Do, 23.02.2012 | 03:08 Uhr
Bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens sind neben dem Verbindenden zwischen beiden Ländern auch heikle Themen zur Sprache gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel vermied es am Mittwoch in Berlin, auf den türkischen Wunsch nach deutscher Unterstützung für einen EU-Beitritt einzugehen. Unterschiedliche Akzente gab es erneut auch bei dem Thema Spracherwerb und Integration.
"Wir erhoffen uns, dass es Deutschland sein sollte, das die Mitgliedschaft der Türkei in der EU am meisten vertritt", sagte der türkische Ministerpräsident Erdogan in seiner Festrede. Auch erwarte er deutsche Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus, fügte er mit Blick auf die radikale Kurdenorganisation PKK hinzu.
Zuvor hatte Erdogan in der "Bild"-Zeitung die deutsche Integrationspolitik kritisiert: "Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte."
Der türkische Premier fordert von Deutschland mehr Engagement für einen EU-Beitritt der Türkei. Was könnte Deutschland tun, um die Türkei näher an Europa zu führen? Wäre es nicht in erster Linie Aufgabe der Türkei, sich Europa anzunähern, ob beim Thema Menschenrechte oder bei der freien Religionsausübung, wenn man in die EU will?
Dazu ein Gespräch mit Serkan Tören, der für die FDP im Deutschen Bundestag sitzt und Mitglied im Innenausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe ist. Die Fragen stellt Angela Ulrich.