Auf dem Podium v.l.n.r. Larissa Förster, Ruprecht Polenz, Harald Asel, Israel Kaunatjike, Reinhart Kößler und Jonas Kreienbaum (Bild: Deutsches Historisches Museum)
Bild: Deutsches Historisches Museum

- Entschuldigen? Entschädigen? Gemeinsam erinnern?

Wie soll die Debatte über deutschen Kolonialismus weitergehen? Wo bildet sich bereits ein Konsens der kolonialen Erinnerungskultur in Deutschland heraus? Und was kommt  nach wie vor zu kurz? Gibt es neue Erkenntnisse aus der Forschung, die  unseren Blick auf die deutsche Rolle im großen Spiel der Kolonialmächte verändern? Aber auch praktisch gefragt: welche Rolle spielen offizielle Entschuldigungen? Wie sollen sie aussehen? Und was kommt danach? Harald Asel diskutiert mit seinen Gästen.

Es ist einiges in Bewegung gekommen. Über die Frage der Anerkennung des Völkermords an den Herero und Nama wird derzeit intensiv politisch verhandelt. Historisch ausgerichtete Wissenschaften unter globalgeschichtlichem Blickwinkel zeigen Parallelen und Unterschiede kolonialer Herrschaft auf. Die Nachfahren der einstmals Kolonisierten werden selbst Akteure der Forschung wie der öffentlichen Meinungsbildung. Und eine zivilgesellschaftliche Debatte wie die über Straßenumbenennungen führt koloniale Relikte und fortwährende Diskriminierung vor Augen. Die Ausstellung im dhm versteht sich dabei als eine Etappe auf einem langen Weg.

Im Rahmen der Ausstellung "Deutscher Kolonialismus" zum Völkermord an den Herero und Nama, zu den verschlungenen Pfaden des Gedenkens daran und den Forderungen, die sich für die deutsche Gesellschaft daraus stellen.

Auf dem Podium:

Larissa Förster
Humboldt Universität zu Berlin, Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie

Israel Kaunatjike
Herero-Aktivist in Deutschland, Berlin

Jonas Kreienbaum
Universität Rostock, Assistent am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte

Reinhart Kößler
Entwicklungssoziologe mit Schwerpunkt Südliches Afrika, ehem. Direktor am Arnold Bergsträsser Institut für kulturwissenschaftliche Forschung in Freiburg/Br.

Ruprecht Polenz      
Offizieller Vertreter der Bundesregierung im Dialog mit Namibia über den Völkermord an den Herero und Nama

Eine Veranstaltung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit Inforadio (rbb) vom 20.03.2017.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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