Jeanne Mammen
Bild: Jeanne Mammen

Ausstellung in der Berlinischen Galerie - Jeanne Mammen - Die Beobachterin

Die Berlinische Galerie präsentiert die bisher umfassendste Retrospektive der Berliner Zeichnerin und Malerin Jeanne Mammen - noch zu sehen bis zum 15. Januar 2018.

Jeanne Mammen (1890-1976) ist eine der sperrigsten und schillerndsten Figuren der jüngeren Kunstgeschichte. Die scharfsinnige Beobachterin porträtierte glamouröse Zeitgenossen, das frivole Nachtleben oder Figuren am Rande der Gesellschaft.

Anmutig und herb

Anmutig und herb: So charakterisierte der bedeutende Satiriker und Schriftsteller Kurt Tucholsky die Figuren, die Jeanne Mammen schuf: Diven, Vamps und kesse Gören tummelten sich in Großstadtszenen der "Goldenen 20er".

In der 1920er Jahren boomte Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen junge Leute in Scharen in die Hauptstadt der noch jungen Rublik: Sie suchten Arbeit, Wohlstand und ein selbstbestimmtes Leben. Jeanne Mammen, die in Paris eine fortschrittliche Erziehung und Bildung genossen hatte, kam bereits 1916 verarmt und ohne Job nach Berlin. Mit HIlfe von Modezeichnungen, Plakatgestaltung und Illustrationen sicherte sie sich ihr Überleben. 1920 bezog sie ein Atelier am Kurfürstendamm. Von hier aus erkundete sie das Mondäne Stadtleben rund um den Kudamm bis in die Weddinger Arbeiterkneipe.

Die Retrospektive in der Berlinischen Galerie zeigt vom 6. Oktober 2017 bis 15. Januar 2018 rund 170 Arbeiten aus mehr als sechs Jahrzenten aus dem Schaffen der Zeichnerin und Malerin Jeanne Mammen.