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TV-Duell

And the winner is ... Mitt Romney

Überraschung bei der ersten TV-Debatte im US-Wahlkampf: Herausforderer Mitt Romney hat im Rededuell gegen Amtsinhaber Barack Obama einen starken Auftritt hingelegt. Eine erste Schnellumfrage sieht Romney als deutlichen Sieger. Er griff Obama immer wieder scharf an - der Präsident blieb eher blass.

Fünf Wochen vor den US-Wahlen haben Amtsinhaber Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney über Wege aus der Krise gestritten. Romney setzte dabei den Präsidenten streckenweise erheblich unter Druck. Während Romney immer wieder angriff und Obama die hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Wirtschaftslage vorwarf, tat sich Präsident Obama sichtlich schwer.

Obama ließ "Munition im Köcher"

Barack Obama (Bild:dpa)

Müller: Obama wirkte ernst und "grimmig"  

Nach dem 90-minütigen Rededuell sahen viele Beobachter Mitt Romney als Sieger. Das bestätigte auch eine Schnellumfrage nach der Sendung: Romney gewann demnach deutlich, 67 Prozent der befragten Wähler hätten für den früheren Gouverneur von Massachusetts gestimmt, berichtete der US-Fernsehsender CNN.

Auch USA-Korrespondentin Sabine Müller, die das Duell in Denver verfolgte, sprach von einem "Punktsieg für Romney". Der Herausforderer sei sehr angriffslustig gewesen und habe besser argumentiert als Obama. Der Präsident habe sehr ernst, "ja manchmal sogar grimmig" gewirkt. Es sei überraschend gewesen, dass er Romney nicht schärfer angegriffen habe. "Er ließ die Munition im Köcher", so Müller im Inforadio-Gespräch mit Dietmar Ringel.

Bei den Sachargumenten hätten beide Kandidaten nicht viel neues geboten. Romney habe aber bewiesen, dass er beim Thema Innenpolitik mit Obama mithalten könne. Wahlentscheidend seien diese TV-Duelle selten, aber bei noch unentschlossenen Wählern habe Romney deutlich punkten können.

Romney "beunruhigt", Obama will "hart kämpfen"

Der republikanische Präsidentenkandidat Mitt Romney (Bild: dpa)

Romney will zwölf Millionen neue Jobs schaffen. 

In dem TV-Duell versprach Romney, zwölf Millionen neue Jobs zu schaffen. Obama hielt er vor, Steuererhöhungen wären Gift für die Konjunktur. Zudem sagte er, in Obamas vier Jahren Amtszeit habe sich das staatliche Defizit verdoppelt. "Ich bin beunruhigt über die Richtung, die Amerika in den vergangenen vier Jahren eingeschlagen hat", sagte Romney am Mittwochabend (Ortszeit) in seinem Schlusswort. Amerika brauche einen neuen Kurs.

Obama konterte, er habe das Land aus der schweren Finanzkrise geführt. Dagegen schade Romneys Politik der Mittelschicht und nutze den Reichen. Romney wolle durch Steuererleichterungen reiche Amerikaner um 250.000 Dollar im Jahr entlasten und gleichzeitig die Steuern für die Mittelschicht um mehrere tausend Dollar erhöhen. "Wenn Sie mich wählen, so versichere ich Ihnen, auch in der zweiten Amtszeit so hart zu kämpfen" wie in den ersten vier Jahren, sagte Obama. Auf persönliche Attacken auf seinen Gegner verzichtete er weitgehend.

Insgesamt verlief das eineinhalbstündige Rededuell in Denver - das erste von insgesamt drei Debatten bis zur Präsidentenwahl am 6. November - ohne echte Höhepunkte. Beide Kandidaten verloren sich zeitweise in langatmige Erklärungen mit vielen verwirrenden Details und Zahlen.

Welchen Einfluss haben TV-Duelle auf die Wahl?

Die nahezu einhellige Meinung unter Experten ist, dass die TV-Duelle viel weniger am Wahlergebnis verändern als die Kandidaten denken. So hätten sich 95 Prozent der Wähler ohnehin bereits vor den Debatten entschieden, für wen sie stimmen. In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe es in den Umfragewerten bis auf seltene Ausnahmen keine großen Ausschläge nach den Sendungen gegeben, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Gallup.

Laut Experten könnten nur echte Aussetzer, schwere Patzer oder rhetorische Blackouts dazu führen, dass eine Debatte zum "Gamechanger" wird - zum Ereignis, das die ganze Ausgangslage wenige Woche vor der Wahl völlig durcheinanderwirbelt.

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