Titelbild "Mittelerde - Schatten des Krieges"
Monolith/Warner Bros.
Bild: Monolith/Warner Bros.

- Neue Spiele: Der mit dem Ork tanzt

Videospiele, die auf bekannten Film- oder Fernsehmarken beruhen, haben den Ruf, das schnelle Geld über die Qualität zu stellen. Und oft stimmt das auch. Doch es gibt auch lobenswerte Ausnahmen: So wie "Mittelerde: Schatten des Krieges" und "South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe". Inforadio-Spiele-Experte Christoph Parker stellt sie Ihnen vor.

"Mittelerde: Schatten des Krieges" spielt – unschwer am Namen zu erkennen - im "Herr der Ringe" – Universum, hat jedoch eine eigenständige, von Büchern und Filmen weitestgehend losgelöste Story. Die ist zeitlich zwischen "Hobbit" und "Herr der Ringe" angesiedelt. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Waldläufers Talion, der durch hier nicht weter auszuführenden Hokuspokus mit dem Geist von Celebrimbor vereint ist. Das war jener Elb, der einst für den Erzbösewicht Sauron den einen Ring schmiedete. Diese Verbindung verleiht ihm außergewöhnliche Fähigkeiten. Doch um Sauron aufzuhalten, braucht es mehr. Deswegen schmieden die beiden einen neuen "einen" Ring, mit dem sie Saurons Helfern, den Orks, ihren Willen aufzwingen können. So baut sich Talion nach und nach seine  Armee aus quasi ferngesteuerten Orks auf, um mit ihr gegen Sauron anzutreten.

Für den Spieler bedeutet das, dass "Schatten des Krieges" weit über die üblichen Mechaniken eines Action-Spiels hinausgeht: Ja, Schwertkampf und Bogenschießen gibt es auch hier und das Kampfsystem ist eine Wucht. Aber dazu kommt das sogenannte "Nemesis-System": Ein komplexes Netzwerk aus Feinden und Verbündeten, das sich der Spieler im Lauf der Zeit aufbauen muss, in dem er Orks je nach Bedarf stärken, schwächen und in Stellung bringen kann und mit dem jeder seine ganz eigene Version der Geschichte schreibt. Eine großartige Mischung aus Action, Taktik und düsterer Tolkien-Atmosphäre: "Mittelerde: Schatten des Krieges".

Pups-Power: "South Park - die rektakuläre Zerreißprobe"

Der Humor von "South Park" war schon immer ein sehr spezieller und garantiert nicht für jeden: Derb und des guten Geschmacks vollkommen unverdächtig, oft aber auch intelligent und doppelbödig. Diese Mischung zeichnet auch das Rollenspiel "South Park – die rektakuläre Zerreißprobe" aus. Die Story ist eine Parodie auf Avenger- und sonstige Superheldenfilme. Die Kinder von South Park spielen zwei verfeindete Superhelden-Gruppen und selbstverständlich gerät alles völlig aus den Fugen.  Als das "neue Kind" in der Stadt kämpft man gegen andere Kinder, übergriffige Geistliche, klassische Rednecks und viele weitere Gegner. Das rundenbasierte Kampfsystem mag auf den ersten Blick albern wirken, denn die Superkraft der Hauptfigur besteht aus… äh… na ja: Furzen. Aber davon abgesehen hat es eine erstaunliche taktische Tiefe und verlangt dem Spieler ordentlich Weitsicht ab.

Szene aus "South Park - die rektakuläre Zerreißprobe"

Die Sozialkritik, die South Park sonst auszeichnet, kommt hier ein bisschen kurz, aber hier und da ist sie elegant eingebaut. Beispiel gefällig? Wer am Anfang des Spiels seinen Charakter erstellt, sollte sich gut überlegen, welche Hautfarbe er ihm gibt. Denn je dunkler die ist, desto höher ist der Schwierigkeitsgrad. Bitterböse und trotzdem spaßig: "South Park – die rektakuläre Zerreißprobe".

Surrealer Survival Horror: "The Evil Within 2"

Auch schon ein paar Tage auf dem Markt, aber dennoch absolut empfehlenswert ist "The Evil Within 2" - zumindest für Freunde des gepflegten Survival Horrors. Drei Jahre nach den schrecklichen Ereignissen des ersten Teils ist Polizist Sebastian Castellanos noch immer nicht über den Flammentod seiner Tochter Lily hinweg und versinkt im Selbstmitleid. Da wird er überraschend von der Organisation kontaktiert, die er für Lilys Tod verantwortlich macht – und mit einer schockierenden Neuigkeit konfrontiert: Lily lebt.

Nun muss Sebastian sie retten und sich dafür erneut in bizarre Welten voller Alpträume stürzen. Dabei konzentriert sich "The Evil Within 2" deutlich mehr auf den "Survival" - als auf den "Horror" - Part: Krasse Schockmomente gibt es wenige, dafür sehr viel Suche nach überlebenswichtigen Ressourcen. Für eine Gänsehaut sorgt "The Evil Within 2" trotzdem immer wieder – alleine schon wegen des teilweise sehr hohen Ekelfaktors.

Szene aus "The Evil Within 2"

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