Do, 23.05.2013 | 22:49 Uhr
Ivan ist 20 Jahre alt, studiert an der FU Berlin Betriebswirtschaftslehre. Geboren wurde Ivan in Omsk/Sibirien. Mit elf Jahren zog er mit seiner Familie nach Berlin und wuchs im Märkischen Viertel auf. Die Mutter arbeitet als Dentaltechnikerin, der Vater ist gelernter Mechatroniker und hat hier Arbeit in einer Kartonfabrik. In Russland konnten beide ein Studium nicht finanzieren. Sie haben ein weiteres Kind, Ivans jüngere Schwester.
Schon in der Schule - im Humboldt-Gymnasium Reinickendorf - war Wirtschaft Ivans Top-Thema, nach dem Abi mit 1,9 Durchschnitt fiel ihm die Wahl für ein Studienfach deshalb leicht. Sein Ziel an der Uni: der Doktortitel.
Das Angebot, eine Dachdeckerlehre zu machen, schlug Ivan aus. Auch wenn die meisten Jugendlichen in seinem Umfeld sich für eine Lehre entschieden, wollte er lieber studieren. Seine Eltern unterstützen ihn in seinen Zielen. „Sie haben mich immer unterstützt - trotz vieler sprachlicher Hürden“, sagt Ivan.
Viel Freiheit bei der Wahl der Uni
Ivan war Stipendiat des Programms 'Studienkompass': Dort werden Schüler aus Nichtakademiker-Familien ab Klasse 10 aufgenommen und gezielt auf eine Uni-Laufbahn vorbereitet - durch Workshops, Infoveranstaltungen, Praktikavermittlung, Unternehmensbesuche und ähnliches, nicht jedoch durch finanzielle Unterstützung.
Die Universität konnte Ivan sich dann aussuchen, nur in Mannheim, dem Spitzenreiter im Fach Wirtschaft, bekam er keinen Platz. Nun also die Freie Universität Berlin.
Eine eigene Wohnung ist vorerst nicht in Sicht: Ivan bleibt aus finanziellen Gründen erstmal bei seinen Eltern wohnen.
Zusammengestellt von Susanne Bruha.