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rbb PRAXIS

Audio 16.05.12

rbb PRAXIS, 16.05.2012

Neues Verfahren zur Behandlung von Bluthochdruck

Hoher Blutdruck - auch Hypertonie genannt - tut nicht weh. Das hört sich erst mal positiv an, ist es aber nicht. Denn wenn Gefäße unerkannt über Jahre mit zu hohem Druck durchblutet werden, hat das Folgen: im schlimmsten Fall Herzinfarkt, Schlaganfall. Der morgige Welt-Hypertonie-Tag will darauf aufmerksam machen. Ein Bericht von Ursula Stamm.

Kultur-Sommerserie, 16.07.2011

Kleist vor Ort: Die letzten 24 Stunden

1811 hat sich Heinrich von Kleist gemeinsam mit seiner Freundin Henriette Vogel das Leben genommen - auf einem Waldhang am Kleinen Wannsee. Er war gerade einmal 34 Jahre alt. An der Stelle des spektakulären Doppelselbstmord kann man bis heute die Grabstätte Kleists besuchen. Zum Abschluss unserer Serie "Kleist vor Ort" ist Vanessa Loewel an den Wannsee gefahren - dort wo der Dichter seine letzten 24 Stunden verbracht hat.

Man muss sich die vielen Autos wegdenken, die S-Bahn, den Schiffsanleger, die Loretta am Wannsee. Als Heinrich von Kleist und Henriette Vogel am 20. November 1811 hier, wo der Kleine Wannsee in den Großen mündet, aus ihrer Kutsche stiegen, waren sie in der Natur angekommen. Berlin hatten sie hinter sich gelassen. Für immer.

"Wol eine der stillschönsten Gegenden weit und breit" beschreibt 1818 Ferdinand Grimm seinen Brüdern den Ort.

Der Dichter und seine platonische Liebe stiegen in Stimmings Gasthaus ab. Sie ließen nicht die geringste Betrübnis erkennen, hat der Wirt nach ihrem Tod zu Protokoll gegeben. Wohl aber eine gewisse Rastlosigkeit. Die ganze Nacht blieben sie auf, tranken Kaffee und schrieben Abschiedsbriefe.

"Ich schwöre Dir. Es ist mir ganz unmöglich länger zu leben. Meine Seele ist so wund, dass mir, ich mögte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert."

Heinrich von Kleist war 1811 ein Gescheiterter: In der preußischen Gesellschaft hat der ehemalige Leutnant keinen Platz gefunden. Nicht im Militär, nicht in der Verwaltung und auch als Dichter blieb er ohne Anerkennung. Die Sehnsucht nach einem erlösenden Jenseits verband ihn mit der krebskranken Henriette Vogel.

Das Gasthaus, in dem sie ihre letzte Nacht verbracht haben, steht schon lange nicht mehr. Statt dessen Yachtclubs, Villen und Architektur-Sünden aus den 60er und 70er Jahren - die Ufer des Kleinen Wannsees sind hier dicht bebaut. Nur eine schmale Stelle ist noch frei - und zwar genau dort, wo Kleist erst Henriette Vogel und dann sich selbst erschossen hat: ein enger Waldstreifen mit Seezugang. Zwischen den Villen zweier Rudervereine führt ein kleiner Weg zu der Grabstätte. Vier Spaziergänger biegen hier ein.

"Wir machen einen Spaziergang mit meinem Schwager und meiner Schwester und da ist der Kleist Pflicht." „
"Wir besuchen das Grab seit über 30 Jahren. Das gibt mir auch ein Ruhepunkt in der modernen Welt."

Es ist ein sehr schlichter Gedenk-Ort, fast lieblos. Statt Blumen wuchert hier Unkraut. Unter einer Eiche stehen die zwei Grabsteine: der kleine für Henriette, der etwas größere für Heinrich mit der Inschrift „Nun O Unsterblichkeit bist Du ganz mein“. Davor stehen zwei Holzbänke nebst Mülleimer. Von der für das Gedenkjahr geplanten Neugestaltung ist noch nichts zu sehen.

"Etwas sehr prosaisch. Man muss schon mit eigenen Gefühlen und Gedanken herkommen, um diese hier an den Stein zu heften. Ansonsten ist das sehr distanziert eigentlich."

Könnten auch Kilometersteine sein, findet ein anderer Spaziergänger. Das Beste ist tatsächlich der Blick aufs Wasser: Nicht alle kommen wegen Kleist hierher, sondern weil man hier noch direkt an den See kommt.

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