Mi, 22.05.2013 | 21:25 Uhr
Vor genau 50 Jahren hatten 15 Männer im Weißen Haus über Krieg oder Frieden zu entscheiden: Spionageflugzeuge hatten auf Kuba sowjetische Abschussrampen für Atomraketen entdeckt. Präsident Kennedy und seine Berater überlegten nun, wie die USA darauf angemessen reagieren könnten, ohne einen dritten Weltkrieg zu riskieren. Die Kuba-Krise nahm ihren Lauf.
Im Weißen Haus haben sich die Berater Kennedys inzwischen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Hawks, also die Falken, darunter viele Militärs, drängen auf einen Luftangriff auf die kubanischen Raketenstellungen. Einige fordern sogar eine Invasion mit Schiffen. Die gemäßigteren Doves, also die Tauben, schlagen hingegen eine Seeblockade vor, die verhindern soll, dass weitere sowjetische Schiffe mit militärischer Ladung die Insel erreichen.
Unter den Tauben ist auch der damalige Verteidigungsminister Robert McNamara: "Would there not be a shift in the political balance, if you will, between East and West? There was a very great danger there would be. It was absolutely essential therefore that those weapons be removed from Cuba but that we do it without starting a war."
Übersetzt und leicht gekürzt etwa: "Das Gleichgewicht zwischen Ost und West war in Gefahr. Deshalb mussten wir dafür sorgen, dass die Raketen Kuba verlassen, aber ohne einen Krieg zu riskieren."
Inzwischen machen sechs weitere U2-Spionageflieger Fotos von Kuba. Aus 20 Kilometern Höhe können sie 60-Zentimeter kleine Objekte erkennen. Ihre Panoramakameras fotografieren die Insel lückenlos und entdecken dabei immer mehr sowjetische Raketenstellungen. Das bestärkt die Falken in ihren Invasionsplänen.
Ein Beitrag von Anja Dobrodinsky.