v.l.n.r. Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Angelika Borchert, Harald Asel, Prof Dr. Viola König und Prof Dr. Bénédicte Savoy (Bild: Inforadio/Begzada Kilian)

- Warum ist das eigentlich hier? Über die Wege außereuropäischen Kulturguts

Afrikanische Masken, ostasiatische Bronzen, Schiffe der Südsee, sie werden zu den Besuchermagneten des künftigen Humboldt Forums zählen. Doch wie sind die vielen Objekte von außerhalb Europas nach Berlin gekommen, die sich in hiesigen Museen seit zwei Jahrhunderten ansammeln? Und was sagt das über ihren heutigen Status aus?

In der intensiven Debatte im Vorlauf zur neuen Ausstellung in der Mitte Berlins geht es nicht ausschließlich um mögliche Restitutionsansprüche infolge illegaler oder sittenwidriger Aneignung, also der Frage "Wem gehört das eigentlich?" Die Sammlungen erzählen darüber hinaus nämlich viel von den oft gewaltsamen Machtverhältnissen im Umgang mit fremden Kulturen und Regionen, aber auch von interkultureller Begegnung, vom kolonialen Blick auf Objekte und von den Gesetzen eines sich bildenden Kunstmarktes. Nicht zuletzt lässt sich der Bedeutungswandel der Objekte selbst erzählen, etwa von einem kultischen Artefakt hin zu einem öffentlich ausgestellten Kunstwerk oder einer privat gehüteten Kapitalanlage.  Aber kann und soll dies alles in einer Ausstellung für ganz unterschiedlich interessierte Besucherinnen und Besucher thematisiert werden? Und wie?

Derzeit entwickeln einstmals marginalisierte Kulturen ein neues Selbstbewusstsein. Es entstehen darüber hinaus in Asien neue Zentren des Kunstmarktes. Ausgewählte Museumsobjekte erlangen einen oft umkämpften hohen Symbolwert sowohl am Ort ihrer Herkunft als auch dort, wo sie sich jetzt befinden. Kein Wunder also, dass sich aktuell viele Museen und zivilgesellschaftliche Initiativen mit diesen Fragen beschäftigen.

Als Abschluss der - ansonsten englischsprachigen - Tagung "All the Beauty of the World. The Western Market for non-european Artefacts", veranstaltet vom Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin, diskutieren:

Angelika Borchert
Sinologin, Kunsthistorikerin und Kunsthandelsexpertin
Prof Dr. Viola König

Direktorin Ethnologisches Museum SPK, Berlin
Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung

Kurator und Publizist Berlin
Prof Dr. Bénédicte Savoy

Kunstgeschichte der Moderne, TU Berlin

Moderation: Harald Asel, Inforadio (rbb)

Aufzeichnung einer Veranstaltung des Instituts für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin in Zusammenarbeit mit Inforadio (rbb) vom 15.10.2016.

Sendung

Podium v.l.n.r. Christian Alexander Scholber, Iris Pigeot, Harald Asel, Gert G. Wagner (Bild: Inforadio/Kilian)

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