Interviews

Eine Frau geht 1945 nach den Bombenangriffen durch eine zertrümmerte Straße [dpa]

Menschenkette zum Gedenktag der Zerstörung Dresdens

In Dresden wird heute der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomber während des Zweiten Weltkrieges gedacht. Bei den Angriffen kamen nach Schätzungen von Historikern zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 rund 25.000 Menschen ums Leben. Geplant ist eine Menschenkette, zu der 12.000 Teilnehmer erwartet werden. Organisator der Aktion ist der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen. Er sagt, sie sei ein Signal für Weltoffenheit und Toleranz. Im Gespräch mit Irina Grabowski erklärt er, warum die Demonstration sich einerseits gegen Pegida richtet – andererseits aber auch ein Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) zu der Menschenkette aufgerufen hat.

Syrische Kinder in einem Flüchtlingslager in Bab Al-Salama city im Norden Syriens (Bild: dpa/ EPA Sedat Suna)

Syrien: Hoffnung auf Ende der Gewalt?

Nach schwierigen Verhandlungen hat sich die internationale Syrien-Kontaktgruppe auf einen Drei-Punkte-Plan geeinigt, mit dem das Bürgerkriegsland befriedet werden soll. Er sieht ein Ende der Kämpfe binnen einer Woche vor, zudem humanitäre Hilfe für die notleidenden Menschen sowie neue Bemühungen im Prozess um einen politischen Übergang. Unterdessen soll Russland seine Luftangriffe fortgesetzt haben. Über die Aussicht auf eine tatsächliche Feuerpause und die Frage, welchen Einfluss Russland auf Syrien im  Friedensprozess hat – darüber spricht Irina Grabowski mit ARD-Korrespondent Peter Steffe.

Zika-Schnelltest auf Laborpapier mit Pipette und Spritze [colourbox]

Zika - Brasiliens "Staatsfeind Nr. 1"

Das Zika-Virus hat sich vor allem in Brasilien ausgebreitet. Es löst eine für Erwachsene meist harmlose Infektion aus. Doch steht es im Verdacht, für Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen verantwortlich zu sein. Nun soll das Militär Brasiliens "Staatsfeind Nummer 1", die Mücke Aedes aegypti, im ganzen Land bekämpfen. 220.000 Soldaten sind am Samstag - dem Aktionstag gegen Zika - unterwegs, um die Brasilianer über das Zika-Virus aufzuklären. Über die Gefahren einer Infektion spricht Irina Grabowski mit Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert, er ist Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Leipzig.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) (Bild: dpa/Bernd Settnik)

"Mir fehlt jede Form von Konzeption"

Brandenburgs Innenminister Schröter hat in der Flüchtlingspolitik harte Kritik an der Bundesregierung geübt. "Ich erkenne keinen Plan A, keinen B und auch keinen B2 oder irgendetwas", sagte der SPD-Politiker im Inforadio. Entscheidungen würden immer ein bisschen zu spät getroffen und nicht konsequent umgesetzt. Dabei benötige man jetzt ganz schnell Lösungen - denn er rechne damit, dass die Flüchtlingszahlen wieder deutlich steigen, wenn es wärmer wird.

Syrien-Konferenz in München / Foto: Sven Hoppe/dpa

"Dieser Krieg kann nicht gewonnen werden"

Fünf Jahre Bürgerkrieg in Syrien und nach UN-Angaben über 250.000 Tote - dazu Millionen Flüchtlinge. In die Kämpfe verwickelt sind umittelbar die syrische Armee von Präsident Assad, Rebellen, die Terromiliz IS und eine internationale Allianz unter Leitung der USA. In der vergangenen Nacht konnte sich die Syrien-Kontaktgruppe auf eine Feuerpause binnen einer Woche einigen. Geht das gut? Der Journalist Jörg Armbruster, ehemaliger ARD-Korrespondent für den Nahen und Mittleren Osten, ist skeptisch, sagt aber: "Wenn die Rebellen still halten und Assad still hält, dann gibt es vielleicht eine kleine Chance einen Waffenstillstand einzurichten".

Münchner Sicherheitskonferenz (Bild: Tobias Hase/dpa)

Schüssel: "Das schreit nach einem größeren Kongress"

Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs stehen in diesem Jahr auf der Gästeliste der Münchner Sicherheitskonferenz, die am Freitag beginnt. Zentrale Themen sind der Krieg in Syrien und die Lage im Nahen und Mittleren Osten. Aber auch die Flüchtlingskrise in Europa, der Ukraine-Konflikt und die internationale Terrorgefahr spielen eine große Rolle. Wenige Stunden vor Beginn der Konferenz sprach Leon Stebe mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP). Er findet, es brauche mehr regionale Kräfte in den Gesprächen: Wenn die USA und Russland miteinander redeten sei das gut – reiche aber nicht aus.

Weitere Interviews

RSS-Feed
  • Papst Franziskus und Patriarch Kirill(Bild: dpa/EPA/Giorgio Onorati, Maxim Shipenkov)

    Fr 12.02.2016 | 15:05 | Interviews - Historische Begegnung auf Kuba: Papst trifft Kyrill

    Papst Franziskus ist am Freitag nach Kuba aufgebrochen, um dort den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. zu treffen. Es ist die erste Begegnung zwischen Oberhäuptern der beiden größten christlichen Glaubensgemeinschaften seit der Spaltung vor fast tausend Jahren. Das Treffen soll nun das Ende der jahrhundertelangen Eiszeit einleiten. Rom-Korrespondent Tilman Kleinjung wird den historischen Moment verfolgen. Die Begegnung werde aber ein eher schlichtes Arbeitstreffen, ohne Chormusik, ohne Liturgien, ohne Gebete, sagte Kleinjung im Gespräch mit Martin Krebbers. Es sei der ausdrückliche Wunsch Moskaus gewesen, "dass dieses Treffen nicht in irgendeiner Art gottesdienstlich gestaltet wird".  

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel und Polens Premierministerin Beata Szydlo (Bild: dpa)

    Fr 12.02.2016 | 06:25 | Interviews - Szydlo bei Merkel: Polens schwerer Antrittsbesuch

    Am Freitag besucht die neue polnische Regierungschefin Beata Szydlo Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Seit die konservative Regierung im Amt ist, hat sich das deutsch-polnische Verhältnis deutlich abgekühlt. Die Beschneidung von Kompetenzen des Verfassungsgerichts, die Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Polen und die Flüchtlingspolitik stehen in der Kritik. Polens Demokratie sei durch Polarisierung und Feindbilder gefährdet, sagt Basil Kerski. Er leitet das Europäische Solidarność-Zentrum in Danzig. 

  • Kind an Kletterwand (Bild: imago/Westend61)

    Fr 12.02.2016 | 13:05 | Interviews - Zum Schulsport an die Kletterwand

    In Berlin werden derzeit 30 Schulturnhallen als Flüchtlingsunterkunft genutzt, dadurch kommt es im Schulsport zu Einschränkungen und Ausfällen. Künftig soll es nun Ausweichmöglichkeiten für die Kinder geben - dafür soll das neue "Bündnis für den Schulsport" sorgen. Bildungssenatorin Scheeres stellte es am Freitag vor. Betroffene Schulen können künftig etwa Schwimm- und Eissporthallen von Partner-Organisationen nutzen, wie unsere landespolitische Korrespondentin Kirsten Buchmann im Gespräch mit Heiner Martin erläuterte. Schon 31 Schulen würden die Angebote des Bündnisses in Anspruch nehmen - besonders begehrt seien Sportarten wie Klettern, Tanzen oder Karate.  

  • Frau putzt sich die Nase (Bild: Colourbox)

    Fr 12.02.2016 | 10:05 | Interviews - Grippewelle trifft untypische Patientengruppe

    Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache ist wohl die aktuell deutliche Dominanz der erst seit 2009 zirkulierenden sogenannten Schweinegrippe-Viren. Über 7000 bestätigte Influenzafälle wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Dr. Silke Buda erstellt am RKI Saisonberichte der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Sie stuft die aktuelle Zahl als hoch ein. Wiederholt sich also die heftige Grippesaison vom vergangenen Jahr? Dr. Buda rät dazu, den Gang zum Arzt nicht zu scheuen wenn Fieber und Atemwegerkrankungen auftreten. 

  • Donezk - Ukraine: Prorussische Rebellen suchen ein Gelände nach Minen ab (Bild: dpa)

    Fr 12.02.2016 | 09:05 | Interviews - Ukraine: Frieden in weiter Ferne?

    Im Osten der Ukraine wird weiter gekämpft - und das noch ein Jahr nach dem Minsker Abkommen, das doch den Frieden bringen sollte. Umgesetzt ist davon so gut wie nichts, eine Lösung des Konflikts ist immer noch nicht in Sicht. Olena Konstantinova war Dozentin an der Nationaluniversität Donezk - heute von Separatisten besetztes Gebiet. "Die Stadt, die ich so liebte, kann ich nicht sehen in so einem Zustand", sagt Konstantinova, die heute in Mariupol lebt, aber viele Kontakte nach Donezk hat. "Im Großen und Ganzen funktioniert das Leben – [aber] nicht so gut wie früher. Die Menschen sind müde vom Krieg", erklärt sie im Gespräch mit Dietmar Ringel.

  • Lage an der türkisch-syrischen Grenze (Bild: dpa/Uygar Onder Simsek)

    Fr 12.02.2016 | 07:45 | Interviews - Was hat die Syrien-Kontaktgruppe wirklich erreicht?

    Feuerpause in Syrien: Am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz hat sich die aus 17 Staaten bestehende Syrien-Unterstützergruppe getroffen und eine "Feuerpause" ausgehandelt. Abgesehen vom Kampf gegen die Terrororganisationen Islamischer Staat und al-Nusra sollen die Waffen schweigen - in gut einer Woche. Sofort soll außerdem humanitäre Hilfe für belagerte Gebiete möglich gemacht werden. Die USA und Russland können doch an einem Strang ziehen - "Waffenstillstand" nennt die Vereinbarungen aber keiner. Korrespondent Christoph Prössl berichtet aus München von den Ergebnissen einer langen Nacht vor der Sicherheitskonferenz in München. 

Interview-Archiv

  • Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gibt am 04.02.2016 in Moskau, Russland, eine Pressekonferenz. - Foto: dpa

    Die Flüchtlingspolitik und der Wahlkampf

    Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer ist bekannt dafür, dass er gerne mal einen raushaut. Jüngstes Beispiel: Seehofer hatte mit Blick auf die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung eine "Herrschaft des Unrechts" ausgemacht und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst - bis hin zu kritischen Stimmen selbst in seiner eigenen Partei. Der Parteienforscher Oskar Niedermayer glaubt, dass diese Eskalation von Seehofer durchaus gewollt ist - um mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen die Abwanderung der Wähler zur AfD zu stoppen.  

    Europäischer Tag des Notrufs 112

    Schätzungsweise mehr als zehn Millionen Mal wird bundesweit jedes Jahr die 112 gewählt. Die Notrufnummer der Feuerwehr kennt jedes Kind. Doch die Wenigsten wissen, dass diese Notrufnummer in der gesamten EU gilt. Karl Heinz Knorr ist Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes; mit ihm sprach Dietmar Ringel darüber, wie der grenzübergreifende EU-Notruf organisiert ist und welche Schwierigkeiten bestehen.

    Starkoch Paul Bocuse (Bild: dpa)

    Der "Jahrhundertkoch" feiert Geburtstag

    Koch-Legende Paul Bocuse feiert am Donnerstag seinen 90. Geburtstag. Er gilt als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts. 1987 gründete er auch den wichtigsten internationalen Kochwettbewerb für Profiköche, den Bocuse d'Or, der alle zwei Jahre in Lyon stattfindet. Die Sterneköchin Léa Linster ist bis heute die einzige Frau, die diesen Wettbewerb gewonnen hat. Im Gespräch mit Dietmar Ringel würdigte sie seine Verdienste: Erstens seinen Qualitätsanspruch, und zweitens: "Er hat das Schwere weggelassen, das was nur füllt und das man nach dem Essen bereut - das bleibt weg".

    CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte - Foto: dpa

    "Gemeinsames Ziel muss der Kampf gegen den IS sein"

    Dass die Waffen in Syrien schweigen müssen, darin sind sich die Großmächte USA und Russland offenbar einig. Nun nannte der russische Präsident Putin einen Termin für eine Feuerpause ab dem 1. März. Der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Henning Otte begrüßte den Vorschlag als gute Idee, die "jedoch viel zu spät" komme: Bis dahin schaffe Russland Fakten und sichere sich Rechte. Auch dürfe die Terrormiliz IS nicht Bestandteil eines Waffenstillstands sein, sondern müsse weiter bekämpft werden, "weil der IS einen eigenen Staat gründen will."

    ARCHIV - Flüchtlinge, die zuvor mit einem Sonderzug angekommen waren, warten am Bahnhof in Schönefeld (Brandenburg), auf ihre Weiterfahrt zur Unterkunft mit Bussen. (Bild: dpa/Patrick Pleul)

    "Der ordentliche Ton fehlt auf allen Seiten"

    Die Bundesregierung gibt kein gutes Bild ab in der Flüchtlingspolitik: Der Streit zwischen Union und SPD um das Recht auf Familiennachzug für unbegleitete Minderjährige ist ein Beispiel, CSU-Chef Seehofers unablässige Provokationssalven Richtung Kanzlerin ein weiteres. Ulrich Maly, Vizepräsident des Deutschen Städtetags, mahnte im Inforadio einen anderen Umgangston in der Großen Koalition an. Zugleich sagte er, es "wäre schön, wenn man mal eine Woche lang nicht im Tagesrhythmus neue Vorschläge generiert", sondern die Kommunen in Ruhe das umsetzen könnten, was bisher vereinbart worden sei.

    Stacheldraht KZ Auschwitz (Bild: imago/newspix)

    "Der Prozess kommt spät, aber nicht zu spät"

    Der Schrecken des Holocausts verjährt nicht: Mit 94 Jahren muss sich ab Donnerstag ein ehemaliger SS-Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz vor Gericht verantworten. Ihm wird für Beihilfe zum 170.000-fachen Mord vorgeworfen. Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Heubner, bezeichnete im Inforadio den Prozess als weiteren Versuch Deutschlands, "sich mit Blick auf seine eigene Geschichte ehrlich zu machen". Zugleich werde damit das Signal ausgesendet, dass Völkermord nicht verjährt.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) (Bild: dpa/Sören Stache)

    Grütters lobt politische Berlinale

    Vorhang auf für die Berlinale: Am Donnerstagabend beginnen in der deutschen Hauptstadt die 66. Internationalen Filmfestspiele. In den kommenden zehn Tagen werden über 400 Filmproduktionen gezeigt, 18 davon im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären. Die Berlinale steht diesmal unter dem Motto "Das Recht auf Glück". Kulturstaatsministerin Grütters lobte im Inforadio, dass die Veranstalter damit auch die Flüchtlingsproblematik aufgreifen. Es sei toll, dass die Berlinale als politisches Festival dieses aktuelle Thema behandele, sagte die CDU-Politikerin im Gespräch mit Leon Stebe.

  • Donald Trump (Bild: dpa/EPA Justin Lane)

    Schlappe für Hillary Clinton

    Nach der ersten Vorwahl in Iowa richten sich nun die Augen auf den US-Bundesstaat New Hampshire - dort fanden am Dienstag die nächsten Vorwahlen statt. Bei den Republikanern konnte sich Multimilliardär Donald Trump selbst feiern. Bei den Demokraten gab es eine "eindeutige Niederlage" für Hillary Clinton. Ihr schärfster Konkurrent Bernie Sanders habe jetzt "Wind im Segel" - das sagte Jacob Heilbrunn, Chefredakteur der Zeitschrift "The National Interest" in Washington D.C.  

    Rettungskräfte stehen am 09.02.2016 an der Unfallstelle eines Zugunglücks in der Nähe von Bad Aibling (Bild: dpa/Sven Hoppe)

    Zugunglück in Bayern: Wie kam es zur Kollision?

    Nach dem schweren Zugunglück in Bayern geht die Suche nach der Unglücksursache weiter. Der Fahrgastverband ProBahn hat weder menschliches Versagen noch einen technischen Defekt als Unglücksursache ausgeschlossen. Der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Naumann, sagte im Inforadio, das Sicherheitssystem für eingleisige Strecken könne vom Menschen ausgeschaltet werden. Die Fehlerquote des Systems sei aber sehr gering.

    Flüchtlingsboot vor griechischer Insel Lesvos (Bild: dpa/Socrates Baltagiannis)

    "Es ist an der Zeit, alte Konflikte zu lösen"

    Am Mittwoch treffen sich die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Thema der Beratungen ist auch eine mögliche Beteiligung des Bündnisses am Kampf gegen die Schlepper im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei. Was bedeutet das für die Bundeswehr - und wie müssen sich Deutschland und Europa im Syrien-Konflikt positionieren? Roderich Kiesewetter ist Obmann für Außenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oberst a.D.; er sagte im Inforadio, durch einen solchen Einsatz wären möglicherweise auch alte Konflikte innerhalb des Bündnisses zu lösen.

    Simone Solga (Bild: Melanie Grande)

    "Merkels Spagat kann man schwer verkaufen"

    Im Tempodrom rechnen Kabarettisten am Mittwoch mit der Berliner Politik ab - die Veranstaltung findet bereits zum 12. Mal statt. Mit dabei beim "Politischen Aschermittwoch" ist auch Simone Solga - sie hatte großen Erfolg als "Kanzlersouffleuse". Im Gespräch mit Dietmar Ringel sagte sie mit Augenzwinkern, angesichts sinkender Zustimmungswerte für die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin habe sie als Souffleuse offenbar versagt. Doch auch die SPD kriegt ihr kabarettistisches Fett weg.  Den "12. Politischen Aschermittwoch" können Sie ab 20 Uhr auf inforadio.de im Livestream verfolgen.

    Demonstration gegen angebliche Vergewaltigung in Marzahn (Quelle: Björn Kietzmann)

    Berliner CDU will Aussiedlern eine Stimme geben

    Die Berliner CDU hat ein Landesnetzwerk "Aussiedler" ins Leben gerufen. Man wolle dieser Gruppe eine Stimme geben, sagte der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Burkhard Dregger. Zudem wolle man Irritationen und Falschmeldungen wie zuletzt im Fall einer angeblich vergewaltigten Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf etwas entgegensetzen. Es gehe darum, Versuchen der russischen Regierung entgegen zu wirken, Russlanddeutsche für eigene politische Interessen einzuspannen.

    Stofftier auf einem Kinderbett in einem Kinderhospiz (Bild: imago/Götz Schleser)

    "Das Thema aus dem Tabubereich herausholen"

    Der bundesweite Tag der Kinderhospiz-Arbeit soll an das Schicksal todkranker Kinder und ihrer Familien erinnern - in Deutschland leben 50.000 Kinder mit einer tödlichen Krankheit. Der Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereins, Matin Gierse, sagte im Inforadio, man wolle mit dem Aktionstag das Thema aus dem Tabubereich herausholen und in die Mitte der Gesellschaft rücken. Je mehr man darüber wisse, desto unverkrampfter gehe man mit todkranken Kindern um, so Gierse im Gespräch mit Heiner Martin.  

    Hauptstadtflughafen BER - Foto: Patrick Pleul/dpa

    Geheimes BER-Gutachten wird öffentlich

    Ein bislang geheimer Bericht des Brandenburger Landesrechnungshofs, der angeblich schwere Bau-Mängel und Missmanagement am Flughafen BER aufzeigt, ist seit Mittwoch öffentlich. In der kommenden Woche soll das Gutachten Thema im Landtag sein. Inforadio-Flughafenexperte Thomas Rautenberg konnte bereits einen Blick in den 400 Seiten starken Prüfbericht werfen - der auch den Stand der Bauarbeiten kurz vor dem geplatzten BER-Start im Juni 2012 dokumentiert. Im Gespräch mit Heiner Martin nennt Thomas Rautenberg Fakten, die kaum zu glauben sind.  

    Horst Seehofer (Bild: dpa/Sven Hoppe)

    "Eine brandgefährliche Äußerung"

    Wegen der Zugkatastrophe in Oberbayern wurden zahlreiche Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch abgesagt. CDU-Chef Horst Seehofer bekam dennoch sein Fett weg: Seine Behauptung von einer "Herrschaft des Unrechts" in Deutschland sorgte für Aufregung. Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke bezeichnete die Äußerung im Inforadio-Gespräch mit Martin Krebbers als "brandgefährlich". Es sei eine Attacke auf Angela Merkel, die die Kanzlerin nicht unwidersprochen stehen lassen könne - "denn es ist eine Aufforderung zum Widerstand in diesem Land."  

    Hillary Clinton (Bild: dpa/EPA Michael Reynolds)

    "Hillary Clinton hat noch viel Zeit"

    Im Rennen um das Weiße Haus hat Politik-Rebell Bernie Sanders der etablierten Ex-Außenministerin Hillary Clinton eine krachende Niederlage zugefügt.  Der 74-jährige Demokrat Sanders errang in New Hampshire 60 Prozent der Stimmen, Clinton 38. Hillary Clinton werde nun an ihrer Wahlkampfstrategie etwas ändern müssen, sagte Politikberater Julius van de Laar im Inforadio-Gespräch mit Martin Krebbers. Doch abschreiben dürfe man sie nicht – denn der Wahlkampf sei nun mal kein Sprint.

  • Zunahme bei linksextremer Gewalt (Bild: Kay Nietfeld/dpa)

    "Wie haben keinen Anti-Linksextremismus in der politischen Kultur"

    Am vergangenen Wochenende haben mutmaßliche Linksextremisten in Berlin-Mitte und Neukölln Autos angezündet und demoliert, Innensenator Henkel (CDU) spricht von einem "linken Mob". Laut dem Extremismusforscher Tom Mannewitz trügt der Eindruck nicht, dass Gewalt von Links weniger stark wahrgenommen wird: Die Sensibilität in der Gesellschaft für linksextremes Gedankengut sei bei Weitem nicht so ausgeprägt, wie das bei Rechtsextremismus der Fall sei. Der habe es in Deutschland traditionell – und völlig zu Recht – sehr schwer, sagt er im Interview bei Leon Stebe.

    Safer Internetday im Potsdamer Landtag - Foto: rbb Inforadio/Dominik Lenz

    "Die Jugendlichen wissen genau, was sie preisgeben"

    Der "Safer Internet Day" soll vor allem Kinder für die Risiken im Netz sensibilisieren. Unter dem Motto "Das ist unser Netz" diskutieren an diesem Tag 75 Jugendliche aus Brandenburg und Polen im Potsdamer Landtag mit Abgeordneten über den Umgang mit dem Internet. Themen sind unter anderem Cybermobbing und der Umgang mit Hasskommentaren. Was die Sicherheit im Netz angeht, funktioniere die Aufklärung in beiden Ländern sehr gut, sagt Projektleiterin Susanne Schmitt im Interview bei Leon Stebe: Die Jugendliche wüssten sehr genau, was sie preisgeben und was nicht. Dennoch sollten sich Eltern mit dem Internetumgang ihrer Kinder auseinandersetzen.

    Grünen-Chef Cem Özdemir (Bild: dpa)

    "Wir haben als Menschheit versagt, diesen Krieg zu beenden"

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Ankara nach einer Lösung der Flüchtlingskrise gesucht – dabei sollte sie das lieber in Moskau tun, sagt Grünen-Chef Cem Özdemir: Den Menschen sei nur geholfen, wenn der Krieg in Syrien endlich beendet würde und deswegen sei Russland der richtige Ansprechpartner. Kuscheln mit Putin sei hier definitiv der falsche Weg. Viele Akteure spielten derzeit in Syrien ihr Spiel – und keinem ging es dabei um die Menschen im Land, so Özdemir im Interview bei Leon Stebe.

    Gäste in einem Straßencafe im Bergmannkiez in Berlin-Kreuzberg (Bild: imago/Schöning)

    "Die Bergmannstraße soll lebhaft bleiben"

    Zu laut, zu eng, zu hektisch - die Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg soll für Anwohner wie Gäste angenehmer werden: Aus der Stress-Zone soll eine Begegnungszone werden. Nach einer ersten Online-Befragung der Bürger hat der Senat nun erste Ergebnisse vorgestellt: Lebhaft soll die Bergmannstraße bleiben – allerdings mit deutlichen Akzenten auf Radfahrer und Fußgänger, sagt Horst Wohlfarth von Alm , Leiter des Referats Straßenplanung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.  

    Frankreichs Präsident Francois Hollande (Bild: dpa)

    "Hollande will sich als Kriegsherr zeigen"

    Seit den Anschlägen von Paris gilt in Frankreich der Ausnahmezustand, der z.B. Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss, Grenzkontrollen und Versammlungsverbote möglich macht. Nun soll die Möglichkeit, Terroristen die französische Staatsbürgerschaft abzuerkennen, Bestandteil der Verfassung werden. Über Sinn und Unsinn dieses Vorhabens spricht Dietmar Ringel mit Henri Ménudier, Politologie-Professor an der Pariser Sorbonne.

    Der russische Präsident Wladimir Putin (Bild: dpa)

    "Es geht nicht um Assad"

    Welchen Plan verfolgt der russische Präsident Putin mit seiner Militärintervention in Syrien? Geht es ihm um den Kampf gegen den IS, um eine Demonstration der eigenen Stärke oder um den syrischen den Machthaber Assad? Nach Meinung des Russland-Experten Cornelius Ochmann von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit spielt Assad in Putins Kalkül keine Rolle. Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise in Russland müsse der Kreml außenpolitische Stärke zeigen, sagte Ochmann im Infroadio-Gespräch mit Heiner Martin. Zudem trage die Militäraktion ganz klar dazu bei, die EU zu destabiliseren.  

  • Jecken feiern vor dem Dom in Köln (Bild: dpa/Maja Hitij)

    "Müssen zeigen, dass wir aus der Silvesternacht gelernt haben"

    Das Rheinland ist im Ausnahmezustand - die "tollen Tage" erleben am Rosenmontag mit den großen Straßenumzügen ihren Höhepunkt. In diesem Jahr gelten allerdings strenge Sicherheitsmaßnahmen, die Polizeipräsenz wurde nach den Übergriffen auf Frauen in Köln und wegen der Sorge vor Terroranschlägen massiv verstärkt. Der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen ist sich deswegen sicher, dass sich so etwas wie in der Silvesternacht nicht wiederholen wird, wie er im Interview bei Leon Stebe versichert.

    Flüchtlinge an der Grenze von Syrien zur Türkei (Bild: imago/ZUMA Press)

    "Wir verlangen viel von der Türkei"

    Die Flüchtlingssituation in der Türkei spitzt sich zu. Das Land hat die Grenze zu Syrien geschlossen, Zehntausende Menschen harren auf syrischer Seite aus. Am Montag reist Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Ankara. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Präsident Erdogan wird die Frage nach einer verbindlichen Zusage der EU stehen, Flüchtlinge aus der Türkei aufzunehmen, glaubt CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt. Der Kanzlerin traut er durchaus zu, die nötigen Brücken zu bauen, sagt Hardt im Interview bei Leon Stebe.

    Hanna Grießbaum von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) baut eine Pyramide aus Pappbechern auf. (Bild: dpa/Klaus-Dietmar Grabbert)

    Grüne wollen Mehrwegsystem für Coffee to go - Becher

    "Coffee to go" ist äußerst beliebt: Jeder vierte Liter Kaffee wird nach Einschätzung des Deutschen Kaffeeverbandes inzwischen außer Haus getrunken. Doch der "mobile"  Kaffee hat auch seine Schattenseite - allein in Berlin werden jedes Jahr 170 Millionen Einwegbecher weggeschmissen. Dagegen will die Politik nun vorgehen. Silke Gebel, die umweltpolitische Sprecherin der Berliner Grünen-Fraktion, fordert ein Mehrwegsystem: Ideal wäre es, wenn die Becher in allen beteiligten Geschäften und Cafés wieder abgegeben werden könnten, sagt sie im Interview bei Dietmar Ringel.

    Ein nigerianischer Mann befüllt ein Fahrzeug mit Schwarzmarkt-Öl (dpa/Tife Owolabi)

    Gaucks Reise nach Nigeria

    Fünf Tage lang ist Bundespräsident Joachim Gauck ab heute auf Staatsbesuch in Nigeria. Eine Wirtschaftsdelegation begleitet ihn, denn Nigeria ist längst die größte Wachstumsmacht des Kontinents. Allerdings leidet der Riesenstaat massiv unter dem Ölpreisverfall und den Attacken der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Was erwarten sich die Nigerianer von Gaucks Besuch? Vor allem eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit, sagte Obiora Ike, nigerianischer Geistlicher und Menschenrechtler, im Inforadio-Gespräch mit Heiner Martin. In den letzten Jahren habe sich Deutschland speziell in den Bereichen Bauwirtschaft, Technologie und Infrastruktur "als sehr guter Partner Nigerias gezeigt".

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (L) und der türkische Premier Ahmet Davutoglu (R) (Bild: dpa/EPA Stringer)

    "Die Bücklinge in Ankara sind beschämend"

    Die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen hat den Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert. Merkel lege ihre Flüchtlingspolitik komplett in die Hände des türkischen Präsidenten Erdogan. Das komme einer Kapitulationserklärung gleich, betonte die Bundestagsabgeordnete im Inforadio. "Die ständigen Bücklinge in Ankara" seien beschämend und keineswegs geeignet, die Zahl der Flüchlinge zu reduzieren. Erdogan selbst sei aufgrund seines Vorgehens gegen die Kurden eine Ursache für Flucht in der Region, erklärte die Linken-Politikerin im Inforadio-Gespräch mit Martin Krebbers.

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US-Präsident Barack Obama empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 02.05.2014 im Oval Office im Weißen Haus in Washington (USA). (Bild: dpa)

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