Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l) und US-Präsident Donald Trump geben sich am 17.03.2017 im East Room des Weißen Hauses in Washington (USA) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz die Hand. (Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa)

- Amerikanische Verhältnisse

Die Präsidentschaft Donald Trumps währt gerade einmal zwei Monate und schafft fast täglich genügend Anlass, um sich an ihren Eigenheiten aufzuhalten. Auch Kolumnistin Renée Zucker muss mal wieder ihren Blick gen Wahsington richten - auf den Antritts-Besuch von Bundeskanzlerin Merkel bei Donald Trump.

Da findet man einmal was lustig, schon macht es einem die Kanzlerin madig. "Zumindest das haben wir gemeinsam", sagte der Präsident auf die Frage nach der Ausspähung durch amerikanische oder britische Dienste, oder alle beide,- und die abweisend hochmütige Miene der Kanzlerin kam vielleicht ein Nanosekündchen zu spät.

Vielleicht hätte ein Nicht-Gesicht schon geholfen, um das Nicht-Verhältnis zu lockern - wenn man schon den Weg auf sich nimmt. Aber ihr war offenbar wichtiger zu zeigen, dass sie mit diesem Mann rein gar nichts gemein hat. Kann man verstehen, wer wollte das schon, aber dass man deshalb die eigene Ausspähung gut finden muss, ist vielleicht dann doch zu viel der selbstverleugnenden Abgrenzung.

Vielleicht musste die Kanzlerin aber froh sein, dass überhaupt jemand wusste, dass sie kommt - im Gegensatz zum mexikanischen Außenminister, der eine Woche vorher in Washington war. Die Rachel-Maddow-Show spielte ein wunderbares Telefonat zwischen der LA Times, die fragt, warum sich der mexikanische Außenminister nicht mit dem amerikanischen Außenminister, sondern mit dem Economic Advisor, dem National Security Advisor und dem Schwiegersohn traf, und der Speaker vom Außenministerium antwortet "Gute Frage, ich wusste gar nicht, dass der mexikanische Außenminister in der Stadt ist". Das vermittelt ein durchaus überzeugendes Bild einer Regierung, deren Außenminister nicht nur einverstanden mit der Marginalisierung und Kürzung seines Ministeriums um fast 30 Prozent ist, und bislang auch keine der sonst üblichen Pressekonferenzen gegeben hat.

Vielleicht passen die einfach nicht mehr ins Budget, wer weiß.

Wir dagegen wissen angeblich ab heute mittag mehr.

Schon jetzt wird sie als Erdbebengleiche Showdown-Nummer gehandelt:  FBI-Direktor Comeys Anhörung über jedwede Abhörung.

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Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.