Mo, 20.05.2013 | 03:42 Uhr
Oberschweineöde: diesen hässlichen Spitznamen kannte Leo Penta nicht, als er 1999 nach Oberschöneweide kam.
Leo Penta: "Nein, das habe ich erst kennengelernt, als ich begonnen habe in Oberschöneweide dann Gespräche zu führen, mit Menschen zu sprechen, und eben dieses schreckliche Wort gehört habe, was wirklich inzwischen Schöneweide von sich weisen will, und ich glaube, das auch bewiesen hat."
Und dabei hat Leo Penta entscheidend mitgeholfen: Er brachte 20 einzelne Bürgerinitiativen, Unternehmen und Vereine zusammen. Zur ersten Bürgerplattform Berlins, gut organisiert und vernetzt. Sie schaffte es, die Hochschule für Technik und Wirtschaft nach Schöneweide zu holen - und mit ihr tausende Studenten und Lehrer. Ein Riesenerfolg für den Stadtteil, in dem nach dem Wegfall tausender Arbeitsplätze so viel brach lag. Für Leo Penta der Beweis: seine Vision kann Wirklichkeit werden.
Leo Penta: "Das ist die Vision überhaupt einer Zivilgesellschaft in Deutschland, die viel eigenständiger ist, selbstbewusster ist, die von sich aus agiert, und nicht immer wartet auf den Staat, sondern auch als Gegenüber Mitinitiator ist, Mitgestalter ist."
Inzwischen hat Leo Penta noch zwei weitere Bürgerplattformen mit aus der Taufe gehoben: in Wedding/Moabit und in Neukölln, mit zehntausenden Mitgliedern.
Dass bürgerliches Engagement funktionieren kann, hatte er zuvor in seiner Heimatstadt New York erfahren: dort war Leo Penta lange Pfarrer, im Stadtteil Brooklyn. Und half er in den 70er Jahren, die damals völlig heruntergekommene Gegend zu sanieren - ohne öffentliche Mittel. Nur mit Hilfe der Anwohner, Kirchen und Vereine.
Dann aber zog es ihn nach Deutschland - der Philosophie und Theologie wegen. Hier hat er auch studiert, hier lebt er seit über 30 Jahren. Nur beim Essen wird er seiner zweiten Heimat untreu.
Leo Penta: "Meine Großeltern sind alle aus Italien eingewandert, nicht aus Deutschland!"
Und deshalb zieht er Pasta der Currywurst vor.
Sylvia Tiegs