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Kuba-Krise: 15. Oktober 1962

US-amerikanische Spionageflugzeuge entdecken auf Kuba sowjetische Atomraketen. Das kommunistische Regime unter Fidel Castro mit seinen guten Beziehungen zur Sowjetunion war den USA ein Dorn im Auge. Nun wurde die Bedrohung real. Was folgte, versetzte die Welt 13 Tage lang in Angst und Schrecken vor einem drohenden Atomkrieg zwischen Russland und den USA. Inforadio führt Tagebuch: 

15. Oktober 1962: Gerade ist US-Major Richard Heyser von einem Spionageflug über Kuba zurückgekehrt. Die Kameras seiner U2 haben Fotos von Lastwagen, Zeltstädten, Technikern und Soldaten gemacht.

Nun werden die Bilder bei der CIA ausgewertet. Es ist eine Zeit des Wettrüstens zwischen Ost und West. Je näher am Feind die Gegner ihre Waffen stationieren können, desto besser. Und so haben die USA Atomsprengköpfe in der Türkei installiert nahe an der sowjetischen Grenze. Die Sowjetunion will nachziehen.

Kuba scheint ein idealer Standort für russische Raketen zu sein nur wenige hundert Kilometer von Florida entfernt. Im Sommer 1962 beginnt deshalb die Operation Anadyr: Die Sowjetunion bringt heimlich Atomwaffen nach Kuba. Und die hat Major Heyser gerade entdeckt. Der damalige Verteidigungsminister Robert McNamara erinnert sich später: "Die Fotos zeigten 20 bis 30 Abschussrampen für Atomraketen, die gegen die Ostküstenstädte der USA gerichtet werden konnten. Ich hätte nie gedacht, dass die Sowjets so etwas tun würden."

Die Raketen haben eine Reichweite von mehreren tausend Kilometern und können so auch die US-Hauptstadt Washington erreichen. Es ist das erste Mal, dass die Sowjetunion Atomraketen außerhalb ihrer Grenzen stationiert. Ihre Entdeckung ist der Ausgangspunkt der Kuba-Krise.

Anja Dobrodinsky

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