Polizisten sichern am Abend des 20.04.2017 in Paris, Frankreich, das Gebiet um den Champs Elysees. (Bild: dpa/Kamil Zihinioglu)

- Paris: Attentat überschattet Wahlkampf

Kurz vor der Präsidentschaftswahl ist Frankreich erneut Schauplatz eines mutmaßlichen islamistischen Anschlags geworden: Bei einem Angriff auf dem Pariser Boulevard Champs-Elysées wurden am Donnerstagabend ein Polizist getötet und drei weitere Menschen verletzt. Der Angreifer wurde erschossen. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz IS. Sylvie Goulard, Beraterin im Wahlkampfteam von Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron, zeigte sich von der Reaktion der Franzosen auf das Attentat beeindruckt. 

Vor der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich hat ein Mann am Donnerstagabend mitten in Paris einen Polizisten erschossen. Er verletzte außerdem zwei Beamte und eine Passantin, bevor ihn ein Polizist erschoss. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Attacke für sich.

Die Bluttat belastet die Wahl an diesem Sonntag erheblich. Staatschef François Hollande kündigte für Freitag ein Treffen des Sicherheitskabinetts an. "Wir werden absolute Wachsamkeit zeigen, insbesondere im Hinblick auf den Wahlprozess", sagte er.

Mutmaßlicher Täter war Franzose

Die Polizei hat inzwischen mitgeteilt, der mutmaßliche Täter sei ein 39-jähriger Franzose gewesen, der aus einem Vorort der Hauptstadt stammt. Jetzt werde ermittelt, ob er Komplizen hatte.

Am Sonntag findet in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Die Abstimmung soll von mehr als 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden. Im Land gilt nach einer beispiellosen Terrorserie mit über 230 Toten immer noch der Ausnahmezustand. Mehrere Kandidaten sagten laut Medienberichten am Freitag geplante Auftritte ab.  

Frankreich: Polizisten bereits mehrfach attackiert

Französische Sicherheitskräfte wurden bereits mehrfach attackiert. Im vergangenen Juni wurde ein Polizistenpaar im Umland von Paris ermordet. Vor einem Monat erschossen Soldaten am Pariser Flughafen Orly einen Mann, der sie zuvor angegriffen hatte.

Die französische Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Ermittlern drohte ein Anschlag unmittelbar vor der Wahl. Die Sicherheitsmaßnahmen für den Wahlkampf wurden verstärkt. Die entscheidende Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.

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