Mo, 20.05.2013 | 16:01 Uhr
Bundeskanzlerin Merkel hat Griechenland finanzielle Hilfe bei Reformen in Verwaltung und Gesundheitswesen zugesagt. Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Antonis Samaras sagte sie in Athen, es gehe um den Aufbau der regionalen Verwaltung und um die Organisation im Gesundheitswesen. Deutschland finanziere zwei EU-Projekte im Volumen von 30 Millionen Euro.
Es war der serste Besuch der Kanzlerin in Athen seit Beginn der Euro-Krise. Sie äußerte sich zuversichtlich, dass das finanziell schwer angeschlagene Land in der Euro-Gruppe bleiben kann. Merkel betonte, sie sei nicht als Lehrerin gekommen und erklärte: "Es wird ein längerer Weg sein. Aber ich glaube, dass wir Licht sehen werden am Ende des Tunnels."
Samaras versicherte, sein Land werde die Reformzusagen erfüllen. Wer gewettet habe, Griechenland werde untergehen, werde diese Wette verlieren. Das griechische Volk wolle in der Euro-Zone bleiben. Samaras bestritt, sein Land fordere von den europäischen Partnern weitere finanzielle Unterstützung. Er bezeichnete Merkel als "einen Freund dieses Landes".
Beim Besuch der Bundeskanzlerin gab es massive Proteste. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Die Protestierenden machten Merkel auch persönlich für die Krise Griechenlands verantwortlich.
Unter den Demonstranten in Athen war auch der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger.
Er sagte am Dienstag im rbb-Inforadio, er demonstriere gegen die Politik der Kanzlerin, die nicht nur für die griechische Bevölkerung dramatische Folgen habe, sondern auch für ganz Europa und für die deutsche Bevölkerung. Die Krisenbewältigung müsse auf andere Füße gestellt werden. Notwendig seien jetzt ein Schuldenschnitt und Wirtschaftshilfen für Griechenland.
Tausende Griechen protestierten schon am Montagabend in Athen gegen den harten Sparkurs ihrer Regierung und Merkels Besuch. Dabei trugen einige Demonstranten hasserfüllte Plakate, auf denen die deutsche Kanzlerin als "Schlampe" und "Tochter Hitlers" diffamiert wurde.
Für den Merkel-Besuch hatte die griechische Regierung große Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund 7000 Polizisten wurden eingesetzt, um das Zentrum der Hauptstadt abzuriegeln.
Die Polizei stellte auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und anderer deutscher Einrichtungen bereit, wie die griechische Presse berichtete.