Der Kopf vom Lenindenkmal in der Zitadelle Spandau
imago/Jürgen Ritter
Bild: imago/Jürgen Ritter

- Europa: Möglichkeiten und Grenzen einer Erinnerungskultur

An vielen Stellen brechen derzeit innerhalb des europäischen Kontinentes alte Gräben auf. Während die wirtschaftliche und politische Verflechtung  der Staaten untereinander gewachsen ist, trennen die Kulturen Europas oft unterschiedliche historische Erfahrungen und unterschiedliche Umgangsweisen mit der Vergangenheit. Wie soll eine gemeinsame Erinnerungskultur aussehen? Darüber diskutiert Harald Asel mit seinen Gästen.

Die Brüche zwischen den europäischen Kulturen werden selten sichtbarer als angesichts der kommunistischen Utopie, die in der Osthälfte des Kontinents diktatorische Staatsordnungen hervorbrachte. Der 100. Jahrestag der russischen Revolution 2017 ist daher Anlass, über die bleibenden  Unterschiede im Umgang mit der Vergangenheit nachzudenken. Doch die Erfahrung mit dem Kommunismus ist beileibe nicht die einzige Trennlinie. Der erste Weltkrieg, der nicht überall bereits 1918 zu Ende ging, brachte einzelnen Nationen die Wiedererlangung ihrer Staatlichkeit, anderen wurden schmerzhafte Opfer abverlangt. Und heute? Das liberale Projekt Europa steht derzeit massiv unter Druck. Der Kredit der Gemeinsamkeiten nach dem Epochenumbruch 1989/90 scheint aufgebraucht zu sein.

Ist die Zeit dennoch reif, über eine gemeinsame Geschichtserzählung zum „Zeitalter der Extreme“ nachzudenken? Braucht es sie vielleicht stärker denn je? Was gehört dazu und wobei brauchen wir geradezu die Vielstimmigkeit der Deutungen? Und welche Rolle spielt dabei die Erinnerung an die Russische Revolution und ihre Folgen?

Im Rahmen der Konferenz "Der lange Schatten des Kommunismus – 100 Jahre russische Revolution und das kommunistische Erbe Europas"  diskutieren darüber:

Podiumsgäste:

Marieluise Beck        
Staatssekretärin a.D. und Direktorin für Mittel-/Osteuropa des Zentrums für die Liberale Moderne, Berlin

Dr. Peter Györkös    
Botschafter von Ungarn in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin    

Prof. Dr. Norbert Lammert 
Präsident des Deutschen Bundestages,  Berlin

Prof. Dr. habil. Krzysztof Ruchniewicz 
Direktor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroclaw, Breslau

Eine Veranstaltung von Deutsche Gesellschaft e.V. und Bundesstiftung zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur in Zusammenarbeit mit Inforadio (rbb) vom 20.10.2017.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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