Szene aus "Star Trek: Bridge crew" (Copyright: Ubisoft)
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Bild: Ubisoft

- Mit VR ins All: "Star Trek: Bridge Crew" und "Farpoint"

Die "Virtual Reality" - oder kurz VR – erscheint Vielen noch immer wie Science-Fiction: Dank VR-Brille taucht man komplett in eine virtuelle Welt ein. Da verwundert es nicht, dass sich viele VR-Games mit Sci-Fi beschäftigen, so zum Beispiel "Star Trek: Bridge Crew" und "Farpoint". Beide sind frisch erschienen und Inforadio-Spiele-Experte Christoph Parker hat sie sich angeschaut, wie auch das Prügelspiel "Injustice 2".

Knapp vor Holodeck: "Star Trek: Bridge Crew"

"Star Trek: Bridge Crew" ist eines der bislang großartigsten Spiele, die es für Virtual Reality – Systeme gibt. Zumindest, wenn man zwei Bedingungen erfüllt: Man sollte tunlichst Star Trek – Fan sein und man braucht die richtige Gesellschaft. Alleine kann man es durchaus spielen und auch hier gibt es gerade für "Trekkies" Vieles zu entdecken. Schon alleine das originale Sounddesign ist genial.

Doch das Spiel trägt die "Bridge Crew" - also die Brückenbesatzung – nicht umsonst im Titel. Denn solo ist es eben doch nur virtuelles Knöpfchen-drücken. Um richtig Spaß zu haben, spielt man es online mit bis zu drei Mitspielern. Jeder übernimmt eine bestimmte Rolle auf der Brücke und versucht, diese so gewissenhaft wie möglich mit Leben zu füllen: Der Navigator fliegt das Schiff, der Taktik-Offizier bedient Sensoren und Waffen, der Ingenieur verteilt die Energie auf die Schiffssysteme und der Kapitän trifft Entscheidungen und erteilt Befehle.

Szene aus "Star Trek: Bridge Crew" (Copyright: Ubisoft)
Szene aus "Star Trek: Bridge Crew"

Mit Teamwork versucht man dann also, die Besatzung eines gestrandeten Schiffes zu retten oder einem Angriff der Klingonen standzuhalten. Und wenn man das mit Menschen spielt, die die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß mitbringen, kann das zu glorreichen Spielmomenten und tollen Erfolgserlebnissen führen. Ein wahrhaft "faszinierendes" VR-Erlebnis.

Weltraum-Shooter mit Plastik-Gewehr: "Farpoint"

"Farpoint" erzählt zunächst einmal eine recht klassische Science-Fiction – Geschichte: Ein Wissenschaftler-Paar und ein Shuttle-Pilot stürzen nacheinander durch ein Wurmloch auf einen fremden und wenig heimeligen Planeten. Der Spieler macht sich in der Rolle des Piloten zu Fuß auf die Suche nach den Wissenschaftlern. Unterwegs findet man immer wieder holografische Aufzeichnungen der beiden, die spannend und gelegentlich sehr anrührend die Geschichte der beiden erzählen. Und man bekommt es schnell mit den hochgradig aggressiven, Spinnen-ähnlichen Planetenbewohnern zu tun, von denen die kleinsten so ungefähr bei Fußballgröße anfangen, die größten dann eher die Maße einer Fußballfabrik haben.

Szene aus Farpoint (Copyright: Sony)
Szene aus "Farpoint"

Diese Monster gilt es natürlich zu bekämpfen, später kommen noch Roboter und menschenähnliche Aliens dazu. Und es kommt ein neues Stück Hardware ins Spiel: Der sogenannte "Aim-Controller" feiert in "Farpoint" seine Premiere. Dabei handelt es sich simpel ausgedrückt um ein Plastikgewehr, dessen Bewegungen von der Playstation-Kamera gelesen werden können. Das erinnert an alte Laser-Pistolen in den Spielhallen der 80er-Jahre und gibt den Feuergefechten tatsächlich eine sehr viel realistischere Note, als das mit einem herkömmlichen Controller der Fall wäre – auch dank der in aller Regel sehr sauber funktionierenden Technik.

PSVR Aim Controller (Bild: imago/AFLO)
Der "Aim Controller" für Playstation VR.

Als herkömmlicher Ego-Shooter wäre das Spiel nur Mittelmaß und fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Aber VR und "Aim Controller" machen "Farpoint" zu einem adrenalingeladenen Action-Abenteuer, als Einzelspieler genauso wie online mit anderen. So könnte also wirklich die Zukunft der Ego-Shooter aussehen. Und die Aussicht, dass der "Aim Controller" künftig noch von weiteren Spielen unterstützt werden soll, tröstet auch über den happigen Preis von rund 90 Euro hinweg.

Superhelden-Klopperei mit Stil: "Injustice 2"

"Injustice 2" gehört der altehrwürdigen Gattung der "Beat 'em Up"s an, also der 2D-Prügelspiele. Zwei Charaktere stehen sich gegenüber und vermöbeln sich nach allen Regeln der Kunst – und das sind ne Menge Regeln. Ein gutes Beat'emUp zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass sich jeder Spielcharakter anders spielt, andere Tastenkombinationen benötigt und seine ganz eigene Taktik voraussetzt.

Wodurch sich BeatemUps üblicherweise nicht auszeichnen, sind starke Storys – und hier weicht "Injustice 2" glücklicherweise von der Regel ab. Denn nicht nur spielt es im sogenannten DC-Universum der Superhelden Batman, Superman, Green Arrow und so weiter, sondern es erzählt und inszeniert auch eine fantastische Geschichte. Die diejenigen, die Teil 1 nicht gespielt haben, allerdings etwas verwirren dürfte, denn wir befinden uns in einem Paralleluniversum, wo alles quasi so ist, wie bei uns, aber eben doch nicht alles. So hat dieser Superman die Liebe seines Lebens verloren und ist durch die Trauer in einen gnadenlosen Despoten verwandelt worden. Nach dem Motto: Nur ein toter Verbrecher ist ein guter Verbrecher und wer nicht für mich ist, ist gegen mich  Das geht seinem Freund Batman eindeutig zu weit und er setzt alles daran, den "Mann aus Stahl" zu stoppen. Erst als ein Superbösewicht die gesamte Menschheit bedroht, müssen sich die beiden ehemaligen Freunde mit ihren  jeweiligen Anhängern wieder zusammen tun.

Szene aus Injustice 2 (Copyright: WB)
Szene aus "Injustice 2"

Spielerisch ist "Injustice 2" so komplex wie nötig und dennoch so spielerfreundlich wie möglich. Man kann Stunden über Stunden damit zubringen, die ganzen Finessen jedes einzelnen der 28 zur Verfügung stehenden Kämpfer einzustudieren – man muss es aber nicht, um Spaß zu haben und Kämpfe zu gewinnen. Dieser Balance-Akt hilft dabei, Anfänger nicht abzuschrecken, erfahrene Spieler aber gleichzeitig nicht zu unterfordern.

Langweilig wird es ohnehin nicht: Neben der zwar recht kurzen, aber wie schon gesagt toll erzählten Story gibt es natürlich diverse Online-Modi, die die Spieler über Wochen beschäftigen können. Superhelden-Klopperei mit richtig viel Stil: "Injustice 2".

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