Die britische Autorin des Kochbuchs "Die französische Küche", Elizabeth David
Verlag Mandelbaum
Bild: Verlag Mandelbaum

- Ein Juwel unter den Kochbüchern

In dieser Ausgabe von "Aufgegabelt" geht es um ein Kochbuch aus England - "Die französische Küche" von Elizabeth David, das aber viel mehr ist als nur eine Rezeptsammlung. Der Klassiker aus dem Jahr 1960 liegt erstmals in deutscher Übersetzung von Margot Fischer vor. Mit ihr sprach Reiner Veit über das Buch und seine Autorin.

Die Zeitung "The Guardian" erstellte vor ein paar Jahren eine Liste mit den 50 wichtigsten Kochbüchern aller Zeiten. Auf Platz zwei stand "Die französische Küche" von Elizabeth David. Das Buch ist ein Schatz, ein Glücksfall und Juwel. Dass es nun auf Deutsch zu haben ist, ist der Anglistin, Übersetzerin, Kochbuchautorin und Ernährungswissenschaftlerin Margot Fischer und dem Wiener Mandelbaum Verlag zu verdanken.

Reiner Veit hat sich mit Margot Fischer über das Buch unterhalten, die Autorin Elizabeth David und die Anforderungen bei der Übersetzung von "Die französische Küche".   

Die 1913 geborene Elizabeth David wuchs sehr konservativ in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Der standesübliche Bildungsweg sah den Besuch eines Internats vor, wo sie zum ersten Mal eine Vorstellung davon bekam, wie schlecht das Essen in öffentlichen Institutionen sein kann. Ein traumatisches Erlebnis, sagt Margot Fischer.

Davids Leben verlief nicht standestypisch und war sehr unkonventionell: Ihre Wege führten sie dabei in die Mittelmeer-Region, nach Ägypten und Indien. Erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie wieder zurück nach England, das sich durch so wenig Farbigkeit und einen relativ lieblosen Zugang zum Essen auszeichnete. Entsetzt von der Trostlosigkeit und dem schlechten Essen im Land ihrer Herkunft schrieb sie eine Artikelserie über die mediterrane Küche, die unter dem Titel "A Book of Mediterranean Food" in Buchform erschien. Über dieses Buch begegnete Margot Fischer das erste Mal Elizabeth David und war fasziniert davon, wie diese mit ganz wenigen Sätzen Düfte, Geräusche oder Farben lebendig zu machen verstehe.

Die Übersetzung eines so alten Klassikers wie "Die französiche Küche" gestaltete sich - wider Erwarten - für sie nicht schwierig, sagt Fischer, weil sich die darin enthaltenen einfachen aber perfekten Rezepte von den Zutaten her und der Art der Zubereitung nicht nicht so sehr von der heutigen Zeit unterscheiden. Deswegen habe sie zeitbedingte Details getrost belassen können. Elizabeth David sei nie eine Anhängerin der haute cuisine gewesen, deswegen seien ihre Rezepte auch leicht nachzukochen. Aus relativ einfachen Zutaten großartige Gerichte zaubern - das sei ihr Leitfaden gewesen.

Grundvoraussetzung für die Befähigung, ein solch vielschichtiges Kochbuchs gut zu übersetzen sei auf jeden Fall, gut über Nahrungsmittel Bescheid zu wissen, denn Davids Buch enthalte auch sehr viel Informationen über die Qualität von Nahrungsmitteln und ihre Lagerung. Außerdem sei es unverzichtbar, so Fischer, sich in Zubereitungs-Modalitäten gut auszukennen, um nicht falsch zu informieren. Reizvoll gewesen seien auch die vielen poetischen Passagen des Kochbuchs, durch die die Autorin ihre Leserschaft wie eine gute Freundin an die Hand nehme und fast eine intime Nähe zu ihr schaffe, sagt die Übersetzerin.

Reiner Veit findet Elizabeth Davids Kochbuch ganz und gar großartig - zum Schmökern, Inspirieren und Nachkochen. Die 45 Euro, die das Buch kostet, seien wirklich gut und köstlich angelegt. Da könne man auch gnädig darüber hinwegsehen, dass David bisweilen Dosenerbsen verwendet, was auch der Entstehungszeit des Buches aus dem Jahr 1960 geschuldet sein mag.

Rezeptfoto aus dem Kochbuch: Spanische Küche: Schnell und einfach - Pflaumen mit Roquefort und Pinienkernen

100 Rezepte der spanischen Küche

Über 1000 Rezepte, das ist ja vielleicht ein bisschen viel, dachten sich Simone und Inés Ortega und suchten sich für ihr Buch "Schnell und einfach: Spanische Küche" 100 der 1000 Rezepte heraus - jene, die dem Buchtitel entsprechen und die meisten sind in gut einer halben Stunde gezaubert. Die Zutaten zu bekommen ist keine Kunst und Edelprodukte werden auch selten verwendet. Wobei in Sachen Fisch und Meeerestiere in Spanien ja manches günstiger ist als bei uns. Zu empfehlen ist das Buch nicht nur für Spanien-Fans.

In Spanien ist Simone Ortega eine Legende und ihr Buch mit den 1080 Rezepten verkaufte sich in ihrem Heimatland 3,5  Millionen Mal. 2008 verstarb Simone Ortega und nun setzt Tochter Inés die Arbeit der Mutter fort.

Sendung

Gedeckter Tisch mit Wein mitten im Weinberg

Aufgegabelt

Reiner Veit blickt in die Kochtöpfe der Küchenchefs. Die Sendung für alle, die möglichst viel erfahren wollen über Essen, Trinken und die hohe Kunst des Kochens.