So, 19.05.2013 | 02:52 Uhr
Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat sich zurückhaltend über die Entscheidung in der K-Frage der SPD geäußert. Stegner gehört zum linken Flügel, der Steinbrück eher skeptisch gegenübersteht. Von CDU, FDP, Grünen und Linken kamen die unterschiedlichsten Reaktionen.
Stegner sagte im rbb-Inforadio am Freitag, Steinbrück sei der Vorschlag des Parteivorsitzenden. Und wenn man Steinbrücks Stärken nutze, dann seien die Chancen nicht schlecht, Schwarz-Gelb abzulösen. Stegner gehört zur Parteilinken, die einer Kandidatur Steinbrücks bislang skeptisch gegenüber stand.
CDU: Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte demonstrativ gelassen auf die Entscheidung der SPD. Die Regierungschefin habe "überhaupt keine Vorlieben, was ihren Gegenkandidaten betrifft", sagte ihr Sprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Merkel werde "mit ihrer erfolgreichen Regierungsbilanz in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen und ein schlüssiges Zukunftskonzept für Deutschland präsentieren", so Seibert.
FDP: Gesundheitsminister Daniel Bahr erklärte, er sehe bei vielen Themen eine "deutliche Diskrepanz" zwischen Steinbrück und der sozialdemokratischen Basis. Der schleswig-holsteinische Fraktionschef Wolfgang Kubicki meinte, Steinbrück sei derjenige, mit dem die Liberalen am ehesten reden könnten.
Grüne: Die Parteichefin Claudia Roth begrüßte, dass "die SPD die Frage schnell klärt. Ich hoffe, dass ein möglicher Kandidat Steinbrück die gesamte SPD hinter sich versammeln kann", denn das sei die Voraussetzung für einen erfolgreichen Wahlkampf. Der ehemalige Finanzminister sei "eine echte Kampfansage an Schwarz-Gelb", so Roth weiter.
Harte Kritik äußerte die Linkspartei. Steinbrück sei "der Offenbarungseid der SPD", so die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht in der "Frankfurter Rundschau". Er sei "das Eingeständnis, dass die Partei weiterhin für schlechte Renten, niedrige Löhne und lasche Bankenregulierung" stehe.