Ein Moskito auf einem menschlichen Finger
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- Kampf dem Klitzeklein-Tier-Schwund

Zugegeben, die wenigsten sind wirklich sympathisch und die meisten nerven uns eher. Dennoch: Insekten sind wichtig, deswegen sollte uns ihr drohender Massen-Schwund auf jeden Fall Sorge bereiten. Kolumnistin Renée Zucker sinniert deswegen angesichts eines wirklich gesegneten Herbstwetters über all das, was wir tun können, um den Insekten das Überleben zu sichern.

Obwohl ich persönlich mich nicht über zu wenige Insekten beschweren kann -  Mücken gab es trotz 3. Stock in Überzahl, jede Woche eine Schnake in der Wanne,  Hummeln und Bienen labten sich wie immer an den Balkonpflanzen und vom Hund gab es einige Zecken abzusammeln - gebe ich doch gern weiter, wie man sich dem drohenden Insektensterben entgegen verhalten kann.

Nachdem reichlich Hohn und Spott über Krefelder Insektensammler ausgeschüttet worden war, die als erste vor Klitzeklein-Tier-Schwund gewarnt hatten, stellt sich jetzt heraus, dass die Amateure Recht hatten. Alarm ist nun in aller Munde, nicht etwa, weil irgendwer  Schmeiß- und Obstfliegen, Kakerlaken, Holzböcke oder Moskitos vermisst, aber die Vögel brauchen dringend zu essen und im Frühjahr zu füttern - wir übrigens auch, wenn man mal an die ganzen Obstbaumblüten denkt und wie teuer dieses Jahr simpelste Feld-Wald- und Wiesenäpfel und Birnen sind -  und genau diese Blüten, aber auch sämtliche Wiesen- und Gartenblumen müssen bestäubt werden.

Klar, dass man dafür allerdings erst mal Blumen braucht und nicht etwa diese modisch gewordenen, pflegeleichten, vermutlich japanisch anmuten sollenden Zen-Gärten mit jede Menge weißem Kies und auch mal einem rotblättrigem Ahorn im Design. Da könnt ihr gleich ein Schild mit "Bienenverräter" an den Zaun hängen.

Und hier noch mal zur Freude aller: Laubbläser, abgesehen von ihrer widerlichen Ohren- und sonstigen Umweltverschmutzung, vernichten Spinnen und anderes Getier im Laub. Weg mit ihnen, nichts ist meditativer als entspanntes Rechen und Harken im Herbst und ab und zu halten wir inne, horchen auf sehnsüchtige Kranichschreie, schauen nach dem Vogelflug und raten, wie die Zukunft wird.

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Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.