Mi, 16.05.2012 | 19:27 Uhr
Der 300. Geburtstag von Friedrich II. ist für viele Historiker ein Anlass für Historiker, sich mit dem Alten Fritz und seiner Zeit auseinanderzusetzen. Aber auch für Künstler, mal einen - vielleicht ja anderen Blick - auf den König zu werfen. In der Galerie des Brandenburgischen Künstlerverbandes gibt es jetzt eine Ausstellung zu diesem Thema. Ihr Titel: "Die Farben des Königs".
Barbara Wiegand hat sich die Ausstellung angesehen.
Annette Paul steht vor einer Tapete, mit der sie die Wand des Galerieraums beklebt hat. "Schwelgen" steht darauf in goldenen Lettern zu lesen. In seiner edlen Pracht passt das bestens zu dem Rosenmuster darunter
Annette Paul: Die Tapete besteht aus hunderten von Servietten die zusammengefügt sind, wie man es von Blattgold kennt.
Gold ist also eine Farbe des Königs. Gold, aber natürlich auch preußisch blau und rot, wie die Soldaten es damals trugen. Und rot, wie ihr Blut auf den zahlreichen Schlachtfeldern. In abstrakten oder akkurat figürlichen Zeichnungen finden sich diese Farben. Oder auch in einem Leuchtobjekt von Rainer Gottemeier. In weißen Lettern, auf blauem Grund leuchtet das Wort Superbe, d darunter sind die Umrisse königlicher Windspiele zu erkennen
Annette Paul: Der hatte ja zehn Lieblungshunde, und eben auch superbe, das war der letzte Hund mit dem er zusammen war. Und als der zu zittern anfing, sagte der König, man möge ihn bedecken, mit Kissen.
Neben Friedrich dem Hundeliebhaber, steht auch der harte Heerführer im Focus.
Annette Paul: Wir verwenden Heiner Müller als Text. Text sehr ernst, geht darum das zensiert Soldaten wenn aus Schloß, die nicht verwudneten sechs die Toten laiuter Einsen …
So erläutert Walter Gramming den Soundtrack seiner Videoarbeit, in der eine Dame zu sehen ist, die im blauen Catsuit in einer Küche tanzt. Ein Beispiel für die bisweilen schrägen, mal ernsten aber auch heiteren Auseinandersetzungen der Künstler, die eine Jury unter zahlreichen Einsendungen auswählte. Voraussetzung war, dass der oder die Bewerberin Mitglied des Brandenburgischen Künstlerverbandes ist. Die Geschäftsführerin Daniela Dietsche
Daniela Dietsche: Die Idee dahinter ist, das wir zeitgenössische Interpretationen hu Friedrich II zeigen- Es wurde bewusst darauf verzichtet klassische Motive zu zeigen, sie werden hier keinen Friedrich finden mit dem Dreispitz.
In der Tat - königlichen Pomp haben die Künstler vermieden und es gibt auch keine verkopften, bemühten Beiträge. Friedrich der II spielte bei den wenigsten Teilnehmern bisher eine Rolle in ihrer künstlerischen Arbeit. Vielmehr nahmen sie den 300sten Geburtstag des Preußenherrschers zum Anlaß, sich mit ihm zu befassen. Mit Ausnahme von Annette Paul. Die gebürtige Görlitzerin führt nämlich auch durch Potsdams Schlösser- Und hier kam sie wohl auf die Idee zu ihrer zweiten ausgestellten Installation: neben der schwelgenden Tapete hat sie einen Stuhl ohne Sitzfläche aufgestellt, eine art Klostuhl als Anspielung auf die weniger glanzvollen, gewöhnlichen Seiten Macht.