Mi, 16.05.2012 | 23:46 Uhr
Die Theaterwelt trauert um Thomas Langhoff.
Der Berliner Schauspieler und Regisseur starb am Samstag im Alter von 73 Jahren. Der langjährige Intendant des Deutschen Theaters in Berlin galt als einer der wichtigsten Regisseure des deutschen Bühnenbetriebs und Meister des Realismus.
Als Sohn des bedeutenden Theaterleiters Wolfgang Langhoff am 8. April 1938 in Zürich geboren, lebte er nach der Rückkehr der Familie aus der Schweizer Emigration in Ost-Berlin.
An der Theaterhochschule in Leipzig wurde Langhoff zum Schauspieler ausgebildet. Seine Bühnenlaufbahn begann er 1964 mit einem Engagement am Hans Otto Theater in Potsdam. Er spielte unter anderem den Tellheim in Gotthold Ephraim Lessings "Minna von Barnhelm" und den Lukas in Maxim Gorkis "Nachtasyl".
Seit 1971 arbeitete Langhoff als Schauspieler und Regisseur beim Fernsehen. Er wirkte an Filmen wie "Guten Morgen, du Schöne" (1980) und "Der Biberpelz" (1994) mit.
Zur Bühnenregie kehrte er Ende der 1970er Jahre am Berliner Maxim Gorki Theater zurück, Regiearbeiten am Deutschen Theater Berlin folgten. Gastinszenierungen führten ihn nach Frankfurt am Main, Hamburg, München und Wien.
1991 übernahm Langhoff für zehn Jahre die Intendanz des finanziell angeschlagenen Deutschen Theaters in Berlin, an dem auch sein Vater von 1946 bis 1963 Direktor war. Thomas Langhoff habe seine Intendanz geradezu als "familiäre Verpflichtung empfunden", sagte der derzeitige Intendant Ulrich Khuon am Sonntag.
Ute Büsing würdigt Thomas Langhoff in einem Nachruf.