Symbolbild Cybermobbing (Bild: imago/McPHOTO)
imago/McPhoto
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Di, 07.02.2017 - Cybermobbing - ein unterschätztes Problem

Die schier unbegrenzten Möglichkeiten des Internets sind nicht nur Segen, sie bringen auch Gefahren mit sich. Vor allem Kinder und Jugendliche können sich in diesem kommunikativen Freiraum regelrecht verlieren. Der "Safer Internet Day" am 7. Februar wollte über Risiken aufklären. Aus diesem Anlass ging Annette Miersch der Frage nach, warum Cyber-Mobbing ein Problem ist, das oft unterschätzt wird.

Franz Kloth, Sprecher des Berliner Landesschülerausschusses - Foto: rbb Inforadio/Annette Miersch
Franz Kloth, Sprecher des Berliner Landesschülerausschusses | Bild: rbb Inforadio/Annette Miersch

Cybermobbing gehört zum Schüleralltag. Doch das Ausmaß ist schwer zu greifen. - Studien liefern verschiedene Zahlen: Zwischen 10 und 30 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler waren demnach schon mal selbst im Schussfeld. - Doch vieles, bleibt verborgen, vermutet Franz Kloth. Er ist Sprecher des Berliner Landesschülerausschusses. Für die Schülervertreter sei Cybermobbing nicht Thema Nummer 1, aber es tauche ab und zu mal auf.

Berliner Anti-Gewalt- und Medien-Trainer Philipp Behar-Kremer Foto: rbb Inforadio/Annette Miersch
Berliner Anti-Gewalt- und Medien-Trainer Philipp Behar-Kremer

Opfer können sich wehren

Die Dunkelziffer erklärt der Elftklässler unter anderem mit dem besonderen Tatort: Ein Kind, das auf dem Schulhof gequält wird, kann jeder sehen - dieses Mobbing passiert öffentlich. Beim Cybbermobbing aber würden Betroffene oft in digitalen Räumen angegriffen, die nur bestimmten Gruppen zugänglich sind. - Auf Whatsapp, Snapchat und Instagram zum Beispiel können die Kids selbst bestimmen, wer die Hetztiraden mitlesen darf, bestätigt der Berliner Anti-Gewalt- und Medien-Trainer Philipp Behar-Kremer. Er schildert den Fall eines 15-jährigen Jungen, der bei ihm zur Beratung kam.

Kommt so ein Fall dann doch ans Licht, fehle Erwachsenen oft das nötige Problembewußtsein, so der Sozialpädagoge. Mit seinem Verein "Cybermobbing-Prävention e.V." führt er pro Jahr um die 70 Workshops an Schulen durch. Der Mobbing-Experte Behar-Kremer fordert: Auch die Folgen von Cybermobbing müssen ernst genommen werden. Betroffenen rät er dringend, sich jemandem anzuvertrauen. Doch genau das fällt oft am schwersten.