Das Berliner Restaurant "Cookies Cream"
Cookies Cream
Bild: Cookies Cream

- Zehn Jahre "Cookies Cream"

Im November 2007 eröffnete der in London geborene umtriebige Berliner Club-Betreiber Heinz "Cookie" Gindullis Berlins bestes vegetarisches Restaurant - in einem düsteren Industriebau zwischen Komischer Oper und Westin Grand. Soja-Bolognese, vegetarische Rouladen, Hirsebouletten und ähnlichen "Imitations-Quatsch" gibt es nicht. Vielmehr kreiert Stephan Hentschel, Küchenchef seit dem ersten Tag, im "Cookies Cream" fleisch- und fischfreie Köstlichkeiten. Mit Stephan Hentschel und Heinz Gindullis sprach Reiner Veit über zehn Jahre "Cookies Cream" und wie es überhaupt zum Restaurant kam.

Gegrillter Lauch mit Sesam und Meerrettich, Maisporridge mit Koriander, Chili und Schluppen, Wachtelei im Brioche mit Schalotten, Kartoffelschaum, Trüffeljus und die legendären Parmesanknödel: solche und ähnliche Kreationen finden sich auf der Speisekarte des "Cookies".

Im Vordergrund: Das schöne Erlebnis

Zum Zeitpunkt der Eröffnung des "Cookies" war Heinz Gindullis bereits seit 25 Jahren Vegetarier, aber er kannte damals kein einziges Restaurant mit rein vegetarischser Küche an einem atmosphärisch schönen Ort. Einen solchen Ort wollte er schaffen, wo das Vegetarische nicht im Vordergrund stand, sondern das schöne Erlebnis und die hohe Qualität des Essens, die sich nicht damit begnügen wollte, lediglich ohne Fleisch oder Fisch zu kochen und sich an der Erinnerung an Fleischgerichte zu orientieren.

Stephan Hentschel und Heinz Gindullis

Akzentuierte Gemüseküche

Der Fleischesser Hentschel musste erst einmal in die vegetarische Küche hineinwachsen, sich auch hineindenken in die Vorgaben von Gindullis, der auf keinen Fall Pasta, Tofu oder Reis auf seiner Speisekarte sehen wollte. Das führte dazu, sich viel mit den Gemüsen zu beschäftigen und zu einer intensiven Probier- und Experimentier-Phase vor der Eröffnung des "Cookies", so Hentschel.

Erst nach zwei Jahren jedoch waren Gindullis und sein Küchenchef Hentschel wirklich zufrieden mit dem, was sie ihren Gästen anbieten konnten: eine akzentuierte Gemüseküche, die so etwas wie einen roten Faden hatte, so Gindullis, wo jedes einzelne Gericht - mit darauf abgestimmter Weinbegleitung - ein unverwechselbares Geschmackserlebnis war und in sich vollständig, so dass auch Fleischesser nichts vermissten, die mittlerweile 80 Prozent der Gäste ausmachten.

Ein Blick auf die Teller im "Cookies"

Auch der Stellenwert des "Cookies" innerhalb der Sterne-Gastronomie habe sich enorm gewandelt, so Hentschel: Mittlerweile gebe es Anfragen von jungen Menschen, die bereits in hoch besternten Häusern Europas gearbeitet haben und gerne das "Cookies" als Station in ihrem Werdegang mitnehmen wollen.

Zum zehnjährigen Jubiläum hatte das "Cookie" die Idee einer Europa-Tournee, dem Besuch ausgewählter vegetarischer Restaurants zum gegenseitigen Austausch - darunter das "La Granja" in Ibiza, als ältestes vegetarisches Restaurant der Welt das "Hitl" in Zürich oder in London das "Magazine" mit seiner besonderen Architektur von Zaha Hadid.

Sendung

Gedeckter Tisch mit Wein mitten im Weinberg

Aufgegabelt

Reiner Veit blickt in die Kochtöpfe der Küchenchefs. Die Sendung für alle, die möglichst viel erfahren wollen über Essen, Trinken und die hohe Kunst des Kochens.