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FAQ

Hat sich der doppelte Abiturjahrgang Berlin und Brandenburg in der Hauptstadtregion bemerkbar gemacht?

Vor allem an der Humboldt-Universität (HU) und der Freien Universität (FU) gingen für das Wintersemester mehr Bewerbungen ein als im Vorjahr. An der Technischen Universität (TU) und der Uni Potsdam blieb die Bewerberzahl konstant.

Die Humboldt-Universität verzeichnet 4.600 Bewerbungen mehr als noch im vergangenen Jahr. Insgesamt wollten rund 34.800 junge Menschen auf die Hochschule im Zentrum der Stadt, bei gerade einmal 4.900 zu vergebenden Bachelor-Studienplätzen.

Auch in der Poststelle der FU gab es bis zum Einsendeschluss viel zu tun. 32.000 Bewerbungen – so viele Studenten Studenten hat die FU insgesamt – gingen für 4.200 Plätze ein, rund 2.000 mehr als im Vorjahr.

An der Technischen Universität (TU) bewarben sich 14.200 Interessierte für 2.700 Bachelor-Plätze. Wie schon im vorigen Wintersemester sind das im Schnitt rund 5 Bewerber pro Studienplatz.

Auch in Potsdam gingen deutlich mehr Bewerbungen ein als im Vorjahr. Rund 3300 Studenten beginnen hier Mitte Oktober ihr Studium.

Sind die Berliner Hochschulen auf den Ansturm vorbereitet?

Die FU hat für das Wintersemester noch einmal 200 neue Studienplätze geschaffen, die HU lässt sogar 550 Bachelorstudenten mehr zu als im Vorjahr. An der TU werden insgesamt fünf Studiengänge ohne NC angeboten, zwei mehr als im Vorjahr. Allein für das Fach Informatik, vor einem Jahr noch zulassungsbeschränkt, haben sich in diesem Jahr 300 Studenten eingeschrieben. Auch die Uni Potsdam hat ihr Angebot noch einmal vergrößert. Hier wurden 91 neue Plätze geschaffen.

Wie viele Studenten gibt es überhaupt in der Hauptstadtregion?

An den drei großen Universitäten Berlins sowie der Uni Potsdam studieren insgesamt rund 110.000 Menschen. Die Humboldt-Universität (HU) hatte zum Semesterstart genau 30.007 eingeschriebenen Studenten, die Technischen Universität (TU) 29.657. An der Freien Universität (FU) sind 33.200 immatrikuliert, und an der Uni Potsdam 20.412.

Dazu kommen noch die Studenten der Fachhochschulen und spezialisierten Hochschulen. Noch sind die Zahlen vorläufig, da sich erst bis Ende Oktober entscheidet, wie viele Bewerber tatsächlich ihr Studium in Berlin oder Potsdam beginnen, und wie viele Nachrücker offene Plätze belegen.

Wie wird sich die Anzahl der Studenten in Berlin entwickeln?

Die Zahl der neu eingeschriebenen Studenten an den vier großen Unis ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Und eine Entspannung ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht:
Laut Kultusministerkonferenz wird es 2013 bundesweit fast 490 000 Studienanfänger geben. Bis 2019 bleibt dieses Zahl deutlich über 450 000. Frühestens 2021 wird die Zahl wieder auf 442 000 und damit auf das Niveau des Jahres 2010 sinken.

Wie viele Abiturienten aus der Hauptstadtregion bleiben hier zum Studium?

Eine Quote für Abiturienten aus Berlin und Brandenburg gibt es an den Unis nicht, entsprechend hart ist der Konkurrenzkampf um die begehrten Plätze.

Vor allem die TU ist beliebt in der Region: 75 Prozent der Bewerbungen kamen aus Berlin und Brandenburg. An der HU waren es kaum weniger, knapp 70 Prozent.
In Potsdam sind 40 Prozent der Erstsemestler aus der Bundeshauptstadt und 24 Prozent aus Brandenburg.
An der FU kommt zum Start des Wintersemesters knapp jeder zweite Student aus Berlin oder Brandenburg.

Wie viele minderjährige Studenten haben sich an den Unis eingeschrieben??

Früh eingeschult, Klasse übersprungen, verkürztes Abitur: Es gibt viele Gründe, warum manche Studenten jünger als 18 sind. Noch sind sie eine Minderheit an den Hochschulen - aber eine, die schnell wächst.

An der Uni Potsdam gibt es derzeit mit 20 minderjährigen Studenten gerade genug, um eine U18-Fußballmannschaft zusammenzustellen.

Anders in der Hauptstadt: An der HU haben sich in diesem Wintersemester bereits 754 Minderjährige beworben, angenommen wurden rund 130. An der FU bewarben sich 500, geschafft haben es 91. Und an der TU gingen 137 Bewerbungen von U18-Abiturienten ein. 72 werden ab November hier studieren.

Wie viele Studenten kommen aus dem Ausland?

15 Prozent der HU-Studenten kommt aus dem Ausland. An der FU sind es 17 Prozent, und an der TU sogar 20 Prozent – bundesweit ein Spitzenwert.

Wie ist die Wohnraumsituation für Berliner und Potsdamer Studenten?

Der Weg zur ersten eigenen Wohnung ist in Berlin und Potsdam zuweilen ziemlich beschwerlich: Das Angebot ist knapp, die Nachfrage groß. Wer Glück hat, bekommt eine Wohnung im Studentenwohnheim.

In Berlin gibt es im Wintersemester 9500 Wohnheimplätze. Allerdings sind bereits alle belegt, die Warteliste ist mit 1230 Bewerbungen gut gefüllt. In den Wochen nach dem Semesterstart werden erfahrungsgemäß Plätze frei, große Hoffnungen sollte man sich aber nicht machen. Ein Zimmer kostet im Schnitt 198 Euro und ist damit deutlich günstiger als die meisten WG-Zimmer in der Stadt.

In Potsdam werden in diesem Semester 2353 Wohnheimplätze angeboten. Allerdings sind auch die bereits fast alle vergeben, vor allem der Campus Griebnitzsee ist sehr beliebt. Im Durchschnitt kostet die Miete 217,88 Euro. Auf der Warteliste standen zu Beginn des Semesters 275 Namen

Welche Studiengänge ziehen die meisten Interessenten an?

An der FU heißen die "Gewinner“ Psychologie (4.741 Bewerbungen auf 120 Plätze), BWL (3630 Bewerbungen auf 217 Plätze), Rechtswissenschaft (2595 Bewerbungen auf 319 Plätze) und Publizistik (2544 Bewerbungen auf 106 Plätze).

Ähnlich an der HU und der Uni Potsdam: Auch hier gingen für die Fächer Psychologie, Jura und BWL besonders viele Bewerbungen ein.

An der TU waren vor allem die Fächer Wirtschaftsingenieurwesen, Architektur, Kommunikation und Sprache und Medienwissenschaft begehrt.

Wie viele Studienanfänger ziehen ihr Studium durch?

Berlin tut seinen Studenten gut: Rund 84 Prozent gehen mit einem Abschluss in der Tasche von der Universität. Der Bundesdurchschnitt liegt nur bei knapp 76 Prozent.

Wie finanzieren sich die Studenten?

Das Bafög bleibt für viele Studenten in Berlin die wichtigste Einnahmequelle. Die Zahl der Erst- und Verlängerungsanträge steigt stetig an: 2007 waren es insgesamt noch rund 35.000, 2011 bereits fast 40.000. 2012 erhalten Berliner Studenten im Durchschnitt 553 Euro BAföG monatlich. Doch wer einen Antrag stellt, muss Geduld haben. Die Wartezeit beträgt im Schnitt 10 Wochen. Grund ist die chronische Überlastung der Sachbearbeiter. 2011 musste jeder von ihnen 634 Fälle bearbeiten. Tendenz steigend.

Außerdem gehen laut Studentenwerk drei von vier Studenten nebenbei arbeiten. Rund 81 Prozent aller Berliner Studenten erhalten zudem finanzielle Unterstützung von den Eltern.

Nach Berechnungen des Studentenwerks steht den Berliner Studenten im Durchschnitt eine Summe von 874 Euro zur Verfügung. Nur 4 Prozent bekommen über das Studentenwerk Stipendien vermittelt.

Zusammengestellt von Sebastian Schöbel.
Stand: 15.10.2012

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