenland ab. (Bild: dpa)

    "Fakt ist, dass Griechenland wiederholt insolvent war"

    Kaum hat Griechenland die weitere Hilfszusage der Eurogruppe in der Tasche, warnt Finanzminister Varoufakis vor Zahlungsproblemen und fordert erneut einen Schuldenschnitt. Nicht nur die griechische Regierung sieht kein Ende des Schuldendramas. Immer mehr Politiker und Ökonomen fordern den so genannten Grexit, den Euro-Ausstieg Griechenlands. Jürgen Stark, ehemaliges Mitglied des Direktoriums sowie Chefvolkswirt der EZB und Mitglied des EZB-Rats, warnt davor, die Griechenlandhilfen könnten auf Dauer ein Fass ohne Boden werden. Denn zahlen müsse das letztlich der europäische Steuerzahler.

    Abgeordnete werfen am 27.02.2015 im Bundestag in Berlin ihre Stimmkarten in eine Wahlurne. [dpa]

    Bosbach lehnt Verlängerung der Griechenland-Hilfen ab

    Der Deutsche Bundestag hat der Verlängerung der Finanzhilfen für Griechenland mit großer Mehrheit zugestimmt. Eine Reihe von Unionspolitikern wollten den Antrag von Bundesfinanzminister Schäuble jedoch nicht mittragen. Auch der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat gegen die Verlängerung der Hilfen gestimmt. Die von Athen vorgelegte Liste mit Reformen sei vage und enthalte eine "modifizierte Verlängerung des Hilfsprogramms, ohne dass die ökonomischen Probleme des Landes nachhaltig gelöst worden sind." Im Gespräch mit Oliver Rehlinger erklärt er, warum er zweifelt, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen kann.

    Neue Korruptionsaffäre am BER?

    Am BER-Flughafen gibt es offenbar einen neuen Korruptionsfall. Unter Verdacht stehen ein ehemaliger Bau-Bereichsleiter der Berliner Flughafengesellschaft und vier frühere leitende Mitarbeiter einer Firma, die im Auftrag des BER tätig ist. Der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses, Martin Delius, ist verwundert, dass die Flughafengesellschaft nach wie vor mit dieser Firma zusammenarbeitet. Im Gespräch mit Sabine Dahl bezweifelt er auch die Darstellung des Chefs der Flughafengesellschaft, Hartmut Mehdorn, dass der Gesellschaft durch diesen Korruptionsfall kein Schaden entstanden sei.

    Christenverfolgung in Afrika und Nahost (Bild: dpa)

    "Wahrscheinlich sollen Gefangene frei gepresst werden"

    Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat im Nordosten Syriens offenbar deutlich mehr assyrische Christen entführt als zunächst angenommen. Die Islamisten hätten in den vergangenen drei Tagen elf Dörfer überfallen und mindestens 220 Menschen verschleppt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter den Opfern sollen viele alte Menschen, Frauen und Kinder sein. Tausende Menschen sind auf der Flucht. Auch von Hinrichtungen war die Rede. Johann Roumee ist Vorsitzender des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland. Er konnte im Gespräch mit Oliver Rehlinger die Meldungen über Hinrichtungen nicht bestätigen.

  • Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht durch die Stadt (Bild: dpa)

    Berlins Straßen werden gefährlicher

    Am Donnerstagvormittag legt die Polizei die aktuelle Unfallstatistik für Berlin vor, und so viel ist bereits klar: Im vergangenen Jahr gab es mehr Tote, mehr Verletzte und mehr Unfälle in der Hauptstadt. Damit entspricht Berlin dem bundesweiten Trend. Mehr als die Hälfte der Getöteten waren Fußgänger, auch einige Radfahrer waren unter den Todesopfern. Der Unfallforscher Siegfried Brockmann findet: es gibt noch viel zu tun und sieht eine Lösung in der Analyse von Fußgängervehalten.

    Teilnehmer der Kundgebung «Steh auf! Nie wieder Judenhass!» des Zentralrats der Juden in Deutschland vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Bild: DPA)

    "Sicherheit ist A und O im jüdischen Leben"

    Rund 350 junge jüdische Erwachsene treffen sich ab Donnerstag in Berlin zu ihrem Jugendkongress 2015. Hauptthema ist das deutsch-israelische Verhältnis – die diplomatischen Beziehungen beider Länder feiern in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Doch ist den jungen Juden tatsächlich nach Feiern zumute, in Zeiten, in denen in ganz Europa steigender Antisemitismus beklagt wird? Eyal Levinsky vom Jugendzentrum Olam Berlin ist überzeugt: "Im Endeffekt lässt sich alles mit Worten klären".

    Screenshot: Imam Sheikh Abdel Moez al-Eila predigt in einem Youtube-Video verächtlich über Frauen (Screenshot von http://tapferimnirgendwo.com/2015/02/01/eine-predigt-mit-vagina-und-anus/ am 04.02.15)

    "Das ist ein politisches Signal aus Neukölln"

    Am Mittwochabend hat sich das Neuköllner Bezirksparlament mit breiter Mehrheit für ein Verbot des Trägervereins der umstrittenen Al-Nur-Moschee ausgesprochen. Die SPD signalisierte schon vor der Abstimmung ihre Unterstützung des entsprechenden Verbotsantrags der CDU. Jetzt muss die Senatsinnenverwaltung darüber entscheiden. Mit welchem Votum rechnet der Fraktionschef der Berliner CDU, Florian Graf?

    Griechische Fahnen vor dem Parlamentsgebäude in Athen, 16. Februar 2015 - Foto: dpa

    Kipping: "Wir können von einem neuen Zeitgeist reden"

    Am Freitag entscheidet der Bundestag über die Verlängerung des EU-Hilfsprogramms für Griechenland. Am Donnerstag muss die Union noch ihre Marschroute finden. Vereinzelt gibt es kritische Reaktionen auf die von Athen vorgelegte Reformliste, die zugleich Voraussetzung für die längeren Hilfszahlungen war. Die Linke unterstützt die neue griechische Regierung und ihre Bundesvorsitzende Katja Kipping ist begeistert vom Ausstieg aus der disziplinierten sparsamen Troika-Hörigkeit.

    Ein Krankenpfleger schiebt am 25.07.2014 in Berlin an der Charite ein Krankenbett durch eine Station (Quelle: dpa)

    Auf Alarmsignale achten

    Ein ehemaliger Krankenpfleger ist wegen Mordes an Patienten vom Landgericht Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Mann wurde zweifacher Mord, zweifacher Mordversuch und gefährlicher Körperverletzung an Patienten im Klinikum Delmenhorst nachgewiesen. Im Prozess gestand der Mann sogar, für den Tod von bis zu 90 Patienten verantwortlich zu sein. Karl-Heinz Beine, Professor für Psychiatrie am Marienhospital in Hamm, sagt im Gespräch mit Dietmar Ringel, aus Patientensicht sei nicht hundertprozentig auszuschließen, dass man einem solchen Pfleger begegnet. Es gäbe allerdings Alarmsignale, auf die man unbedingt achten sollte.

    Verkehrsunfall-Prävention, Stuntshow auf dem EFORT Orthopädenkongress Berlin, Foto: Annette Miersch, rbb-Inforadio

    Mehr Unfalltote: Gaebler kündigt Konsequenzen an

    Auf Berlins Straßen ist im vergangenen Jahr alle 30 Minuten ein Mensch verunglückt. 52 Personen starben, das waren 15 mehr als im Jahr davor. Die meisten Opfer waren Fußgänger und Radfahrer. Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler sieht im milden Winter einen Grund für die gestiegenen Zahlen - aber auch in der wachsenden Stadt, die eben auch mehr Verkehrsteilnehmer mit sich bringe. Gleichzeitig mahnt auch Gaebler an: Die  Unfallkommission des Landes müsse effektiver werden.

  • Pro-Russische Protestierer auf einem eroberten Panzer in Mariupol, Ukraine, 09 May 2014. Foto: EPA/dpa

    "Das Wichtigste ist, dass Frieden herrscht"

    Trotz einer neuen diplomatischen Initiative im Ukraine-Konflikt in Paris dauert der Streit um den Abzug schwerer Waffen aus dem Kriegsgebiet Donbass weiter an. Und in der Nähe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol wird weiter gekämpft. Olena Konstantinova war Dozentin an der Nationaluniversität Donezk. Heute pendelt sie zwischen der Hafenstadt Mariupol, wo ihre Famile lebt, und Kiew. Im Gespräch mit Sabine Dahl erläutert sie die aktuelle Situation in der Gegend von Mariupol.

    8,50 Euro, der gesetzliche Mindestlohn liegt auf dem Tisch (Bild: DPA)

    "Die Zahl der Arbeitsplätze ist sogar gestiegen"

    Seit Januar gilt in Deutschland der Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Diskussionen innerhalb der Großen Koalition reißen auch Wochen danach nicht ab. Die CSU will die Dokumentationspflicht für Arbeitgeber wieder abschaffen, was in der SPD auf breiten Widerstand stößt. Dierk Hirschel, Wirtschaftsexperte der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, bezeichnet das Gesetz als Erfolg. Die Zahl der Arbeitsplätze sei nicht zurückgegangen, sondern sogar gestiegen, erläutert er im Gespräch mit Sabine Dahl.

    Flure im Lessing-Gymnasium in Berlin-Mitte, aufgenommen am 10.02.2009 (Quelle: imago)

    Mehr Geld für Berliner Brennpunktschulen

    An diesem Mittwoch endet die Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen in Berlin. Seit dem Schuljahr 2010/11 kann man in der Hauptstadt nur noch zwischen Sekundarschule oder Gymnasium wählen. Zuletzt gab es beunruhigende Meldungen, wonach immer mehr Jugendliche die Schule ohne Abschluss beenden. Deshalb will die Berliner SPD jetzt mehr Schulen in das Brennpunktschul-Programm aufnehmen, sagt Fraktionschef Raed Saleh im Gespräch mit Sabine Dahl. Und er garantiert: "Das Programm wird umgesetzt!"

    Ein ukrainische Soldat ruht sich auf einem Panzer nahe Debalcevo aus (Quelle: dpa)

    Die Einnahme von Debalzewo war geplant

    In der Ukraine schweigen die Waffen nach dem Krisengipfel in Minsk zwar weitgehend. Doch dass der vereinbarte Friedensplan auf der Kippe steht, ist unübersehbar. Jetzt forderten die Außenminister Russlands, der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs noch einmal, dass die Minsker Verhandlungen schleunigst umgesetzt werden. Oleksii Makeiev, politischer Direktor des ukrainischen Außenministeriums, ist skeptisch, ob der Waffenstillstrand halten wird. Im Gespräch mit Michael Castritius hofft er auf Hilfe aus dem Westen.

    Das frühere Landtagsgebäude auf dem Brauhausberg (Quelle: Imago)

    Lieblingsort: Alter Landtag mit Gunter Fritsch

    "Lieblingsort - mit Inforadio auf Entdeckungstour" - das ist unsere Einladung an Sie, mit uns besondere Orte kennen zu lernen. Am Donnerstag können Sie exklusiv den alten brandenburgischen Landtag auf dem Brauhausberg in Potsdam durchforsten – unter prominenter und sachkundiger Führung: Mit dabei sein wird der ehemalige Landtagspräsident Gunter Fritsch, der das verwaiste Gebäude in- und auswendig kennt. Er weiß so einiges über das Haus zu berichten.

    Kinder essen in der Kantine der Wedding-Grundschule in Berlin (Quelle: dpa)

    Auch CDU will mehr Geld für Brennpunktschulen

    Wird das Programm für Brennpunktschulen in Berlin ausgeweitet? SPD-Fraktionschef Raed Saleh forderte im Inforadio Geld für 30 zusätzliche Schulen und zeigte sich optimistisch, dass das Abgeordnetenhaus dem auch zustimmen wird. Mit dem Ja des Koalitionspartners  CDU kann er jedenfalls schon mal rechnen. Der CDU-Abgeordnete Stefan Schlede kündigte - ebenfalls im Inforadio - die Unterstützung seiner Fraktion für Salehs Pläne an.  

    Strommasten vor Abendhimmel (Bild: dpa)

    Grüne kritisieren "Energie-Union"

    Die EU-Kommission will eine engere europaweite Zusammenarbeit im Energiesektor. Nach Plänen von Kommissar Canete soll eine "Energie Union" entstehen, die mehr Strom- und Gasleitungen zwischen den EU-Staaten hervorbringen soll. Auf diese Weise könnten Überschüsse aus der Solar- oder Windkraft besser verteilt werden, so seine Erwartung. Für den Grünen-Europapolitiker Reinhard Bütikofer kommen diese Schritte zu zögerlich und greifen auch zu kurz.  

    Die Salafisten-Al-Nur-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln (Bild: DPA)

    Al-Nur-Moschee vor dem Aus?

    Am Mittwochabend will das Neuköllner Bezirksparlament über einen Antrag der CDU entscheiden, wonach der Betreiberverein der umstrittenen Al-Nur-Moschee verboten werden soll. Stimmt das Parlament dafür, muss die Senatsinnenverwaltung als entscheidende Instanz aktiv werden. Die SPD hat bereits ihre Zustimmung signalisiert, so auch die designierte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. Sie hofft nun auf ein deutliches Signal gegen menschenverachtende Predigten.

    Marode Schule in Berlin © imago/Rolf Zöllner

    "Kein Allheilmittel für Brennpunktschulen"

    Geht es nach SPD-Fraktionschef Saleh, dann soll das Hilfsprogramm für sogenannte "Brennpunktschulen" auf 30 weitere Einrichtungen erweitert werden. Nuri Kiefer leitet den Campus Hanna Höch in Reinickendorf, eine Gemeinschaftsschule, die Teil des Brennpunkt-Programms ist. Grundsätzlich freut er sich über Salehs Pläne. Doch mit dem Förderprogramm allein lassen sich die Probleme vieler Schulen nicht lösen, schränkt er ein.

  • Bundespolizisten patrouillieren in einem Flughafenterminal (Bild: DPA)

    "Deutschland ist Ziel der islamistischen Terroristen"

    Wie kann die innere Sicherheit nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen gestärkt werden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich ab Dienstag in Berlin der 18. Europäische Polizeikongress. Auf der zweitägigen Fachkonferenz treffen sich rund 1.400 Teilnehmer aus 60 Nationen zum Austausch und zur Zusammenarbeit in der EU. Der Präsident des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sieht Deutschland als ein Ziel der international operierenden islamistischen Terroristen.

    Ein Arzt hält eine Spritze in der Hand (Bild: dpa)

    "Wir müssen bei den Kindern anfangen"

    Nach dem Maserntod eines Kleinkindes in Berlin ist eine politische Debatte über die Impfpflicht entbrannt. Der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, spricht sich klar für eine Impfpflicht bei Masern aus. Masern seien eine der höchst ansteckenden Krankheiten überhaupt und könnten sogar tödlich sein. Dieses Risiko könne man durch eine Impfung erfolgreich, nämlich zu 100 Prozent, minimieren. 

    Im Hntergrund der grichischen und Europa-Fahne ist die Akropolis zu sehen (Bild: DPA)

    "Wir werden den Druck aufrecht erhalten!"

    Tag der Entscheidung für Griechenland: Am Dienstag wollen die Finanzminister der Euro-Staaten beraten, ob sie für eine Verlängerung des Hilfsprogrammes grünes Licht geben. Athen feilte bis zuletzt an einer dafür geforderten Liste von Reformvorhaben. Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, ist der Meinung, dass es letztlich gelingen wird, mit Griechenland zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Allerdings müssten die Zusagen Athens erst abgewartet werden.  

    Ein Impfbuch liegt auf einem Merkzettel des Gesundheitsamtes zum Thema Masern (Quelle: dpa)

    "Aufklärung tut Not!"

    Berlin erlebt gegenwärtig den schwersten Masernausbruch seit 15 Jahren. Allein seit Jahresbeginn wurden fast 500 neue Krankheitsfälle registriert. Vor diesem Hintergrund fordern Politiker und Gesundheitsexperten eine Impf-Offensive - bis hin zu einer Pflicht, sich impfen zu lassen. Anette Siedler vom Robert Koch-Institut macht vor allem mangelnde Aufklärung für Impfmüdigkeit verantwortlich. Sie setzt auf mehr Information und appelliert, die Impfungen dringend ernst zu nehmen.  

    Fußballstadion in Katar (Bild: dpa)

    Mit Mütze und Glühwein auf die Fanmeile?

    Wenn es nach der Task Force aus FIFA, Kontinentalverbänden und Liga-Vertretern geht - und davon ist auszugehen - findet die WM 2022 im Winter statt. Denn im Sommer könne man in Katar nicht spielen. Sollte es wirklich dazu kommen, würde das den Spielplan der Bundesliga (und beinahe aller anderen Ligen in Europa) kräftig durcheinander wirbeln. 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster ist wenig erfreut - und würde dem Public Viewing fernbleiben.

  • Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis nach seinem Treffen mit Bundesfinanzminister Schäuble (Bild: DPA)

    "Ein typisch Brüsseler Kompromiss"

    Bis heute Abend muss die Regierung in Athen eine Liste mit "vorläufigen" Reformvorhaben an die EU-Kommission in Brüssel schicken. Dann wollen die internationalen Geldgeber entscheiden, ob weitere Kredite an das überschuldete Land fließen. Jorgo Chatzimarkakis, Ehrenbotschafter der Regierung in Athen und ehemaliges Mitglied im Europäischen Parlament, glaubt an einen "typisch Brüsseler Kompromiss": Auch wenn das auf dem Papier anders aussähe, gäbe es doch leichte Vorteile für Griechenland.

    Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (SPD) vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin am 13.05.2013 (Bild: dpa)

    Welche Faktoren werden das Urteil beeinflussen?

    An diesem Montag beginnt vor dem Landgericht in Verden an der Aller der Prozess gegen den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy. Der Vorwurf lautet auf Besitz kinderpornografischer Filme und Bilder. Der Strafrechtler Martin Heger von der Berliner Humboldt Universität glaubt nicht, dass es in dem Prozess eine Rolle spielt, dass nun auch gegen den Generalstaatsanwalt in Celle in der Edathy-Affäre ermittelt wird. Es könne aber sehr wohl von Belang sein, wer die Öffentlichkeit über die Vorwürfe informiert habe.

    Oscar für bestes Makeup und Hairstyling in "Grand Budapest Hotel": Frances Hannon und Mark Coulier (Quelle: dpa/Paul Buck)

    Oscar goes to Babelsberg!

    In der vergangenen Nacht wurden in Hollywod zum 87. mal die Oscars verliehen. Im Dolby Theater saß mit Christoph Fisser auch einer der Chefs der Babelsberger Filmstudios und ausführende Produzent des neun mal nominierten Films "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson. Der in Babelsberg produzierte Film bekam gleich vier der renommierten Oscars verliehen. Drei davon hätte es ohne Babelsberg nicht gegeben, freut sich Fisser.

    Eine Ärztin spritzt einer Patientin eine Grippeschutzimpfung (Bild: dpa)

    Kleinkind stirbt an Masern

    Die Masernwelle in Berlin hat jetzt einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht: Ein Kleinkind ist an den Folgen der Krankheit gestorben. In Lichtenrade blieb zudem wegen der Masernerkrankung eines Schülers die Carl-Zeiss-Sekundarschule am Montag vorsorglich geschlossen. Der Schulleiter hatte am Wochenende entschieden, dass der Unterricht für die mehr als 1000 Schüler zum Wochenstart ausfällt. Die zuständige Bezirksstadträtin Sybill Klotz (Grüne) forderte im Inforadio eine gezielte Impfoffensive - allerdings ohne Impfpflicht.

    Reinhold Beckmann in #Beckmann (Bild: NDR/Paul Schirnhofer/beckground.tv)

    #Beckmann: Nord-Irak statt Schreibtisch

    Talkmaster und Sportmoderator Reinhold Beckmann betritt ab Montagabend Neuland: Mit seiner neuen Show "#Beckmann" verlässt Beckmann den gemütlichen Talk-Schreibtisch und widmet sich als Reporter vor Ort aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen. Zum Start hat er im Nordirak mit deutsch-jesidischen Kämpfern gesprichen, die gegen IS kämpfen. Im Gespräch mit Oliver Rehlinger erzählt er, was er dort erlebt hat und was die Zuschauer von seiner Sendung noch erwarten können.

    Brandenburger Tor mit Olympia-Werbung (Quelle: dpa)

    Vesper: Berlin und Hamburg "olympiatauglich"

    In einem Monat fällt die Entscheidung: Wird Hamburg oder Berlin die deutsche Bewerberstadt um die Olympischen Spiele 2024? Dazu können die Bürger derzeit ihre Meinung abgeben.  DOSB-Chef Michael Vesper sagte mit Blick auf die laufenden Umfragen, die Zustimmung der Bevölkerung sei wichtig - aber für eine mögliche Bewerbung nicht allein entscheidend.

    Eine Krankenschwester hält einen Kombi-Impfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps in der Hand (Bild: dpa)

    Czaja: Kein gesellschaftlicher Konsens für Impf-Pflicht

    Die Masernwelle in Berlin hat zu einem ersten Todesfall geführt: In der vergangenen Woche starb ein eineinhalbjähriger Junge aus Reinickendorf an der Infektionskrankheit. Gesundheitssenator Mario Czaja sagte im Inforadio, zwar gebe es derzeit keine weiteren dramatischen Fälle in Berlin, doch die Zahl der Erkrankten sei sehr hoch. Er persönlich sei "ein Freund der Impf-Pflicht", so Czaja - doch dies sei derzeit nicht durchzusetzen.

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US-Präsident Barack Obama empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 02.05.2014 im Oval Office im Weißen Haus in Washington (USA). (Bild: dpa)

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Rund um die Uhr besser informiert: Hier finden Sie die Nachrichten der Stunde, einen Überblick über das Wichtigste der vergangenen sieben Tage sowie Wetter und Verkehrs-Informationen.

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