Illustration: Zukunftsvorhersage - Hände mit Astrologiezeichen (Bild: colourbox.com)

- Mit der Zukunft ist es so eine Sache

In zwei Tagen wird das Jahr 2016 Geschichte sein. Da fragen sich viele: Wie wird das kommende Jahr 2017? Kolumnist Thomas Hollmann hält jedoch nichts von der Zukunftsguckerei.

Das neue Jahr steht im Zeichen von Fernost. Unser amerikanisches Zeitalter wird von einem asiatischen abgelöst, spirituell und kulinarisch. Das hat Deutschlands Zukunfts-Papst Matthias Horx gesagt. Nicht gestern, sondern bereits vor fünf Jahren. Irgendwie muss das Yin und Yang an mir vorbei gegangen sein. Und dass der Buddhismus zum globalen Eroberungszug angesetzt hätte, habe ich wohl auch verpasst.

Ja, mit der Zukunft ist das so eine Sache. Da kann man auch mal ganz schön daneben liegen. Deshalb hat sich der werte Herr Horx, der im Hessischen sein eigenes Zukunftsinstitut unterhält, mittlerweile auf „Megatrends“ verlegt. Die sind derart mega und vage formuliert, dass sich das Horoskop der Super Illu wie eine Gebrauchsanweisung für den Geschirrspüler liest.

Das machen die Wirtschaftsinstitute ja auch gerne, den Dollar und die Börse rauf oder runter zu prognostizieren. Und wenn’s umgekehrt kommt, war der Brexit schuld. Oder Trump. Oder irgendein anderes Erdbeben, das ja kein Mensch habe vorhersehen können. Dann lieber Astrologie. Da weiß man zumindest, welche Bahn der Jupiter zieht und wann Merkur im zwölften Haus steht.

Warum wollen die Leute überhaupt wissen, wie die Welt von morgen aussieht? Was bringt einem die Vorab-Erkenntnis, dass Prahlerei die neue politische Weltwährung ist und die neuen Cäsaren über Landes- und Religionsgrenzen hinweg auf dicke Hose machen (wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, ihren Namen auf Hochhäuser zu schreiben)? So etwas will man doch nicht vorher schon wissen. Und wenn mir einer gesagt hätte, dass ich in diesen Jahr gleich dreimal auf den Hängeboden klettern muss, um die Platten von David Bowie, Prince und Leonard Cohen runter zu holen, hätte ich 2016 glatt ausfallen lassen. Deshalb: Scheiß auf die Zukunft!

Störung Master slide

RUNDFUNK BERLIN-BRANDENBURG


Störung

rbb-dev-varnish.novalocal

503 Service Unavailable


Zurück zur Übersicht

Mops vor dem Berliner Dom (Bild: imago)

Hundert Sekunden Leben

Renée Zucker und Thomas Hollmann filtern mit wachen Sinnen hundert Sekunden aus dem Leben und stellen sie uns vor: Prägnant, verspielt und auf den Punkt.