"Brexit oder "Bremain"? Großbritannien stimmt ab

EU-Referendum in London (Bild: imago/i Images)
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Drinbleiben oder Rausgehen aus der EU? Das ist die Frage, die britische Wähler beim Referendum am Donnerstag beantworten müssen. Umfragen zufolge wird es eine denkbar knappe Entscheidung. Der Wahlkampf zwischen Befürwortern und Gegnern eines britischen Austritts aus der Europäischen Union war in den vergangenen Wochen immer hitziger geworden und gipfelte in der Tragödie um die Labour-Politikerin und Brexit-Gegnerin Jo Cox, die bei einer Wahlkampfveranstaltung Opfer eines Attentats wurde. Mit Experten, Politikern und Korrespondenten blicken wir täglich auf die Insel. Alle Beiträge, Interviews und Hintergründe finden Sie hier.

Aktuelle Beiträge

Besucher vor dem Victoria and Albert Museum in London (Foto: colourbox)
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Was würde ein Brexit für die Kultur bedeuten?

Martin Roth zählt zu den wichtigsten deutschen Museumschefs. Seit Herbst 2011 leitet er das Victoria and Albert Museum in London - als erster Deutsche an der Spitze eines britischen Topmuseums. Wie erlebt er die Spaltung des Landes? Ist auch die Kulturszene davon betroffen? Und vor allem: Welche Folgen hätte ein möglicher Brexit für Kunst und Kultur? Diese und andere Fragen stellt Sabine Dahl an Martin Roth.

Brexit - die Folgen für Arbeitnehmer in der EU

Ein Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU könnte die Gemeinschaft in eine schwere wirtschaftliche Krise stürzen - in Großbritannein und anderen europäischen Staaten. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund befürchtet, dass ein Brexit einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hätte. Oliver Rehlinger spricht darüber mit Peter Scherrer vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB).

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Fragen und Antworten: Drinbleiben oder rausgehen?


Großbritannien stimmt über den Verbleib in der EU ab. Das Referendum am 23. Juni hat wegweisende Bedeutung für das Land, aber auch für ganz Europa. Was passiert, wenn? Die wichtigsten Fragen zum Referendum und zu den Szenarien danach.
(Quelle: dpa)
 

  • Warum stimmen die Briten über die EU-Mitgliedschaft ab?‎

  • Woher kommt eigentlich der Begriff Brexit?

  • Was sind die Argumente der Brexit-Befürworter, was die der Gegner?

  • Wird Schottland sich abspalten, falls es zum Brexit kommt?‎

  • Wie wichtig ist UK für Deutschland als Handelspartner?‎

  • Was denkt Londons City, was würde aus dem britischen Pfund?‎

  • Was schätzt die EU am ewigen Quertreiber UK?‎

  • Wird ein Austritt Großbritanniens einen Dominoeffekt bewirken?‎

  • Was könnten Folgen für die Sicherheit sein?

  • Brauchen Europäer künftig ein Visum, wenn sie nach London wollen?

  • Was ist für Großbritannien die Alternative zur EU?

Die Stimmung in Großbritannien

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  • Die weißen Klippen von Dover an der Südküste Englands (Bild: imago/Manngold)
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    Dover: Kontinent so nah, EU so fern

    Korrespondentin Stefanie Pieper hat sich an der englischen Südküste auf Spurensuche begeben und in Dover sowohl Gegner als auch Befürworter des "Brexits" gefunden.

  • Geschäftsleute in London (Bild: imago/Bernhard Classen)

    Londons Junge wollen die EU

    Die Mehrzahl der jungen Londoner will nicht raus aus der EU; entscheidend ist allerdings, dass sie am 23. Juni auch tatsächlich zur Wahl gehen, sagt Korrespondentin Stefanie Pieper .

  • Die Werft von South Shields (Bild: imago/McPHOTO)

    in South Shield leben die "Brexiteers"

    Im Nordosten Englands sieht es trostlos aus. Hier ist der Zuspruch für die Anti-EU-Partei UKIP besonders stark. Das Reizthema schlechthin ist hier die Zuwanderung, sagt Korrespondentni Stefanie Pieper.

  • Glasgow City Chambers (Bild: imago/ZUMA Press)
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    Überzeugte Schotten, überzeugte Europäer

    Viele Schotten gelten als pro-europäisch. Sollte es gegen ihren Willen aber doch zum Brexit kommen, dann könnte es ein zweites Unabhängigkeitsreferendum geben, berichtet Stephanie Pieper.

  • Busse in der Royal Road Belfast (Bild: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer)

    Nordirland: Eine Frage der Konfession

    Die Katholiken in Nordirland sind eher für die EU. Unter den Protestanten wiederum finden sich viele EU-Kritiker, wie Korrespondentin Stefanie Pieper bei der letzten Station ihrer Rundreise durch das Vereinigte Königreich festgestellt hat.

7 Gründe, warum Briten es mit Europa nicht so haben


Manche Studien bestätigen, was jeder längst zu wissen glaubt. Etwa, wenn knapp zwei Drittel der Briten behaupten, sie fühlten sich kein bisschen europäisch. Die Brexit-Debatte vor dem Referendum über Großbritanniens EU-Mitgliedschaft macht mal wieder deutlich, wie breit der Ärmelkanal auch in den Köpfen ist. Dafür gibt es ganz verschiedene Gründe.  (Quelle: dpa)
 

  • Das Commonwealth

  • Kein Demokratie-Trauma

  • Der Geburtshelfer

  • Thatchers "No No No"

  • Kultur und Popkultur

  • BSE

  • Einfach anders

Die wichtigsten Personen in der Brexit-Debatte

Wichtige Etappen auf dem Weg zum EU-Referendum in Großbritannien

Januar 2013: Großbritanniens Premierminister David Cameron kündigt an, die Bürger seines Landes bis spätestens 2017 über den Verbleib in der EU abstimmen zu lassen

März 2014: Cameron stellt sieben Forderungen zum Verbleib in der EU. Dazu gehören strengere Einwanderungsregelungen, der Abbau von Handelsschranken mit Ländern in Amerika und Asien sowie eine größere Zurückhaltung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.

November 2014: Der britische Premier verknüpft die Frage des EU-Austritts mit Forderungen zur Migrationspolitik. So sollen Einwanderer aus EU-Ländern nach Großbritannien erst nach vier Jahren Wohngeld, Kindergeld und andere Leistungen beanspruchen können.

Mai 2015: Die Tories um Cameron erringen einen furiosen Sieg bei der Parlamentswahl und die absolute Mehrheit. Der Premier erneuert seine Ankündigung eines EU-Referendums.

November 2015: Cameron fordert weitgehende EU-Reformen. Vor allem sollen Nicht-Euro-Länder wie Großbritannien nicht gegenüber der Euro-Gruppe benachteiligt. Erneut droht er mit einem EU-Austritt.

Dezember 2015: EU-Ratspräsident Donald Tusk kündigt an, dass die Briten im Februar Klarheit haben sollen, inwieweit die EU-Reformforderungen Camerons umgesetzt werden können.

5. Januar 2016: Cameron gibt seinen Ministern in der Frage eines EU-Austritts freie Hand. Sie dürfen vor dem geplanten Referendum sowohl für als auch gegen einen Austritt Werbung machen.

31. Januar: Die EU bietet Großbritannien an, dass Mitgliedsländer unter bestimmten Bedingungen Sozialleistungen für Bürger aus anderen EU-Staaten kürzen dürfen.

12. Februar: Vor einem EU-Gipfel zur Zukunft Großbritanniens in der EU signalisiert Kanzlerin Angela Merkel Kompromissbereitschaft. Ein Verbleib Großbritanniens wäre in deutschem wie britischem Interesse.

19. Februar: Die Staats- und Regierungschef aller EU-Staaten einigen sich auf ein Reformpaket. Zugewanderte Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten sollen zeitweise weniger Sozialleistungen bekommen. Einen Tag später kündigt er das Brexit-Referendum für den 23. Juni an, will seinen Landsleuten aber zu einem Verbleib in der EU raten.

22. Februar: Die EU-Institutionen lehnen es ab, sich auf ein mögliches Votum der Briten für einen Austritt des Landes aus der Europäischen Union einzurichten. Es gebe keinen «Plan B», heißt es.

12. April: Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt, ein Brexit wäre eines der größten Risiken für die Weltwirtschaft.

22. April: US-Präsident Barack Obama warnt bei einem Besuch in London eindringlich vor einem EU-Austritt Großbritanniens. Es werde im Falle eines Brexits in absehbarer Zeit kein bilaterales Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA geben.

9. Mai: Gut sechs Wochen vor dem Referendum eröffnen Befürworter und Gegner die heiße Phase des Wahlkampfs. Cameron warnt eindringlich vor Sicherheitsrisiken im Falle eines Austritts. Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson, prominentester Befürworter eines EU-Ausstiegs, lässt durchblicken, Migration solle ein zentrales Wahlkampfthemen werden.