Ausstellung im DHM - Deutscher Kolonialismus. Fragemente seiner Geschichte und Gegenwart.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin geht vom 14. Oktober 2016 bis zum 14. Mai 2017 ausführlich auf die deutsche Kolonialgeschichte ein. Eine Filmreihe und Podiumsdiskussionen begleiten die Ausstellung.

Die Zeit der deutschen Kolonien währte nur von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, aber sie war durchaus prägend. Das Deutsche Reich war eine der großen Kolonialmächte in jener Zeit. Das koloniale Bewusstein hielt auch nach 1919 an, geriet anschließend aber nahezu in Vergessenheit. Erst in letzter Zeit rückt dieses Kapitel in der deutschen Geschichte wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Deutsche Kolonialgeschichte in acht Kapiteln

Das Deutsche Historische Museum widmet nun der deutschen Kolonialgeschichte eine Ausstellung, einer Epoche, die von einem europäischen Überlegenheitsdenken geprägt war. In acht Kapiteln werden im Berliner Haus Unter den Linden Objekte gezeigt, die mit kolonialem Blick als Souvenir oder Trophäe nach Deutschland kamen und Stereotypen und größtenteils die rassistische Ideologie verfestigten. Bekanntes Beispiel ist etwa der Sarotti-Mohr, der auf Kaffee- oder Teedosen sowie Kakao- und Schokoladeprodukten viele Jahre allgegenwärtig war.

Kolonialmacht und Kolonisierte

Die Ausstellung, die am 14. Oktober 2016 eröffnet wurde und noch bis zum 14. Mai 2017 anzuschauen ist, beleuchtet nicht nur die Motive deutscher Missionare, Beamte, Militärs, Siedler und Kaufleute. Sie beschäftigt sich auch mit den Interessen der Kolonisierten und der Frage, ob deren Perspektive überhaupt historisch aufgearbeitet wurde - im Vergleich zum riesigen Umfang kolonialer Sammlungen und Archive auf deutscher Seite.

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