Do, 23.05.2013 | 23:37 Uhr
Die Frankfurter Buchmesse hat offiziell am Dienstag begonnen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle und der stellvertretende neuseeländische Premierminister Simon William English eröffneten die Schau. Neuseeland ist in diesem Jahr das Gastland. Bis Sonntag präsentieren sich mehr als 7.000 Aussteller.
Vor der offiziellen Eröffnung wurde bereits der Deutsche Buchpreis 2012 der Schriftstellerin Ursula Krechel zugesprochen. Die 64-Jähriger erhielt am Montag die Auszeichnung für den Roman "Landgericht", in dem es um einen jüdischen Richter geht, der nach dem Ende der NS-Zeit nach Deutschland zurückkehrt und dort keine Heimat mehr findet.
Die Buchmesse endet am Sonntag mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr der chinesische Autor und Dissident Liao Yiwu.
Digitale Umwälzungen
Bundesaußenminister Westerwelle sprach sich bei der Eröffnung für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums aus. Dieser Schutz sei eine Schicksalsfrage für alle Nationen, die von ihrer Kreativität leben.
Der deutsche Buchhandel ist besorgt wegen seiner Zukunft. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, forderte von der Politik mehr Einsatz für Buchhändler. Er vermisse ein Bekenntnis zum unabhängigen Buchhandel, sagte Honnefelder bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Er verwies dabei auf Frankreich. Die französische Kulturministerin kritisiere offen die Wettbewerbsvorteile, die global agierende Buchhandelsunternehmen durch den steuerbegünstigten Sitz in Luxemburg hätten. Dort liegt der Mehrwertsteuersatz für E-Books bei drei Prozent, in Deutschland bei 19 Prozent.
Der Direktor der Buchmesse, Jürgen Boos, sieht einen Trend zur interaktiven Literatur. Diese sei vor allem im Bildungsbereich zu beobachten: "Dort werden Fragen gestellt, die die Kinder und Jugendlichen beantworten müssen. Das ganze wird viel spielerischer. Viele Kinder- und Jugendbuchverlage stellen inzwischen App-Anwendungen bereit, die es erlauben, mit dem Autor zu kommunizieren und vielleicht sogar die Geschichte zu verändern, sagte Boos im Inforadio.