Altbauten Müller/Ecke Seestraße 1976-1978 (Bild: Stiftung für Fotografie und Medienkunst /Michael Schmidt)

Werkstatt für Photographie 1976 - 1986 - Kreuzberg - Amerika

C/O Berlin im Amerika-Haus, unweit des Bahnhofs Zoo, präsentiert noch bis zum 12. Febraur 2017 die Ausstellung "Kreuzberg - Amerika" mit 250 Bildern von international renommierten Fotografen. Täglich zu sehen von 11.00 bis 20.00 Uhr.

Ab Mitte der 1970er Jahre findet in Deutschland ein unvergleichlicher Aufbruch in der Fotografie statt. Eine jüngere Generation baut in kürzester Zeit in verschiedenen Initiativen eine neue Infrastruktur für einen anderen Blick auf die Fotografie auf und definiert das Medium bewusst als eigenständige Kunstform – bis heute.

Werkstatt für Photographie war stilprägend

Michael Schmidt, ohne Titel, aus Berlin-Kreuzberg 1983 © Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archivbild Michael Schmidt
Michael Schmidt, ohne Titel, aus Berlin-Kreuzberg. Stadtbilder, Berlin 1983

Die von Michael Schmidt 1976 in West-Berlin gegründete "Werkstatt für Photographie" ist eines dieser innovativen Modelle und als Institution einzigartig, denn sie ermöglicht eine offen zugängliche Kulturproduktion und intensiviert die Erwachsenenbildung jenseits akademischer Hürden und ohne Zugangsbeschränkungen. Aus dem unkonventionellen Dialog zwischen anerkannten Fotografen und Amateuren, zwischen technischer Vermittlung und inhaltlicher Kritik sowie auf der Basis dokumentarischer Ansätze entsteht eine spezielle künstlerische Haltung. Die "Werkstatt für Photographie" erlangt mit engagierter Vermittlungsarbeit durch Ausstellungen, Workshops und Kurse internationales Niveau und etabliert sich zu einem wichtigen Ort des transatlantischen fotografischen Dialogs zwischen Kreuzberg, Deutschland und Amerika. Eine einzigartige Pionierleistung!

250 Exponate von international renommierten Fotografen

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der "Werkstatt für Photographie" präsentieren C/O Berlin, das Museum Folkwang Essen sowie das Sprengel Museum Hannover ein gemeinsames Projekt mit drei Ausstellungen, das erstmals den Werdegang dieser Institution und ihrer Akteure beschreibt. Ein Medium im Aufbruch: ermutigt durch das Selbstbewusstsein der amerikanischen Fotografie. Die Ausstellungen entwerfen ein lebendiges, multiperspektivisches Bild der Fotografie der 1970er und 1980er Jahre, das die Geschichte der westdeutschen Fotografie jener Zeit um ein weiteres Kapitel neben der Düsseldorfer Schule ergänzt.